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Gemeinsames Konto ohne Ehe - das sollten Sie beachten

Ein gemeinsames Konto ohne Ehe kann funktionieren, muss aber nicht. Missbraucht ein Partner das Vertrauen des Anderen oder gehen Sie auseinander, riskieren Sie ohne grundlegende Absprachen oder Kontrolle Ihren guten Namen.

Geldprobleme gefährden die Freundschaft.
Geldprobleme gefährden die Freundschaft. © Benjamin_Thorn / Pixelio

Wenn Sie ohne Ehe mit einem Partner zusammenleben und ein gemeinsames Konto einrichten, sollten Sie sich gegenseitig absprechen, in welcher Form und inwieweit jeder einzelne Partner über das Konto verfügen kann. Beherzigen Sie den Grundsatz: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!".

Ein gemeinsames Konto setzt Vertrauen voraus

  • Wenn Sie ein gemeinsames Konto ohne Ehe führen, dürfte Ihr Interesse dahin gehen, die Bankgebühren für ein zweites Konto zu sparen oder ein Haushaltskonto einzurichten.
  • Bedenken Sie, dass ein gemeinsames Konto, für das Sie mit dem Partner oder der Bank keine die Verfügungsbefugnis beschränkende Absprachen treffen, jedem Partner gleichermaßen offen steht. Ihr Partner kann also jederzeit über das gesamte Guthaben auf diesem Konto verfügen, kann es in Absprache mit der Bank überziehen und im Fall einer streitigen Auseinandersetzung oder Ihrer Trennung faktisch leer räumen. Sie können dagegen nichts tun. Allenfalls können Sie von Ihrem Partner verlangen, dass er einen Teil des Guthabens an Sie erstattet. Ansprüche gegen die Bank haben Sie jedenfalls nicht.
  • Sie müssen sich auch bewusst sein, dass jeder Partner für ein überzogenes Konto gleichermaßen gegenüber der Bank haftet. Die Bank kann Sie alleine auffordern, einen entstandenen Saldo wieder auszugleichen. Sie können die Bank nicht darauf verweisen, dass Ihr Partner das Konto leer geräumt hat.
  • Sie sollten also mit Ihrem Partner konkrete Absprachen treffen. Am besten wäre, wenn Sie das Konto nur als Haushaltskonto führen und beide Partner von einem anderen Konto ihren Beitrag zum Lebensunterhalt auf dieses Konto überweisen. Sie riskieren so zumindest nicht Ihr gesamtes Geld.

Ohne Ehe sind Absprachen unabdingbar

  • Wird Ihrer beider Gehalt auf ein gemeinsames Konto ohne Ehe überwiesen, sollten Sie absprechen, dass jeder Partner maximal bis zur Höhe des ihm zustehenden Gehalts über das Guthaben verfügen kann. Solange sich Ihr Partner daran hält, gibt es keine Probleme. Hält er sich nicht daran, können Sie dagegen faktisch nichts tun, allenfalls vor ihm über Ihr Guthaben verfügen.
  • Eine weitere Sicherheit können Sie einrichten, indem Sie mit der Bank bei der Einrichtung des Kontos klipp und klar vereinbaren, dass jeder Partner alleine nur bis zur Höhe eines bestimmten und festzulegenden Betrages über das Konto verfügen kann. Verfügungen, die über diesen Betrag hinausgehen, darf die Bank dann nicht zulassen. Beachten Sie aber, dass nicht jede Bank bereit ist, diesen Verwaltungsaufwand nachzuvollziehen.
  • Sie können ein gemeinsames Konto ohne Ehe auch als echtes "Und-Konto" einrichten. Dann können Sie immer nur beide gemeinsam über das Konto verfügen. Ein Überweisungsträger muss von beiden Partnern unterzeichnet sein. Bei einem online-geführten Konto dürfte dies aus technischen Gründen wiederum schwierig werden.
  • Im Ergebnis ist also festzustellen, dass Sie gut beraten sind, ein eigenständiges Konto zu führen und ein gemeinsames Konto ohne Ehe allenfalls als Haushaltskonto einzurichten. Verstehen Sie diesen Hinweis so, dass er nicht das Misstrauen gegenüber Ihrem Partner begründen soll. Er ist vielmehr Grundlage dafür, dass Unstimmigkeiten in Ihrer Beziehung gar nicht erst entstehen um kein Partner Grund hat, dem Anderen zu misstrauen.
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