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Gerichtsvollzieherausbildung - Inhalt und Dauer

Ein Beruf, der viele Facetten hat, ist der des Gerichtsvollziehers. Als Interessent oder Bewerber sollten Sie über die Gerichtsvollzieherausbildung informiert sein, denn dieser Beruf kann nicht von jedem ausgeübt werden.

Der Gerichtsvollzieher treibt Schulden ein.
Der Gerichtsvollzieher treibt Schulden ein.

Es gibt zahlreiche Angelegenheiten, bei denen es um Geldforderungen geht. Diese landen in vielen Fällen vor den zuständigen Gerichten. Dies bedeutet im Umkehrsinn aber nicht, dass die dort erlassenen Urteile von den Schuldnern danach auch eingehalten werden. Es gibt auch andere Aufgaben, wie beispielsweise durchzusetzende Wohnungsräumungen oder die Abnahme eidesstattlicher Versicherungen. Wegen dieser Umstände ist es nötig, Menschen zu haben, die für die Durchsetzung berechtigter Forderungen eingesetzt werden. Hier ist im speziellen der Beruf des Gerichtsvollziehers zu nennen. Wenn Sie bereits im Justizdienst tätig sind oder sich für diesen Beruf interessieren, soll Ihnen aufgezeigt werden, wie sich eine Gerichtsvollzieherausbildung gestaltet.

Die Voraussetzungen für die Gerichtsvollzieherausbildung

  • Für eine Gerichtsvollzieherausbildung kommen in aller Regel nur ausgebildete Justizfachwirte in Betracht. Seit dem Jahr 2001 können allerdings auch andere Bewerber berücksichtigt werden, wenn keine geeigneten Bewerber aus dem Justizbereich verfügbar sind. Das Mindestalter beträgt in beiden Fällen 24 und das Höchstalter 45 Jahre.
  • Als Seiteneinsteiger sollten unter anderem Kenntnisse im juristischen oder kaufmännischen Bereich mit einer fünfjährigen Berufserfahrung vorliegen. Sie sollten keine Vorstrafen haben und müssen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Geordnete Verhältnisse im wirtschaftlichen Bereich sind ebenfalls zwingend notwendig.

Die Dauer der Gerichtsvollzieherausbildung und ihre Inhalte

  • Durchgeführt wird die Ausbildung in den Justizschulen der jeweiligen Länder. Als externer Bewerber erhalten Sie vor der Gerichtsvollzieherausbildung eine sechsmonatige vorbereitende Ausbildung, die Kenntnisse des Berufsbildes Justizfachwirt vermittelt.
  • Die Dauer der Gerichtsvollzieherausbildung beträgt 18 Monate und gliedert sich in drei Bereiche. Dabei handelt es sich um die fachtheoretische und die praktische Ausbildung sowie die Prüfung. Die fachtheoretische Ausbildung wird in drei Lehrgängen absolviert. Der Lehrgang A dauert fünfeinhalb Monate, der Lehrgang B zwei Monate und eine Woche und der Lehrgang C zwei Wochen. Hier werden die Rechtskenntnisse sowie EDV-Kenntnisse vermittelt. Die Handlungskompetenzen werden etwa in Gruppenarbeiten oder Planspielen gelehrt.
  • Bei der praktischen Ausbildung werden die erworbenen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt. Wenn Sie den Lehrgang B erfolgreich beendet haben, können Sie bereits mit Gerichtsvollzieheraufgaben betraut werden. Nach dem Abschluss des Lehrgangs C erfolgt die schriftliche Prüfung, die in sechs Klausuren und einer mündlichen Prüfung durchgeführt wird. 
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