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Giersch im Garten bekämpfen

Giersch ist ein rasant wachsendes, weiß blühendes Kraut. Viele Hobbygärtner bekämpfen die Pflanze in ihrem Garten erfolglos. Das muss aber nicht sein.

Giersch gilt als Unkraut, ist aber auch nützlich.
Giersch gilt als Unkraut, ist aber auch nützlich.

Allgemeines zu Giersch

Die Pflanze Giersch (Aegopodium podagraria) gehört zur Familie der Doldenblüter. Andere Namen sind Geißfuß, Ziegenfuß oder Dreiblatt. Die Pflanze ist eines der hartnäckigsten Unkräuter und selten im Garten willkommen..

Giersch wächst aus stark wuchernden Rhizomen. Ausbreitung und Vermehrung finden über lange, tief kriechende Ausläufer und über Samen statt. Es bilden sich Kolonien, die in wenigen Jahren großflächige Beete und Rasen überwuchern können. Seine Bekämpfung ist ausgesprochen schwierig.

Ein typisches Merkmal von Giersch sind wechselseitig angeordnete Laubblätter an dreikantigen Stängeln. Je nach Umgebungs- und Witterungseinflüssen wächst die Pflanze als niedriger Bodendecker oder erreicht eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter. Im Juni/Juli blüht Giersch an doppeldoldigen Blütenständen. Die Farbe der unscheinbaren Blüten ist Weiß.

Giersch bevorzugt stickstoffreiche Böden und gedeiht in schattig-feuchten Lagen besonders gut. Die bodennahen Blätter überleben milde Winter, weshalb die Pflanze als teil-wintergrün gilt.

Giersch konsequent jäten

Das hartnäckige Unkraut lässt sich durch konsequentes Jäten schwächen. Entdecken Sie im Frühjahr frische Austriebe der Pflanze, müssen Sie diese umgehend entfernen. Lassen Sie die Pflanze im Garten nie zur Blüte kommen. Jäten kostet viel Geduld und Durchhaltevermögen, ist langfristig jedoch die effektivste Methode den Giersch zu bekämpfen.

Wurzeln roden und mulchen

Hat Giersch eine brachliegende Fläche eingenommen, schneiden Sie noch vor der Blüte alle Pflanzenteile ab. Wichtig ist, dass Sie Aussamen verhindern. Danach graben Sie den Boden mit einer Grabgabel um und sieben die Erde durch. Dabei beachten Sie penibel, dass keine Rhizomstücke oder Ausläufer in der Erde zurückbleiben.

Ist die betroffene Fläche bereits bepflanzt, können Sie weitgehend nur die oberirdischen Pflanzenteile des Gierschs abreißen. Anschließend entfernen Sie die Wurzeln und Ausläufer zwischen den Zierpflanzen so gut wie möglich. Wichtig: Das Unkraut ist immer bestrebt, frei liegende Erde wieder zu erobern. Mulchen Sie deshalb sorgsam alle gerodeten Stellen und entfernen Sie frische Austriebe sofort.

Durch Abdunkeln bekämpfen

Bei der Neuanlage eines vom Giersch überwucherten Beetes hilft ein Trick aus der Permakultur. Mähen Sie die Fläche und decken den Boden komplett mit Pappkarton ab. Darauf geben Sie eine mindestens zehn Zentimeter hohe Erdschicht.

Bepflanzen Sie die Erde mit einjährigen Pflanzen. Nach spätestens zwei Vegetationsperioden ist der Giersch erstickt und die Pappe verrottet. Nun ist eine Neubepflanzung mit Stauden möglich. Die Samen bleiben allerdings lange keimfähig. Behalten Sie das neu angelegte Beet deshalb gut im Auge.

Kartoffeln als Konkurrenz

Kartoffelpflanzen wachsen schneller als Giersch und entziehen dem Boden dabei Nährstoffe und Wasser. Im Laufe einer Vegetationsperiode schwächen sie lästiges Unkraut massiv. Auch der ausbreitungswütige Giersch leidet unter der Konkurrenz.

Herbizide gegen Giersch

Viele, für den privaten Gebrauch zugelassene Unkrautvernichter sind gegen Giersch machtlos. Sogar Herbizide, wie sie in der Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen, zeigen langfristig nur bedingt Wirkung.

Im Handel sind Unkrautvernichtungsmittel speziell gegen Giersch erhältlich. Ihre Wirkung beruht auf der Basis sogenannter Wachstumsregulatoren. Der große Nachteil von Gierschfrei und Co.: Gelangt die Substanz auf benachbarte Stauden, erleiden diese ebenfalls Schäden. Lediglich für Gehölze stellen derlei Unkrautvernichter keine Gefahr dar.

Allgemeine Erfahrungen mit derartigen Produkten sind recht unterschiedlich. Aufwandmenge, Applikationsmethode, Zeitpunkt und Wiederholungsintervalle scheinen großen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser speziellen Giersch-Vernichter zu haben.

Giersch aus dem Garten essen

Giersch ist essbar. Statt ihn als Feind im Garten zu bekämpfen, ernten und verspeisen Sie ihn. Die Pflanze ist reich an Kalium, Kalzium, Mangan, Zink, Magnesium und Kupfer. Sie enthält Vitamin A und sehr viel Vitamin C.

Frische Blattschösslinge können Sie von März bis April roh oder als Salat essen. Sie schmecken wie eine Mischung aus Möhre und Petersilie. Die Blätter ohne Stängel lassen sich ganzjährig wie Spinat zubereiten. Die Blüten sind ebenfalls essbar. Verfeinern Sie Ihren Salat oder dekorieren Sie Ihre Speisen damit.

Vorsicht: Essen Sie den Giersch nur, wenn Sie ihn sicher erkennen können. Bitte beachten Sie die Verwechslungsgefahr mit giftigen oder ungenießbaren Gewächsen. Eine Ähnlichkeit der Blüten besteht mit der Bibernelle oder dem hochgiftigen Schierling. Die Heilpflanze Wald-Bieberwurz ähnelt kurz nach dem Austrieb ebenfalls dem Giersch.

Giersch als Heilpflanze

Giersch wird auch Zipperleinskraut genannt. Dies ist vermutlich seinem Ruf als Heilpflanze gegen Gicht geschuldet. Seine Inhaltsstoffe sollen Linderung bei Rheuma und Arthritis bringen.

Man sagt der Pflanze krampflösende, blutreinigende und leicht harntreibende Eigenschaften nach. Seine Inhaltsstoffe sollen gegen Sonnenbrand und die Auswirkung von Insektenstichen helfen. Wissenschaftliche Belege hierfür fehlen jedoch.

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