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"Geh dahin, wo der Pfeffer wächst!" - Bedeutung der Redewendung einfach erklärt

Es gibt im deutschen Sprachraum viele Redewendungen dessen Bedeutung dem Verwender dieser "Sprüche" oft nicht vollkommen klar ist. Oder wissen Sie genau was mit "Geh dahin, wo der Pfeffer wächst" ursprünglich gemeint war?

Veränderte Reisegewohnheiten nehmen manchen Redewendungen die gewünschte Härte.
Veränderte Reisegewohnheiten nehmen manchen Redewendungen die gewünschte Härte.

Wer dahin geht, wo der Pfeffer wächst, hat einen weiten Weg vor sich

Viele Redewendungen werden zwar im richtigen Zusammenhang genutzt, aber die eigentliche Bedeutung oder in welchem genauen Kontext diese ursprünglich gebraucht wurden, bleibt den meisten doch verborgen. Wenn es Ihnen ebenso geht, sind Sie hier in bester Gesellschaft. "Geh dahin, wo der Pfeffer wächst" wird wohl auch bei den nachfolgenden Generationen noch seine Anwendung finden, jedoch wird die eigentlich ausgedrückte Härte dieses Wunsches immer mehr abgemildert.

  • Der Ausspruch des Wunsches, dessen Erfüllung darin liegt, dass jemand dahin geht, wo der Pfeffer wächst, setzt ein kurz zuvor eingesetztes starkes Ärgernis voraus. Mit dieser Redewendung geben Sie demjenigen, für den der Ausspruch bestimmt ist, zu verstehen, dass Sie ihn am liebsten für eine lange Zeit nicht mehr sehen möchten.
  • Es lässt sich zwar nicht mehr festlegen, wann der Spruch erstmalig verwendet wurde, aber es ist davon auszugehen, dass zu dieser Zeit eine Reise in die Pfefferanbaugebiete (Malaysia, Indien, Indonesien ...), eben dahin, wo der Pfeffer tatsächlich wuchs, eine sehr lange und beschwerliche Prozedur darstellte.
  • Somit war davon auszugehen, dass der Betreffende, wenn er den Weg tatsächlich wie gefordert gehenderweise antritt, in absehbarer Zeit nicht mehr von dem Verwender der Redewendung gesehen werden musste. Da man hier auch den Rückweg mit einzubeziehen hat, dürfte bei buchstabengetreuer Erfüllung eine sehr lange Zeit vergangen sein, bis sich die beiden Kontrahenten wiedersehen würden.

Der Fortschritt nimmt so mancher Redewendung ihre Härte

  • Jemanden heute dazu aufzufordern, dahin zu gehen, wo der Pfeffer wächst, sagt zwar im Grunde auch aus, dass Sie nicht wünschen diese Person in nächster Zeit wiederzusehen, jedoch geht das Extreme hierbei etwas verloren.
  • Heute wird niemand mehr eine lange Reise zu Fuß antreten. Auch wenn es immer noch heißt "geh", ist das Wort "gehen" vielfach nur ein Synonym für andere Fortbewegungsarten geworden. Somit ist eine heutige Reise nach beispielsweise Malaysia und wieder zurück kein Vergleich mit einem Fußmarsch dieser Strecke. Da zur heutigen Zeit ganz andere Möglichkeiten gegeben sind, würde die Erfüllung dieses Wunsches heute nur eine Zeitspanne von wenigen Tagen abdecken.
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