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Gurkenkrankheiten im Gewächshaus - was tun?

Im feuchtwarmen Klima eines Gewächshauses sind Gurkenkrankheiten keine Seltenheit. Durch gezieltes Vorbeugen lassen sich Ernteausfälle verhindern.

Im Gewächshaus herrscht ein günstiges Klima für Gurken und Keime.
Im Gewächshaus herrscht ein günstiges Klima für Gurken und Keime.

Typische Krankheiten im Gewächshaus

Gurken brauchen viel Wärme und diese ist im Gewächshaus vorhanden. Gleichzeitig lauern Gefahren darin, denn Wärme und Feuchtigkeit fördern auch das Wachstum von Pilzen und Bakterien und können dadurch zur Gurkenwelke führen.

Echter und falscher Mehltau, Gurkenfäule, Fusariumwelke und Sclerotinia Welke sind durch Pilze hervorgerufene Krankheiten. Die Ursache für Ihr Auftreten ist in der Regel mangelnde Hygiene. Die Pflanzen stecken sich durch Werkzeuge, befallene Erde oder Spuren an Ihren Händen an.

Blattläuse übertragen den Gurkenmosaik-Virus von einer Pflanze auf die andere. Auf diese Weise gelangt er von erkrankten Gurkenpflanzen in der Nachbarschaft auf Ihre Gurken. Bakterien sind die Ursache der Eckigen Blattfleckenkrankheit und der Weichfäule. Die Infektion breitet sich üblicherweise über Werkzeuge, das Erdreich oder Ihre Hände aus.

Manchmal sind Thripse oder Spinnmilben am Werk. Diese Schadinsekten sind eigentlich keine Krankheit, die Fraß- oder Saugspuren lassen aber an eine Krankheit denken. Im Gegensatz zu den meisten Krankheiten ist der Befall durch Schadinsekten leicht zu bekämpfen.

Gurkenkrankheiten erkennen und behandeln

Leider sind die meisten Krankheiten nicht zu heilen. Lernen Sie deren Symptome kennen, damit Sie die Pflanzen sofort aus dem Gewächshaus entfernen können.

Denken Sie daran, dass die Pflanzen in den Hausmüll, nicht auf den Kompost gehören. Die Erreger könnten überleben und im nächsten Jahr andere Pflanzen anstecken.

        

Gurkenkrankheiten - Symptome und Behandlung

Krankheit

Symptome

Maßnahmen

Thripse

helle silbrige oder weißliche Flecken, auf der Blattunterseite kleine schwarze Punkte

Blautafeln aufhängen

Raubmilben oder Florfliegen einsetzen

Spinnmilbe

Blattunterseite feine punktförmige Flecken, die nach ein bis zwei Wochen auf der Blattoberseite sichtbar werden

später Gespinste und gelbe Blätter

befallene Blätter entfernen

Raubmilben oder Florfliegen einsetzen

Älchen

scheinbar ohne Grund deformierte Pflanzen

Nematoden einsetzen

Echter Mehltau

fleckenförmiger, weißer Belag auf den Blättern

Flecken gehen später ineinander über

die Blätter werden gelb und sterben ab

mit Schachtelhalm- oder Brennesselbrühe spritzen

bei starkem Befall Pflanzen entsorgen

Falscher Mehltau

hellgrüne bis gelbbraune Flecken, die durch Blattadern begrenzt werden

eventuell auf der Blattunterseite ein grauvioletter Sporenrasen

Pflanzen werden gelb und sterben ab

mit Schachtelhalm- oder Brennesselbrühe spritzen

Gewächshaus regelmäßig lüften

Weichfäule

Früchte werden vom Blütenansatz her weich und faul

bricht die Schale auf, ein fauliger Geruch ist zu erkennen

Früchte sofort entsorgen

Stängel trocken halten

bei starkem Befall die Pflanzen entsorgen

Sclerotinia Welke 

Früchte und Blätter werden von einem watteartigen Belag überzogen und faulen ab.

mit Schachtelhalm- oder Brennnesselbrühe spritzen

bei starkem Befall Pflanzen entsorgen

Gurkenfäule 

äußere Blätter werden welk und sterben ab

Krankheit setzt sich in Richtung Wurzeln fort

auf den abgestorbene Blättern ist ein weißes Pilzgeflecht zu erkennen

Pflanzen sofort entsorgen

Fusariumwelke

Gurken welken und erholen sich kurzfristig, bevor sie absterben

Pflanzen sofort entsorgen

Gurkenmosaik-Virus anderer Viren

 

  
  

hellgrüne bis gelbgrüne Flecken und Kreise, es entstehen Muster auf den Blättern

junge Blätter verformen sich

Pflanzen sofort entsorgen

Eckige Blattfleckenkrankheit 

Eckige, wässrige, ölige, glasige Flecke, die später braun werden und aus den Blättern fallen

Pflanzen sofort entsorgen

Vorbeugen gegen Krankheiten von Gewächshausgurken

Denken Sie immer daran, das warme feuchte Klima im Gewächshaus ist ideal um Bakterien, Pilze und Viren wachsen zu lassen. Vermeiden Sie es, Keime von draußen in das Glashaus zu tragen. Schaffen Sie sich am besten Werkzeuge an, die Sie nur dort benutzen und die immer darin verbleiben.

Beginnen Sie die Gartenarbeit im Gewächshaus. So verhindern Sie, dass Sie Sporen und Keime mit Ihrer Kleidung in das Haus tragen.

Viele Hobbygärtner machen einen großen Fehler. Sie setzen Gurken in Erde, in der in den letzten beiden Jahren Gurken, Melonen, Zucchini oder Kürbis wuchsen. Viele der Krankheitserreger überleben im Erdreich und übertragen sich auf die neue Saat.

Häufig ist Platzmangel der Grund, wieso sich eine Krankheit blitzartig ausbreitet. Sorgen Sie für genügend Abstand zwischen den Pflanzen, damit diese sich entwickeln können, ohne sich zu berühren.

Vielleicht wissen Sie nicht, dass Düngen Krankheiten begünstigt, besonders wenn Sie mit Stickstoff großzügig umgehen. Die Pflanzen wachsen zu rasch und das Blattgewebe wird locker. Beides bietet eine ideale Angrifffläche für Keime.

Gehen Sie nach dieser Liste vor, um Krankheiten vorzubeugen:

  • Werkzeuge für das Gewächshaus anschaffen und ausschließlich für die Pflege der Gewächshauspflanzen einsetzen.
  • Tägliche Gartenarbeit im Gewächshaus beginnen.
  • Gurken in Erde setzen, in der seit zwei Jahren keine ähnlichen Gewächse wuchsen.
  • Veredelte und resistente Sorten für den Anbau verwenden.
  • Pflanzabstände einhalten.
  • Gewächshaus regelmäßig lüften.
  • Wenig düngen, Stickstoff vermeiden.
  • Mit Schachtelhalmextrakt und Brennnesselbrühe spritzen.
  • Auf Schadinsekten achten und sofort durch Nützlinge bekämpfen.
  • Unheilbar erkrankte Pflanzen sofort entsorgen.

Krankheiten von Gurken breiten sich in Gewächshäusern rasch aus. Arbeiten Sie hygienisch und greifen Sie bei den ersten Anzeichen sofort durch. Mit etwas Umsicht, werden Sie mit Gurkenkrankheiten im Gewächshaus kaum Probleme haben.

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