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Gewohnheitsrecht einhalten - so informieren Sie sich richtig über das ungeschriebene Gesetz

Das Gewohnheitsrecht ist nicht geschriebenes Recht. Es entsteht dadurch, dass es tatsächlich ausgeübt (lateinisch consuetudo) wird und allgemeine Anerkennung findet (lateinisch opinio necessittatis, bzw. opinio iuris). Es gibt auch lokal begrenztes nicht geschriebenes Recht, dies ist dann das Gewohnheitsrecht, das in einer Gemeinde gilt.

Informieren Sie sich über das Gewohnrechtsrecht, dass auch Richterrecht genannt wird!
Informieren Sie sich über das Gewohnrechtsrecht, dass auch Richterrecht genannt wird!

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 Lernen Sie das geltende Gewohnheitsrecht kennen

Gewohnheitsrecht entsteht nicht durch ein gewöhnliches Verfahren und es wird auch nicht aufgeschrieben. Sie können es nicht in einer Gesetzessammlung nachlesen. Gewohnheitsrecht ist ungeschriebenes Recht. Es wird lange ausgeübt und allgemein anerkannt. Viele Rechtsordnungen sehen Gewohnheitsrecht als eigenständige Rechtsquelle an. Es steht in einem Konkurrenzverhältnis zum geschriebenen Recht. Das nicht geschriebene Recht ist genauso verbindlich wie das geschriebene Recht, außer die Rechtsordnung verlangt nach einer geschriebenen Regel.

    • Im kanonischen Recht werden drei Arten von Gewohnheitsrecht unterschieden: erstens das gesetzeswidrige, zweitens das Rechtslücken füllende und drittens das außergesetzliche Gewohnheitsrecht.
    • Im Völkerrecht kommt dem Gewohnheitsrecht eine besonders große Bedeutung zu. Das deutsche Recht sieht die Möglichkeit vor, Gewohnheitsrecht anzuerkennen.
    • Der Richter muss in einem laufenden Verfahren das Gewohnheitsrecht von Amts wegen berücksichtigen. Dies ist normiert in § 293 ZPO.
    • Es wird teilweise im geschriebenen Recht auf ungeschriebenes Gewohnheitsrecht verwiesen, beispielsweise in § 346 HGB (Handelsbräuche) oder § 242 BGB (Leistung nach Treu und Glauben).
    • In Deutschland kann niemand wegen einem nicht niedergeschriebenen Straftatbestand verurteilt werden, dies würde gegen die Verfassung verstoßen. Die Strafbarkeit muss vor der Tatbegehung normiert gewesen sein.
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