Gute Gebrauchtwagen zu finden ist keine Wissenschaft für wenige Eingeweihte, sofern man einige grundlegende Punkte beachtet. Genaues Hinsehen, Nachfragen, Nachlesen in den Papieren und Belegen und eine obligatorische Probefahrt sollten Teil jeder Verhandlung sein, bevor das Geld den Besitzer wechselt. So spart man sich hinterher jede Menge Frust über versteckte Mängel.
- 30.06.2011
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
Vorabinformationen einholen, um gute Gebrauchtwagen zu identifizieren
- Entschließt man sich, sich ein neues Auto zuzulegen, gibt es mehrere Möglichkeiten, an gute Gebrauchtwagen zu gelangen. Egal ob Tageszeitung, Internet oder der örtliche Händler, bestimmte Abläufe sollte jedoch jeder beachten.
- Zunächst hat man sich meist für einen Hersteller und vielleicht sogar für ein bestimmtes Modell entschieden. Dann gilt es, sich zu informieren, wann Modellwechsel oder auch nur sogenannte Faceliftings stattgefunden haben. Hier kann man schnell bares Geld sparen, wenn man sich mit dem Vorgänger zufriedengibt. Aber auch die Verhandlungsbasis ist besser, da man auf den eventuellen Nachfolger verweisen kann, was beim Vorgänger wieder auf den Preis drückt.
- Außerdem sollte man sich genau über die Schwachstellen der einzelnen Baujahre informieren. Manche Hersteller haben kleinere bis größere Schwierigkeiten mit einzelnen Bauteilen, die erst in nachfolgenden Korrekturen beseitigt wurden. Dies ist in Pannenstatistiken bei ADAC oder ähnlichen Testinstituten nachzulesen.
- Mit diesem Fachwissen im Rücken kann man beim Händler oder Privatverkäufer gleich ganz anders auftreten. Ein unterstützender Partner ist auch hilfreich, denn vier Augen sehen mehr als zwei.
Ansicht, Belegkontrolle und abschließende Probefahrt
- Fragen stellen und Papiere nachlesen sollte die erste Handlung sein, nachdem man das Fahrzeug in Augenschein genommen hat. Passen die Angaben zum Zustand des Wagens? Gute Gebrauchtwagen stimmen in allen Details hieb- und stichfest überein. Scheckheft, Werkstattbelege und Prüfzettel im Motorraum beweisen Tachostände und belegen Ölwechsel und Fürsorge der Vorbesitzer.
- Sofern verfügbar, sollten Sie auch mithilfe einer Hebebühne einen Blick unter das Auto wagen. Teure Reparaturen von tragenden Teilen, Getriebe, Motordichtungen, Lenkung und Bremsen lassen sich so kurzerhand überprüfen.
- Fragen Sie unbedingt nach Vorschäden und Unfällen. Bekommt man hier nur widerwillig Auskünfte oder werden absichtlich Schäden unterschlagen, kann es auch hier ein böses Erwachen geben. Zugespachtelte Karosserieteile, verzogene Rahmenelemente oder durchgerostete Bodengruppen machen vermeintlich gute Gebrauchtwagen schnell zum Groschengrab.
- Die Probefahrt sollten Sie in aller Ruhe mit allen Sinnen durchführen. Nicht nur Sehen, sondern vor allem Hören und Riechen ist wichtig. Gute Gebrauchtwagen haben keine seltsamen Gerüche und man hört keine unerklärbaren Geräusche. Feuchtigkeit im Innenraum oder im Kofferraum ist nicht nur bei Cabrios tabu. Alle Schalter und Funktionen sollten genau geprüft werden.