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Großonkel - so erklären Sie Kindern verwandtschaftliche Verhältnisse

Großonkel - so erklären Sie Kindern verwandtschaftliche Verhältnisse2:57
Video von Brigitte Aehnelt2:57

Die Familienverhältnisse zu klären, ist nicht immer leicht. Wenn Erwachsene von Nichten, Cousins, Urgroßmutter, Patentante, Neffe 3. Grades oder Großonkel sprechen, wissen sie sicherlich, wer gemeint ist, doch für Kinder sind das oft unübersichtliche Bezeichnungen für unbekannte Verwandtschaftsbeziehungen. Informieren Sie sich, wie genau die Stammbaumlinie zusammensetzt, und klären Sie sie Ihren Kinder kindgerecht.

Was Sie benötigen:

  • großes Zeichenpapier
  • Bleistift
  • Buntstifte

Der Großonkel ist ein biologischer oder adoptierter Verwandter

Verwandtschaft umfasst die blutsverwandte Linie zwischen Menschen sowie die Schwägerschaft. Die Bezeichnungen, Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Tochter, Sohn, Großonkel Großvater usw. können je nach Kultur unterschiedlich lauten, jedoch den gleichen verwandtschaftlichen Grad meinen.

  • Schwägerschaft bedeutet eine durch Heirat erweiterte, nicht blutsverwandte Verwandtschaft. Schwager bzw. Schwägerin bezeichnet eine indirekte, verwandtschaftliche Beziehung ähnlich der Geschwisterbeziehung. Laut Gesetz wird bei Scheidung einer Ehe die Schwägerschaft nicht aufgelöst und bleibt bestehen (s. §1590 Abs.2 BGB bzw. §11 Abs.2 LPartG).
  • Eltern sind direkte, biologische Vorfahren zweier Familiengenerationen. Verbindungsglied dieser beiden Generationen ist das "Ich". Man unterscheidet die biologische, juristische und soziale Elternschaft. D. h. biologische Eltern sind der Mann und die Frau, die das Kind gezeugt haben, juristisch kann die Elternschaft durch Adoption übertragen werden, die soziale Elternschaft kann auf homogene oder heterogene Elternteile überragen werden.
  • Vor 1976 blieb bei einer Adoption das Verwandtschaftsverhältnis zur biologischen Ursprungsfamilie mit allen Rechten und Pflichten erhalten. Seit der Reform nach 1976 änderte sich dies. Eine Adoption zerschneidet die rechtlichen Bindungen zur Ursprungsfamilie und der adoptierte Mensch zählt im vollen Rahmen aller verwandtschaftlichen Verhältnisse zur adoptierenden Familie.

Der Großonkel ist fast so alt wie Opa

  • Wie prüfen Sie, wer Ihr Großonkel ist? Konzentrieren Sie sich zunächst nur auf eine Familienlinie. D. h. schauen Sie z. B. in der väterlichen Linie rückwärts. Hat Ihr Vater einen Bruder? Dann wäre dieser Bruder Ihr Onkel. Schauen Sie noch weiter zurück. Hat der Vater (die Mutter) Ihres Vaters, also Ihr Großvater (Großmutter) ebenfalls einen Bruder? Dann ist dieser Mensch, der Bruder Ihres Großvaters (Großmutter), also Ihr Großonkel.
  • Blicken Sie in der Linie Ihrer Mutter zurück. Der Bruder Ihrer Mutter ist Ihr Onkel. Wenn nun Ihre Großeltern (Oma oder Opa) mütterlicher Seite einen Bruder haben, ist er ebenfalls Ihr Großonkel. Sie merken, dass die Familienverhältnisse sehr umfangreich werden, sobald man in die Vergangenheit schaut. Vor allem stoßen Sie immer wieder an die Situation, zwischen väterlicher und mütterlicher Seite differenzieren zu müssen.
  • Noch um 1750 nutzte man Begriffe, wie "Oheim", "Öhm", "Muhme". Diese Ausdrücke bezeichneten die Geschwister der Mutter, während man die Geschwister des Vaters als Onkel bzw. Tante bezeichnete. Differenzieren Sie vor Kindern zwischen "familienfremden" und "familienzugehörigen" Personen.
  • Kindern wurden/wird oft eine gute Freundin bzw. ein Freund als "Tante" oder "Onkel" vorgestellt, die sogenannten "Nennonkel/Nenntanten". Kindern fällt es später schwer, diese "Nenn-Verwandtschaft" von der tatsächlichen Verwandtschaft auseinanderzuhalten. Auch gibt es einen Unterschied zur Patentante bzw. Patenonkel. Beide können, müssen jedoch nicht direkt verwandt sein. Die Begriffe "Tante" und "Onkel" sind sehr familiär und drücken in gewissem Maß eine Nähe aus.
  • Mit einer einfachen Ahnentafel lässt sich ein klares Bild über die verwandtschaftlichen Verhältnisse machen. Menschen mit Forschungsdrang suchen dazu familienbekannte Geburtsorte auf, um kirchliche und städtische Eintragungsregister zu durchforsten. Auf der Basis genauer Geburts- und Sterbedaten lassen sich verwandtschaftliche Verhältnisse, Wohnorte und Konstellationen nachvollziehen und in eine "Ahnentafel" eintragen.

Erstellen Sie mit Ihrem Kind eine einfache Ahnentafel

  1. Nehmen Sie einen großen Zettel. Stellen Sie mit Ihrem Kind die Geschwisterreihe auf. Zeichnen Sie ein Quadrat für Ihre Söhne und einen Kreis für Ihre Töchter. Lassen Sie Ihr Kind ein beliebig farbiges Strichmännchen hinein zeichnen. Darunter schreiben Sie die Namen.
  2. Verbinden sie die Geschwisterlinie mit einem entsprechend langen Unterstrich, von dem ein Längsstrich abführt. An diesen Längsstrich zeichnen Sie ein großes Quadrat und einen großen Kreis, unter den Sie jeweils "Papa" und "Mama" schreiben. Lassen Sie Ihr Kind erneut Strichmännchen einsetzen.
  3. Zeichnen Sie nun eine Linie von "Papa" zum Außenrand und von "Mama" zum anderen Außenrand. Auf diese Linien zeichnen Sie jeweils für Ihre Brüder und Schwestern ein kleineres Quadrat bzw. Kreis.
  4. Erklären Sie Ihrem Kind, dass dies die Geschwister von Vater, als auch der Mutter sind. Schreiben Sie deutlich: "väterliche Seite" - "mütterliche Seite" und dann die Namen der Onkel und Tanten: "Onkel Heinz" Tante Sofie" usw.
  5. Ordnen Sie jedem Onkel und jeder Tante noch deren jeweilige Kinder als Cousin und Cousine zu. Unter die gesamte väterliche und mütterliche Eltern-Geschwisterreihe ziehen Sie jeweils wieder einen Verbindungsstrich mit jeweils zwei Längsstrichen für die Großeltern.
  6. Fahren Sie so fort und ordnen Sie den Großeltern väterlicher Seite und mütterlicher Seite deren Geschwister zu. Dies ist die Ahnenreihe der Großtanten und Großonkel, unter die Sie die jeweiligen Urgroßelternpaare schreiben können.

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