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Gold-Standard - Erklärung

Der Begriff Gold-Standard ist ein mittlerweile unterschiedlich gebrauchtes Schlagwort, welches zum einen bestimmte einzigartige Verfahren beschreibt. Zum anderen bezeichnet es ein in der Vergangenheit gebräuchliches Währungssystem. Kritiker des gegenwärtigen Geldsystems setzen auf die Wiedereinführung einer Goldwährung in der Zukunft.

Nationalbanken besitzen neben Devisen viele Tonnen Gold.
Nationalbanken besitzen neben Devisen viele Tonnen Gold.

Der Gold-Standard wird als die erste moderne Währung der Neuzeit bezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg hat er seine Bedeutung verloren. Aus historischer Sicht bleibt er dennoch bedeutend für die Entwicklung der Goldpreise sowie des Edelmetallankaufs und -verkaufs.

Definition des Gold-Standards

Unter Gold-Standard ist eine Währung zu verstehen, deren Einheit in Gold festgelegt ist. Die Grundlage bildet der jeweils aktuelle Goldwert. Eine bestimmte Menge des Edelmetalls bestimmt den Wechselkurs. Geld kann zum einen umgetauscht werden. Zum anderen kann das Edelmetall in eine andere Geldwährung getauscht werden.

  • Die im Umlauf befindlichen Zahlungsmittel sind nur zum Teil Edelmetalle. Ein weitaus größerer Teil besteht aus Wertzeichen (Banknoten und Münzen). Der Edelmetallgehalt der Münzen kann jedoch weniger wert sein als ihr nominaler Wert. Wertzeichen können allerdings bei einer Notenbank zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu einem festen Preis in Gold umgetauscht werden. 
  • Die Golddeckung und somit das Vertrauen in Wertzeichen beruht auf speziellen Regelungen bezüglich des Verhältnisses zwischen Geldmenge und Goldreserven. Zudem besteht Transferfreiheit. Das gelbe Edelmetall ist beliebig über jegliche Landesgrenzen transferierbar.
  • Halten sich mehrere Länder an die Regelungen einer goldgedeckten Währung, besteht ein internationaler Gold-Standard.

Historische Hintergründe der Einführung

  • Die Entstehung dieses goldgedeckten Währungssystems hat mehrere Ursachen. Im Jahr 1717 gab Isaac Newton einen so niedrigen Goldpreis für Silber vor, dass dieses Edelmetall im Geldumlauf keine Verwendung mehr fand. Vielmehr wurde es eingeschmolzen. Der Verkauf erfolgte als Metall mit Silberanteil. Das war im Vergleich zum Wert der Münze profitabler.
  • In Großbritannien und Europa war es auch die Zeit des Beginns der industriellen Revolution. Großbritannien wurde zur Finanz- und Handelsmacht. Länder begannen ihrer Währung einen Goldwert zu geben, damit sie untereinander Handel treiben konnten.
  • Die entstehenden Zentralbanken kümmerten sich um die Währungssicherung und die Aufrechterhaltung der Goldreserven. Eingeführt wurde der Gold-Standard 1870, herrschte bis zum Ersten Weltkrieg vor.
  • Die Wechselkurse wurden zu Beginn der 1930er und nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach und nach freigegeben. Als 1971 US-Präsident Nixon die Bindung des US-Dollars an Gold aufkündigte, endete die Goldbindung der Währungen.
  • Dennoch besitzen viele Staaten neben einem hohen Anteil Devisenreserven bestimmte Goldreserven. Der nationalen Währung ist allerdings kein bestimmter Goldwert garantiert. 

Die am Ende des Jahres 2011 erreichten Goldpreise sind auch ein Ergebnis dessen, das zahlreiche Experten und Anlegern das gelbe Edelmetall als Ersatzwährung ansehen. Einen Nachweis, dass das Edelmetall diese Funktion im Falle des Zussammenbruchs des Finanz- und Währungssystems übernehmen kann, hat es noch nicht erbracht.

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