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Gehaltsrechner für Auszubildende – so gehen Sie vorherigen

Auszubildende, die eine regelmäßige Ausbildungsvergütung erhalten, unterliegen ebenso wie andere Arbeitnehmer der Lohnsteuer und der Sozialversicherung. Allerdings gibt es für Auszubildende noch einiges zu beachten, was Gehaltsrechner im Internet meist nicht berücksichtigen.

Auch bei Ausbildungsvergütung fallen Abzüge an
Auch bei Ausbildungsvergütung fallen Abzüge an © Lupo / Pixelio

Übliche Gehaltsrechner funktionieren häufig nicht 

Für Auszubildende gibt es drei Besonderheiten, die die üblichen Gehaltsrechner in der Regel nicht beachten:

  • Die sogenannte 400-Euro-Grenze – auch als Minijob-Grenze bekannt – gilt für Auszubildende nicht. Das bedeutet, auch wenn der Verdienst unter 400 € liegt, wird nach Lohnsteuerkarte versteuert und werden Sozialversicherungsbeiträge abgeführt.

  • Die sogenannte Gleitzonenregelung – für Verdienste zwischen 400 und 800 € - gilt für Auszubildende ebenfalls nicht. Die Gleitzonenregelung bedeutet, dass während dieser Verdienstgrenzen nicht die vollen Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden, sondern prozentual weniger. Die prozentualen Abzüge steigen mit steigendem Verdienst, so dass bei 800 € die vollen Abzüge abgeführt werden. Auszubildende dagegen haben immer die vollen Beiträge zu bezahlen.

  • Allerdings gilt für Auszubildende die sogenannte Geringverdienergrenze, die bei derzeit 325 € monatlich liegt. Das bedeutet, dass bis zu diesem Verdienst der Arbeitgeber die vollen Sozialversicherungsbeiträge bezahlt, und der Auszubildende gar nichts zu bezahlen hat. Diese Regelung gilt nur für Auszubildende! 

Beispiele für Auszubildende 

  • Ein Auszubildender erhält monatlich 320 € Ausbildungsvergütung und hat die Lohnsteuerklasse I. Es entstehen keine Abzüge, der Nettoverdienst liegt bei 320 €. Eine Lohnsteuer wird nicht abgezogen, der Arbeitgeber trägt die vollen Sozialversicherungsbeiträge – also Arbeitnehmer und Arbeitgeberanteil.

  • Ein Auszubildender erhält eine monatliche Ausbildungsvergütung von 500 €. Es wird ebenfalls die Lohnsteuerklasse I angenommen. Ein Lohnsteuerabzug fällt nicht an, da die Steuerfreigrenze noch nicht erreicht wurde. Sozialversicherungsabzüge werden allerdings vorgenommen in Höhe von 20,475% ( KV 15,5%, PV 1,95%, RV 19,6%, AV: 3,0% ), also 102,38 €, wodurch ein Nettolohn von 397,62 € verbleibt.

  • Ein Auszubildender erhält eine monatliche Vergütung von 1000 €. Da die Steuerfreigrenze überschritten wird, fallen bereits Lohnsteuerabzüge an. Bei diesem Bruttoverdienst sind das 14,41 € Lohnsteuer und 1,29 € Kirchensteuer – falls der Auszubildende einer Kirche angehört. Die Lohnsteuer kann nicht in % angegeben werden, allerdings funktioniert ab einem Verdienst von 800 € jeder Gehaltsrechner im Internet, da ab dieser Grenze keine Besonderheit mehr für Auszubildende zu beachten ist. Die Sozialversicherungsabzüge liegen bei 20,475 € und werden in Höhe von 204,75 € in Abzug gebracht. Es verbleibt ein Nettoverdienst von 779,55 € 

Wenn Sie also Ihre Nettoausbildungsvergütung selbst errechnen möchten, sollten Sie wissen, dass bis zu 325 € keine Abzüge und zwischen 325 € und 900 € Abzüge in Höhe von 20,475 € vorgenommen werden. Ab 800 € funktionieren die üblichen Gehaltsrechner.

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