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Grundierung - Definition

Das Wort Grundierung legt bereits nahe, dass eine untere Schicht, eine Basis, aufgetragen wird, ehe das eigentlich Mittel aufgetragen wird. Das kennen Sie aus der Malerei, aber auch vom Make-up, beim Verputzen etc. Doch was ist dabei der Sinn der Grundierung?

Vor dem Malen muss die Leinwand grundiert werden.
Vor dem Malen muss die Leinwand grundiert werden.

Grundierung in der Malerei

Eine Grundierung ist bei einigen Malereien unerlässlich. Doch warum und wie wird hier vorgegangen?

  • Sie können nicht mit Ölfarbe direkt auf eine Leinwand malen. Die Leinwand würde das Öl der Ölfarbe aufsaugen und die Farben rissig trocknen. Daher brauchen Sie eine Grundierung, ehe Sie mit dem Malen des Bildes mit Ölfarben beginnen. Außerdem haftet die Farbe so besser auf dem Untergrund.
  • Die Grundierung wird also als erste Schicht auf den Keilrahmen gestrichen. Genauer gesagt handelt es sich in der Ölmalerei um mehrere Schichten, die zusammen die Grundierung ergeben. Klassischerweise besteht die Grundierung aus einer ersten Schicht verdünntem Leim. Dann werden mehrere Schichten eines Leim-Kreide-Gemisches aufgetragen. Den Schluss bildet eine letzte Leimschicht mit Weißpigmenten. Heutzutage können Sie auch fertige Grundierungen im Künstlergeschäft kaufen, ebenso wie malfertige Keilrahmen. Gesso ist eine Art Universalgrundierung, welche Sie als Vorbereitung für Öl-, Acryl-, Tempera- und Gouachefarben verwenden können.
  • Nicht nur Leinwände werden grundiert. Im Mittelalter war das Malen auf Holz verbreitet. Da Holz ebenfalls das Öl der Farbe entzieht, muss auch hier grundiert werden.
  • Acrylfarbe kann auf jeden Untergrund aufgetragen werden. Sie müssen den Keilrahmen also nicht grundieren, ehe Sie mit dem Bild anfangen. Dennoch können auch Acrylbilder grundiert werden, um das zu tiefe Eindringen der Farben in die Leinwand zu verhindern und damit der Malgrund glatter ist. Als Grundierung eignet sich unter anderem Acrylbinder, also nicht pigmentierte Acrylfarbe.
  • Eine spezielle Künstlergrundierung ist die Aquarellgrundierung. Diese können Sie auf eine Leinwand auftragen und dann mit Aquarellfarben darauf malen - was ohne Grundierung nicht möglich wäre.

Hier wird ebenfalls grundiert

Nicht nur in der Malerei sind Grundierungen oft essenziell. Wo muss sonst noch grundiert werden?

  • Eine Grundierung ist Teil des Make-ups. Sie wird als erste Schicht auf das Gesicht aufgetragen. Sinn dieser "Foundation" ist es, Unreinheiten und Unebenmäßigkeiten zu kaschieren. Eine matte Grundierung ist bei fettiger Haut geeignet, feuchtigkeitsspendende Foundation lässt das Gesicht strahlen. Unauffällig und natürlich wirken Mousse-Foundations.
  • Wenn Sie schon einmal verputzt haben, wissen Sie, dass Sie den Untergrund zunächst grundieren müssen. Je nach Untergrund gibt es verschiedene Grundierung, die dafür sorgen sollen, dass der Putz haftet und der Untergrund nicht zu viel Feuchtigkeit aufsaugt.
  • Auch beim Streichen von Wänden kann eine Grundierung zum Einsatz kommen, der sogenannte Tiefgrund. Er mindert ebenfalls die Saugfähigkeit des Untergrunds.

Grundierungen haben also vor allem zwei Aufgaben: Zum einen sollen sie verhindern, dass der Untergrund der Farbe die Feuchtigkeit entzieht, zum anderen können sie zu einem besseren Haften der Farben auf dem Untergrund beitragen.

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