Einst soll Eva ihren Adam mit ihm verführt haben – heute gilt er als Wundermittel
gegen eine Vielzahl von Krankheiten und veredelt in aller Welt die einfache ebenso wie die
gehobene Küche. Die Rede ist vom Granatapfel – auch als Grenadine (und längst nicht mehr
alleine in flüssiger Form) bekannt. Doch was kann man mit der paradiesischen Frucht alles
anstellen – und wie kriegt man sie einigermaßen elegant auseinandergenommen?
- 04.01.2011 Simon Kolzuniak
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
- 1-2 Granatäpfel
- Ein Messer
- Eine Schale
- Eine gut zu reinigende Arbeitsfläche
- Fließendes Wasser zum Abspülen
- Viel Geduld
- Phantasie
Der Granatapfel - Annäherung an eine gesunde Kultfrucht
- Ob als Schnaps, als Nahrungsergänzungsmittel oder als Dekoration im auf dem Salat: Der Granatapfel ist in aller Munde. Doch über die richtige Zubereitung streiten sich die Gelehrten. Die richtige Handhabe fängt beim Einkauf an.
- Ob auf dem Markt, beim Discounter oder im Fachgeschäft: Achten Sie auf die Reife der Frucht, indem Sie überprüfen, ob die Blüte geöffnet, die Konsistenz (wie bei einer guten Birne) eher weich und die Farbe orange ist. Treffen diese drei Kriterien zu, haben Sie den wichtigsten Schritt bereits gemacht.
- Der Granatapfel sieht zwar fast wie ein normaler Apfel aus, erinnert aber beim Öffnen eher an eine geradezu genial verpackte Schale Beeren. Das liegt daran, dass die zahlreichen roten Kerne (angeblich sollen es 613 je Frucht sein) und nicht das harte Fruchtfleisch oder die bittere Fasern das Genießbare an diesem besonderen Obst darstellen.
- Wie bekommt man die Kerne aus der Frucht? Da sie in ihren Kammern gut geschützt sind und der Granatapfel beim Anschneiden stark spritzen kann, sollten Sie auf Nummer sicher gehen und - am besten auf einer freien und gut zu reinigenden Arbeitsfläche - Ihr Unterfangen beginnen: Schneiden Sie um die Blüte herum vorsichtig ein Viereck in die Oberfläche und dann von den vier Eckpunkten aus jeweils einmal herunter eine Linie an den anderen Pol der Frucht. Lösen Sie dann zunächst das Blütenstück heraus. Anschließend brechen Sie die Frucht vertikal in zwei Teile auseinander, brechen diese noch einmal in Viertel und beginnen dann, am besten mit den Fingern die Kerne in eine Schale zu befördern.
- Am effektivsten funktioniert das Schälen, wenn Sie jedes Viertel von außen nach innen andrücken, so dass sich alle Kammern öffnen, und dann mit den Fingern die Kerne von innen nach außen herausschieben.
- Achten Sie dabei insbesondere darauf, die weißen Fasern, die über den Kernen liegen und sehr bitter schmecken, regelmäßig auszusondern.
- Spülen Sie die Granatapfelkerne noch einmal mit Wasser ab, bevor Sie sie weiterverwenden.
- Achtung: Wenn Sie nur den Saft benötigen, genügt es auch, die Viertel direkt auszupressen. Eine Faustregel besagt, dass zwei Granatäpfel einen Viertelliter Saft geben, den Sie z.B. als Grundlage für Limonade, Schnaps oder Soßen nutzen können.
Die Kernfrage: Was tun mit dem gesunden Obst?
- Im Wesentlichen gibt es in der Küche vier Zubereitungsarten für Granatäpfel: Sie können sie zum Backen verwenden, Gelees herstellen, sie als Dekoration gebrauchen oder Vinaigrettes bzw. Soßen mit ihnen veredeln.
- Je nachdem, ob Sie die Kerne eher als Dekoration oder Hauptbestandteil verstehen, sollten Sie mit ein bis zwei mittelgroßen Granatäpfeln für vier Personen rechnen.
- Sie können Granatapfelkerne insbesondere für Salate jeder Art verwenden. Egal ob Sie einen Obstsalat (z.B. mit Mandarinen, Orangen oder Ananas) zubereiten oder die Vinaigrette für einen Blattsalat zubereiten - Granatäpfel sind nicht nur eine gute Zutat, sondern auch eine Augenweide. Das Schöne dabei ist, dass sie sich mit allem, was schmeckt kombinieren lassen.
- Für eine Vinaigrette, die z.B. zu Blattsalat mit Zwiebeln und Tomaten passt, verwenden Sie die Kerne eines halben Granatapfels, einen Esslöffel Essig, zwei Esslöffel Oliven- oder Walnussöl, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker oder etwas Honig. Verrühren Sie die Zutaten gut und fügen Sie sie dem Salat zu. Bei Bedarf können Sie das Dressing natürlich auch mit anderen Zutaten wie beispielsweise Senf oder Knoblauch veredeln.
- Empfohlen wird allerdings, ein Gericht nicht mit zu vielen Zutaten zu überladen, damit die einzelnen Bestandteile noch gut herauszuschmecken sind.
- Eine warme Soße mit Granatapfelkernen schmeckt besonders gut zu Fleisch (insbesondere Geflügel oder Wild). Verwenden Sie hierzu am besten den Saft von ein bis zwei Granatäpfeln (sollten Sie Kerne verwenden, empfiehlt es sich, die Soße später zu passieren - diese Arbeit können Sie sich ersparen) und den Sud des Fleisches oder Brühe, um damit eine in Öl angebratene Zwiebel abzulöschen. Lassen Sie die Soße 45 bis 60 Minuten köcheln.