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Gründereffekt - der Begriff verständlich erklärt

Der Begriff Gründereffekt stammt aus der Vererbungslehre und bezieht sich auf die unterschiedliche Entwicklung von Populationen unter abweichenden Lebensbedingungen.

Gründereffekt ist ein Begriff aus der Genetik.
Gründereffekt ist ein Begriff aus der Genetik.

Gründereffekt - ein Begriff aus der Genetik

  • Der Begriff Gründereffekt bezieht sich auf den Vergleich des Genpools einer sogenannten Stammpopulation mit dem einer davon abgespalten lebenden Gruppe, die sich bspw. auf einer Insel angesiedelt hat (Gründerpopulation), ohne weiterhin Kontakt zur Ursprungsgruppe zu halten.
  • Der Genpool beinhaltet die gesamten Variationsmöglichkeiten (Allele) der Vererbungsmerkmale einer Population. Lebt eine Gruppe von der Ursprungsgruppe isoliert, weist ihr Genpool durch die geringere Mitgliederzahl im Vergleich auch eine geringere Anzahl solcher genetischen Variationsmöglichkeiten auf. Diese Abweichung vom Genpool der Stammgruppe bezeichnet man als Gründereffekt.
  • Der Gründereffekt hat Folgen für die isoliert lebenden Individuen: Die Gesamtheit ihrer Gene weist im Allgemeinen nicht alle in der Ursprungspopulation vorhandenen Variationsmöglichkeiten der Gene auf. Daher ist die genetische Reaktionsmöglichkeit auf innere und äußere Veränderungen durch „sinnvolle“ Mutationen beschränkt. Dies wiederum kann dazu führen, dass die Gründerpopulation anfälliger ist und im schlimmsten Falle ausstirbt.

Die Bänderschnecke ist ein Beispiel für den Gründereffekt

  • Die Bänderschnecke "landete" durch zivilisatorische Einflüsse Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Nordamerika und siedelte sich dort fernab ihrer Stammpopulation neu an. Zwar wiesen die Individuen die Merkmale der Ursprungsgruppe auf, verfügten aufgrund der geringeren Anzahl an Mitgliedern der Gründerpopulation jedoch über weniger Variationsmöglichkeiten.
  • Zu einem gut untersuchten Beispiel für den Gründereffekt konnten die Bänderschnecken werden, weil man ihre Vererbungsmerkmale an ihren Schneckenhäusern erkennen und vergleichen kann. So ist die Färbung des Gehäuses ein Aspekt der natürlichen Selektion, die bei der isoliert lebenden Gruppe von den Varianten der Stammpopulation abweicht.
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