Alle Kategorien
Suche

Gehärtetes Glas - darauf sollten Sie beim Umgang damit achten

Die Bezeichnung gehärtetes Glas oder Sicherheitsglas ist etwas irreführend, denn das Material ist in erster Linie nicht besonders hart, sondern vorgespannt. Dieser Umstand hat einige wichtige Folgen.

So zerbricht gehärtetes Glas.
So zerbricht gehärtetes Glas. © Florentine / Pixelio

Das ist gehärtetes Glas

  • Gehärtetes Glas wird auch als Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Sekurit bezeichnet. Sie sollten aus den Bezeichnungen nicht schließen, dass es ein extrahartes und beanspruchbares Material, wie etwas Panzerglas, ist. Der Begriff "Sicherheit" bezieht sich bei dem Material darauf, dass es in harmlose Bruchstücke zerfällt. Es können keine großen und gefährlichen Scherben entstehen.
  • Sie kennen ESG mit Sicherheit aus dem Auto: Alle Scheiben, die nicht aus einem Verbund von zwei Scheiben mit Folie bestehen, sind aus diesem Stoff. Bei modernen Autos sind zumindest die Seitenfenster noch aus ESG. Der Volksmund sagt auch "Krümelglas", was sehr deutlich auf die Eigenschaft hinweist. Beim Auto ist es aus Sicherheitsgründen erwünscht, dass ein paar Scheiben bei einem Unfall zerkrümeln, damit Helfer an die Insassen kommen können, wenn die Türen nicht mehr aufgehen.
  • Die Härtung des Werkstoffs erinnert an das Härten von Metallen, bewirkt aber in erster Linie eine Vorspannung. Das Material wird in einem Vorspannofen auf 620 °C erhitzt und anschließend mit kalter Luft abgeschreckt. So entstehen Zonen mit unterschiedlicher Spannung, was im Bruchfall zu dem beschriebenen Effekt führt.

Umgang mit ESG

  • So gehärtetes Glas ist nur unwesentlich stabiler oder härter als Ungehärtetes. Der Werkstoff ist meist gegen stumpfe Gewalt recht stabil. Sie können zum Beispiel gegen eine Scheibe aus ESG mit der Faust oder der flachen Hand schlagen, ohne dass etwas passiert.
  • Schon kleine Schäden an der Oberfläche, die durch spitze Gegenstände, Bohrer oder Glasschneider entstehen, führen aber dazu, dass es in kleine, krümelartige Stücke zerfällt. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn Sie mit einem Schlüssel heftig anklopfen.
  • Diese Eigenschaft führt dazu, dass Sie das Material weder zuschneiden noch bohren können. Das Problem ist nicht die Härte - es gibt viele Werkzeuge, die mit dem Härtegrad kein Problem haben -, sondern die Vorspannung. Schon ein kleiner Ritz an der Oberfläche führt zur totalen Zerstörung.
Teilen: