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Geschlechtschromosomale Vererbung - Erklärung

Die geschlechtschromosomale Vererbung ist die Weitergabe von Merkmalen auf einem der beiden Geschlechtschromosomen, also auf dem X- oder Y-Chromosom. Diese Koppelung an die Geschlechtschromosomen bringt gewisse Gesetze und Wahrscheinlichkeiten mit sich - wie zum Beispiel bei der Hämophilie, der Bluterkrankheit, die fast nur Männer kriegen.

Merkmale, die auf dem X-Chromosom weitergegeben werden, werden geschlechtschromosomal vererbt.
Merkmale, die auf dem X-Chromosom weitergegeben werden, werden geschlechtschromosomal vererbt.

Das ist ein geschlechtschromosomaler Erbgang

Merkmale wie Augenfarbe oder Größe, aber vor allem auch sämtliche Vorgänge, Beschaffenheiten und Funktionsweisen des Organismus sind in den Genen vorgegeben - und diese bilden die Chromosomen. Der Mensch hat 46 Autosomen und zwei Gonosomen. Letztere bestimmen das Geschlecht - beim Mann sind es die Chromosomen YX, bei der Frau XX -, Erstere codieren andere Vorgänge und Merkmale.

  • Autosomen treten immer paarweise auf. Zwei Chromosomen eines Paares codieren die gleichen Informationen - wenn auch in jeweils anderer Ausprägung. So kann das eine Chromosom blaue Augen codieren, während das andere braune codiert. Ein Merkmal ist dabei dem anderen gegenüber dominant und setzt sich durch oder beide treten gleichberechtigt auf.
  • Auch die Gonosomen, die Geschlechtschromosomen, treten paarweise auf. Beim Mann sind sie aber nicht homolog, denn dieser hat ein Y- und ein X-Chromosom. Eine geschlechtschromosomaler Vererbung bedeutet, dass ein Merkmal auf einem der Geschlechtshormone weitergegeben wird. Das stößt gewisse Überlegungen an, was die Verteilung des Merkmals auf die beiden Geschlechter betrifft.

Die Vererbung der Hämophilie als Beispiel

Die geschlechtschromosomale Vererbung soll nun anhand der Hämophilie, der Bluterkrankheit, verdeutlicht werden.

  • Das Merkmal "Bluter" wird auf dem X-Chromosom vererbt, und zwar rezessiv, es setzt sich also nicht durch, wenn das andere X-Chromosom diesen Defekt nicht hat. Frauen können also nur an Hämophilie erkranken, wenn ihre beiden X-Chromosomen das Merkmal tragen, was so gut wie nie der Fall ist.
  • Männer können Bluter sein, da sie nur ein X-Chromosom haben. Trägt dieses die Information "Bluter", ist der Betroffene Bluter, da die Information nicht von einem anderen X-Chromosom ohne Defekt dominiert wird.
  • Frauen können Konduktorinnen sein, also das Merkmal weitergeben, ohne selbst krank zu sein. Eine Frau kann nur erkranken, wenn ihr Vater Bluter und ihre Mutter Konduktorin ist und das defekte X-Chromosom des Vaters und das defekte X-Chromosom der Mutter weitergegeben wird - und dies ist, wie gesagt, so gut wie nie der Fall. Männer können mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an Hämophilie erkranken, wenn die Mutter Konduktorin ist, weil sie vom Vater ja das Y-Chromosom bekommen und von der Mutter eines der X-Chromosomen. Väter können das Merkmal Hämophilie daher nur an Töchter weitergeben, die aber nicht erkranken, weil sie ein gesundes X-Chromosom von der Mutter erhalten.
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