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Gewicht einer Lokomotive - Interessantes

Lokführer steht als Berufswunsch für kleine Jungs ganz oben auf der Hitliste. Damit Sie auf drängende Fragen seitens des technisch interessierten Nachwuchses nicht blank da stehen, kommt hier die Antwort auf die Frage zum Gewicht einer Lokomotive.

Die Lokomotive ist das schwerste Teil des Zuges
Die Lokomotive ist das schwerste Teil des Zuges

Lokomotiven sind Triebfahrzeuge, die im Gegensatz zu anderen Triebfahrzeugen (z.B. Triebwagen) weder Passagiere noch Gepäck befördern können. Sie dienen lediglich dazu, die Waggons zu ziehen. Gemeinsam ist ihnen das große Gewicht, durch welches sie locker auch mal das Doppelte einer Boeing 737 auf die Waage bringen können. Es geht hier um Größenordnungen zwischen im Schnitt 30 und 180 Tonnen. Je nach Art und Baureihe der Lokomotive können immense Unterschiede im Gewicht klaffen.

Das Gewicht einer Lokomotive nach Art des Fahrzeuges

  • Die zu Beginn der Eisenbahnzeit verwendeten Dampflokomotiven waren wohl die schwersten Exemplare ihrer Art. Die nordamerikanischen Güterloks führen die Tabelle an, bei ihnen gab es Baureihen mit Fahrzeugen über 500 Tonnen. Schließlich mussten alle Brennstoffe mitgeführt werden und auch der Dampfkessel der Lok mitsamt dem mitgeführten Wasser wiegt nicht gerade wenig.
  • Dieselloks benötigen diesen Ballast nicht und sind um etliches leichter. 120 Tonnen wiegt eine sechsachsige Diesellok im Schnitt, ihre in Deutschland häufiger verwendeten vierachsigen Verwandten sogar nur etwa 80 Tonnen.
  • Ein ähnliches Gewicht gilt für Elektrolokomotiven. Je nach Größe und Baureihe wiegen sie ebenfalls zwischen 80 und 120 Tonnen.

Warum sind Lokomotiven so schwer? - Interessantes

  • Zuerst einmal ist das natürlich von der Art der Lok abhängig. Eine Dampflok, die einen Dampfkessel und Unmengen an Wasser mitführen muss, gewinnt schon alleine dadurch an Masse.
  • Auch die Bauweise spielt eine entscheidende Rolle. Gerade ältere Modelle wurden in massiver Stahlbauweise gefertigt, da es zum damaligen zeitpunkt keine Alternativen hierfür gab.
  • Der wirtschaftliche Vorteil resultiert aus den Gesetzen der Physik. Die Räder liegen auf den Schienen und werden durch das Gewicht der Lok als Anpressdruck fest auf die Schienen gedrückt. Bei der Fahrt kommt dann die Haftreibung zum Tragen. Diese Kraft verhindert das Durchdrehen der Räder. Je schwerer die Lok ist, umso weniger Reibung entsteht. Wäre sie zu leicht, würde sie nicht fahren, der der Reibekoeffizient zwischen Stahl (Räder) und Stahl (Schienen) ist zu gering. Im Umkehrschluss heißt das: Je weniger Reibeverlust entsteht, umso mehr Gewicht kann die Lok ziehen.

Dennoch ist Gewicht nicht gleich Gewicht. Die in den Baureihen genannte Angabe bezieht sich jeweils meistens nur auf das Leergewicht. Viel wichtiger in der Praxis ist aber das sog. Dienstgewicht. Hier werden die Verbrauchsmaterialien der Lok zum Leergewicht dazuaddiert. Das macht allerdings nur bei Diesel- oder Elektroloks Sinn. Bei Dampflokomotiven ist die Nennung des Dienstgewichtes nicht üblich, weil der Verbrauch während der Fahrt rapide abnimmt und die Gewichtsangabe zu stark schwanken würde, um verlässlich zu sein.

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