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Gräserbestimmung - ein Überblick

Gräser sind wohl mit die schönsten Schmuckpflanzen für den Garten, und dabei meist recht pflegeleicht. Vor der Bepflanzung des Gartens sollten Sie sich kurz mit der Gräserbestimmung befassen, damit Sie die richtige Auswahl treffen können. Hier ein Überblick.

Zarte Gräser - vielfältiger Schmuck für den Garten.
Zarte Gräser - vielfältiger Schmuck für den Garten.

Wenn Sie sich mit der Gräserbestimmung beschäftigen, werden Sie erstaunt sein über die Vielfalt der Gräser, die es gibt. Die genauere Kenntnis der Gräser hilft deshalb nicht nur dabei, die Pflanzen jeweils anspruchsgerecht zu platzieren, sondern erweitert auch Ihre Möglichkeiten für das Gartendesign.

Gräserbestimmung - die Kenntnis der grundlegenden Arten und Sorten

  • Als Gräser werden alle mehrjährigen Pflanzen bezeichnet, die nicht verholzen. Charakteristisch ist also, dass sie nicht auf ein sekundäres Wachstum angelegt sind, welches sie dicker werden lassen würde, solche Gewächse werden botanisch auch als krautige Pflanzen bezeichnet. Eine Ausnahme bilden einige Bambus-Grasarten, die durchaus Strukturen ausbilden, die sogar zum Einsatz als Baumaterial geeignet macht.
  • Gräser sind ausdauernd, sie blühen also mehrmals, und ihre Bestäubung findet ausschließlich durch den Wind statt. Das wird windblütig genannt, Nadelbäume sind auch so.
  • Gräser gehören alle zu den Samenpflanzen, innerhalb derer zu den Bedecktsamern (Magnoliopsida). In der Klasse der Bedecktsamer gibt es nun mehrere große Gruppen, eine davon sind die Einkeimblättrigen (Monokotyledonen), in deren Samen typischerweise nur ein Keimblatt angelegt wird. Auch zu den Einkeimblättrigen gehören noch andere Gewächse, es gibt jedoch bei den Einkeimblättrigen eine ganz bestimmte Ordnung, die sich Süßgrasartige (Poales) nennen. Nun sind die Gräser endlich eingegrenzt, sie gehören botanisch alle zu dieser Ordnung.
  • Die Ordnung der Süßgrasartigen teilt sich wiederum in mehrere Familien, von denen im Hinblick auf das Thema Gräser zwei Familien besonders wichtig sind: Die Süßgräser (Poaceae) und die Sauergräser/Sauergrasgewächse (Cyperaceae).
  • Die Gräserbestimmung in Bezug auf die Unterscheidung dieser beiden Hauptfamilien ist ziemlich leicht. Die meisten Süßgras-Arten haben runde Halme, die in verschiedene Abschnitte unterteilt sind. Zwischen diesen Abschnitten sitzen die Nodien, feste, mit Pflanzengewebe gefüllte Knoten, die Stängel selbst sind hohl und marklos. Die Halme der Sauergräser sind meist gefüllt, sie haben keine Nodien und sind häufig eher dreikantig.

Die Gräserbestimmung hilft, die richtigen Gräser für den Garten zu finden

  • Wenn Sie die Gräserbestimmung so weit gelernt haben, dass Sie Süßgräser erkennen können, haben Sie damit auch schon die grundsätzliche Kenntnis an der Hand. Mit der Sie sogar in wilder Natur erkennen können, ob ein bestimmtes Gras für Ihren Garten geeignet ist.
  • Denn das sind die Gräser, die in den meisten Bereichen des Gartens zur Verschönerung eingesetzt werden können. Weil sie alle zur gleichen Ordnung von Pflanzen gehören, ähnlich sich diese Gräser in ihrer Ausstrahlung: Alle zeichnen sich durch zarte Halme und zierliche Blütenrispen aus, die Leichtigkeit ausstrahlen und den Garten optisch auflockern. Es gibt nur wenige Sauergrasgewächse, deren Anpflanzung im Garten denkbar wäre, und diese Riedgräser brauchen auch eher sumpfige Standorte mit saurem Boden, könnten also allenfalls an den Rand eines Gartenteichs gepflanzt werden.
  • Für die normale Gartenerde sind vor allem die Süßgräser von Bedeutung, zu dieser Gruppe gehören auch die vier wichtigsten Gräser-Arten Bambus, Getreide, Schilf und Ziergräser.
  • Sie können im Pflanzenhandel viele Arten von Bambus, Schilf und Ziergräsern kaufen, sogar japanische Ziergräser. Darunter gibt es winterharte Sorten, immergrüne oder leicht silbrig gefärbte Sorten, große Gräser und kleine Gräser, sie alle fühlen sich in normalen Gartenboden wohl.
  • Unter diesen Süßgräsern gibt es bestimmte Gräser, die besonders gut geeignet sind, um als Solitärpflanzen einen besonderen Blickfang darzustellen oder um als Sichtschutz Dienst zu tun.
  • Zu nennen sind hier z. B. Lampenputzergras und Reitgras, Chinaschilf, Pfeifengras und Pampasgras.
  • Experimentierfreudige Gärtner pflanzen auch Gräser an, die sie als Saft auspressen oder trocknen und als Nahrungsergänzung nutzen können, z. B. Gerstengras, Weizengras oder Dinkelgras, oder sie versuchen sich wieder in alten Handwerksarbeiten wie der Strohflechterei.

Für welche Gräser Sie sich auch immer entscheiden, für Allergien anfällige Menschen müssen vorsichtig sein, da beim Pollenflug vieler Gräser Allergene verbreitet werden, die bei ihnen allergische Symptome auslösen könnten. Ansonsten gilt: Viel Spaß mit Ihren Gräsern, “dem Haar der Mutter Erde", wie der Garten-Philosoph Karl Foerster die zarten Pflanzen benannte!

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