Geschäftsfahrzeug - Leasing oder Kauf wählen

Leasing oder Kauf sehen Sie dem Fahrzeug nicht an. Leasing oder Kauf sehen Sie dem Fahrzeug nicht an.
Wenn Sie in Ihrer Firma ein Geschäftsfahrzeug anschaffen, haben Sie meistens ganz klare Vorstellungen vom Modell und vom Preis. Sie müssen nur noch die Frage entscheiden, ob Sie Leasing bevorzugen oder das Auto lieber doch kaufen wollen.
Günter Schulz
03.11.2011 Günter Schulz

Für einen Privatmann ist es eigentlich egal, ob er ein Fahrzeug kauft oder lieber zum Leasing greift. Ganz anders liegt der Fall, wenn Sie als Unternehmer diese Entscheidung treffen.

Vor- und Nachteile beim Leasing

  • Wenn Sie ein Geschäftsfahrzeug leasen, geht dieses nicht in Ihr Eigentum über und wird damit auch nicht Bestandteil des Betriebsvermögens. Sie können alle Ausgaben für das Leasing-Fahrzeug von der Steuer absetzen, sofern Sie es mehr als 50 % betrieblich nutzen. Den Anteil Ihrer privaten Nutzung bestimmen Sie nach der 1-Prozent-Regelung. Danach wird Ihnen ein Prozent des Anschaffungswertes monatlich als zu versteuernde Einnahme angerechnet.
  • Zu den Vorteilen gehört besonders, dass die hohen Anschaffungskosten eines Geschäftsfahrzeuges entfallen. Zumeist leisten Sie eine anfängliche Sonderzahlung, die sich nach dem Wert des Fahrzeugs, der Laufzeit des Vertrages und Ihrem Verhandlungsgeschick bestimmt. Danach zahlen Sie nur noch die monatlichen, steuerlich absetzbaren Leasingraten.
  • Leasingverträge haben eine relativ kurze Laufzeit. Sie bekommen ein Neufahrzeug, haben alle Garantien und tauschen es meistens schon wieder aus, bevor die erste TÜV-Untersuchung fällig ist. Gerade wenn Sie sehr viele Kilometer jedes Jahr fahren, lohnt sich dies.
  • Allerdings müssen Sie bei Leasingverträgen beachten, dass häufig Kilometerleistungen auf die Vertragsdauer begrenzt werden. Liegen Sie bei Ende des Vertrages über dieser Zahl, müssen Sie für jeden überzähligen Kilometer nachzahlen. Schätzen Sie die Kilometerleistung also möglichst realistisch ein, auch wenn sich dadurch die Raten im Leasing erhöhen.
  • Da Ihnen das Fahrzeug nicht gehört, erwartet der Leasinggeber, dass Sie es am Ende der Vertragslaufzeit in einem alters- und leistungsgemäßen Zustand zurückgeben. Jede Beule, jeder Kratzer wird von einem Gutachter geschätzt und kann ebenfalls zu einer Nachzahlung führen.
  • Nachteilig ist, dass es nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, einen Leasingvertrag vorzeitig zu beenden. Wenn Sie in einen finanziellen Engpass geraten, müssen Sie die monatlichen Leasingraten dennoch aufbringen.

Vor- und Nachteile beim Kauf vom Geschäftsfahrzeug

  • Ein gekauftes Geschäftsfahrzeug wird Bestandteil Ihres Betriebsvermögens und kann regelmäßig bei der Steuer abgeschrieben werden. Die Umsatzsteuer, die im Kaufpreis enthalten ist, wird sofort mit der nächsten Umsatzsteuererklärung zu Ihren Gunsten berücksichtigt.
  • Gerade wenn Sie nicht vorhaben, Ihr Geschäftsfahrzeug regelmäßig durch ein neues  Fahrzeug zu ersetzen und Sie auch nicht so viele Kilometer im Jahr fahren, dass dies alle zwei oder drei Jahre nötig ist, sparen Sie sich die monatlichen Leasingraten. Sie haben dann nur die gewöhnlichen Unterhaltskosten für Steuern und Versicherung.
  • Sollte es wirtschaftlich eng werden, können Sie das Fahrzeug verkaufen und mit den zusätzlichen Mitteln Engpässe überbrücken.
  • Außer dem einmaligen Vorteil der Umsatzsteueranrechnung und der jährlichen Abschreibung hat das gekaufte Geschäftsfahrzeug keinen besonderen Steuereffekt mehr auf Ihre Firma.
  • Mit zunehmendem Alter wird das Geschäftsfahrzeug Kosten produzieren, die Sie auffangen müssen. Auch wenn Sie Reparaturen steuerlich absetzen können, belasten diese zunächst Ihre Einnahmen. 

Die Entscheidung, ob Sie bei einem Geschäftsfahrzeug Kauf oder Leasing wählen, hängt viel von der Verwendung Ihres Fahrzeugs ab. Manchmal ist es auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob Sie lieber Eigentum haben wollen oder im Grunde zur Miete fahren.

Diese Anleitung
Leser-Tipps Ihren Tipp zur Anleitung schreiben

1400 Zeichen verbleibend.