Kopfläuse kommen sehr häufig vor und werden überwiegend im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wenn die Köpfe eng beieinander stehen. Ansonsten sind sie harmlos und kein Grund sich zu schämen. Im Übrigen können Sie auch Kopfläusen vorbeugen. Wie das geht, lesen Sie hier.
- 11.05.2011 Margarete Link
Den Kopfläusen wirksam entgegentreten
- Kopfläuse kann jeder bekommen und sie haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie kommen auf Köpfen von Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht vor. Kopfläuse sind kleine, flügellose, bis zu 6 mm lange ovale Insekten mit sechs Beinen. Ihre Farbe geht von Schwarz bis Grau oder Hellbraun. Sie bewegen sich relativ schnell auf der Kopfhaut und sind daher meist nur schwer zu entdecken. Sie können aber nicht fliegen oder springen, wie etwa Flöhe, und Sie können Kopfläusen auch wirksam vorbeugen.
- Menschen können von dreierlei Lausarten heimgesucht werden. Das sind die Kopfläuse, die Kleiderläuse und die Filzläuse. Am häufigsten ist jedoch die Kopflaus (Pediculus humanus capitis).
- Eine Kopflaus legt Eier (Nissen), aus denen sich nach sieben bis zehn Tagen Larven entwickeln. Wenn die Larve nicht innerhalb der nächsten zwei Stunden eine Mahlzeit aus Ihrem Blut erhält, stirbt sie ab. Ausgewachsene Läuse saugen ebenfalls alle zwei bis drei Stunden Ihr Blut, können aber problemlos mehrere Tage ohne Nahrung durchhalten. Werden die Läuse regelmäßig genährt, sind sie schon nach 10 Tagen geschlechtsreif. Als erwachsene Laus legt sie täglich bis zu 10 Eier in der Nähe des Haaransatzes ab. Im Lauf ihres Lebens legt eine Laus bis zu 200 Eier ab. Das Leben einer weiblichen Laus dauert in der Regel etwa einen Monat.
- Da Ihre Haare stetig wachsen, wandern die Nissen immer weiter von der Kopfhaut weg. Je weiter weg die Nissen also zu finden sind, desto länger besteht der Lausbefall schon. Eier, die sich bereits ein paar Zentimeter von der Kopfhaut entfernt befinden, sind ungefährlich, da sie leer sind. Die ideale Temperatur für Läuse ist zwischen 25 °C und 28 °C. Aber kühle Temperaturen mögen sie gar nicht. So sind Läuse bei einer Temperatur von 10 °C praktisch bewegungsunfähig. Gefriertemperaturen können sie nicht überleben.
- Kopfläuse gehören auch nur zu den Menschen selbst und den Affen. Auf Haustiere gehen Menschenläuse nicht, sie müssen also nicht behandelt werden. Andersherum können Sie sich also auch nicht von einem Haustier anstecken.
Der "Pediculus humanus capitis" wirksam vorbeugen
- Da Läuse nicht so einfach zu sehen sind, könnten aber vielleicht trotzdem schon welche da sein. Um das Problem vielleicht vorhandener Kopfläuse auszuschließen oder falls ein Kind in Ihrer Umgebung bereits Kopfläuse hat, können Sie vorbeugend Folgendes tun: Schließen Sie Mützen, kleine Gegenstände wie Kuscheltiere und auch Kleider für mehrere Tage in einen Plastiksack ein.
- Kleider und Textilien einmal vorbeugend bei 60 °C waschen und abschließend im Wäschetrockner trocknen.
- Gegenstände vorbeugend für einen Tag in einem verschlossenen Plastiksack in die Kühltruhe bei -18 °C stecken.
- Bürsten und Kämme in einer Kernseifenlauge waschen und für mindestens drei Tage nicht benutzen. Dies empfiehlt sich auch, wenn bereits Läuse da sind.
- Im ganz krassen Fall und wenn sie sehr gründlich vorbeugen wollen, empfiehlt sich ein dreiwöchiger Urlaub mit allen Wohnungsbewohnern, denn drei Wochen ohne menschliches Blut überlebt keine (vielleicht anwesende) Laus und auch die (vielleicht) geschlüpften Nissen nicht, damit ist Ihre gesamte Wohnung dann in jedem Fall wieder lausfrei, falls sich schon welche eingenistet haben sollten.
- Normalerweise reicht jedoch vorbeugend das gründliche Saugen der Wohnung aus, ein hinzugezogener Kammerjäger, der übertrieben Insektizide versprüht, ist, ebenso wie panische Putzorgien, überflüssig.
- Um Nissen zu entfernen, die unsichtbar an den Haaren festkleben könnten, machen Sie Folgendes: Geben Sie auf einen Liter Wasser 500 ml normalen Haushaltsessig und spülen Sie damit die Haare aus. Kämmen Sie anschließend die Haare sorgfältig mit einem Nissenkamm (Apotheke) aus und streifen den Kamm auf etwas Toilettenpapier aus. Das Toilettenpapier entsorgen Sie danach wie gewohnt.
- Ist Ihr Kind bisher von den Kopfläusen verschont geblieben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es bei auseichendem Vorbeugen auch keine bekommen wird und das Kind kann bedenkenlos in die Schule oder den Kindergarten gehen.
- Auch Leute, die einen Kopflausbefall hatten und in der Apotheke ein Mittel gegen Kopfläuse erworben und auch angewendet haben sollten, können bereits am ersten Tag nach der Behandlung wieder Kontakt zu allen anderen Menschen aufnehmen.
- Im Zweifelsfall sollten Sie immer ein Mittel gegen Kopfläuse in Ihrem Haushalt bereithaben. Sollten in Ihrer Umgebung Kopfläuse bekannt werden, können Sie vorbeugend gleich reagieren und vorsichtshalber eine Kopfhautbehandlung gegen Kopfläuse durchführen.