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Garantiezeit für Elektrogeräte - das sollten Sie beachten

Bei Elektrogeräten ist es wichtig zu wissen, wie lange die Dauer der Garantiezeit beträgt. Denn wenn Elektrogeräte währenddessen einmal kaputtgehen, können Sie Reparatur verlangen.

Die Garantiezeit der Elektrogeräte herausfinden
Die Garantiezeit der Elektrogeräte herausfinden

Die Garantiezeit und die Gewährleistung

  • Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass gesetzlich Unterschiede zwischen Garantie und Gewährleistung bestehen. Diese sind voneinander zu trennen. Die Gewährleistung ist im BGB geregelt und tritt ein, wenn ein Mangel an einer gekauften Sache vorliegt.
  • Ein solcher Mangel liegt vor, wenn die vereinbarte und vertragliche Beschaffenheit der Sache von dem tatsächlichen Zustand abweicht. Das ist der Fall, wenn ein Fehler an der Sache vorliegt, beispielsweise, wenn Elektrogeräte beim ersten Gebrauch nicht heizen. Dann haben Sie grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.
  • Sie können einmal Reparatur verlangen, dort, wo Sie die Elektrogeräte gekauft haben. Dann muss der Händler Ihnen das Gerät auf seine Kosten reparieren. Sollte die Reparatur einmal unverhältnismäßig sein, sprich mit zu hohen Kosten verbunden, können Sie neue Elektrogeräte erhalten.
  • Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, vom Kauf zurückzutreten und den Kaufpreis zurückzuverlangen. Dies geht aber nur, wenn ein Mangel vorliegt und Sie eine Frist gesetzt haben.

Gewährleistung ist das, was Ihnen laut Gesetz beim Kauf von Ware zusteht und diese ist nach der EU-Richtlinie 1999/44/EG sehr umfassend und bietet zusammen mit der kostenlosen Herstellergarantie eine gute Sicherheit für den Endverbraucher.

  • Die Gewährleistung,  auch Mängelhaftung oder Mängelbürgschaft genannt, ist Bestandteil des Kaufs und schützt Sie davor, dass Sie ein Produkt schon im defekten Zustand gekauft haben. In dem Fall sind auch versteckte Mängel erfasst, also solche, die erst während eines längeren Gebrauchs entstehen. In den ersten sechs Monaten haben Sie einen so umfassenden Gewährleistungsanspruch, dass Sie noch nicht mal beweisen müssen, dass das Gerät von Anfang an mangelhaft war. Wenn ein Elektrogerät innerhalb dieser Frist kaputtgeht, brauchen Sie dieses nur beim Verkäufer zu reklamieren und dieser muss auf seine Kosten für Abhilfe sorgen. Angenommen, ein Elektrogerät ist mit einem zu schwachen Schalter ausgestattet, genügt es, dass der Schalter versagt. Sie müssen nicht beweisen, dass dieser zu schwach war.
  • Gewährleistung/Garantie nach sechs Monaten: Die Gewährleistungsfrist beträgt insgesamt zwei Jahre. Aber nach sechs Monaten haben Sie nur noch Ansprüche gegen den Verkäufer, wenn Sie den Mangel beweisen können. (Beweislastumkehr). Die Garantie ist ein freiwilliges Versprechen, das in der Regel der Hersteller einer Ware abgibt. Da das Versprechen freiwillig ist, kann er es auch weitgehend frei gestalten. Tritt in dieser Zeit ein Defekt an einem Gerät auf, kann der Verkäufer die Gewährleistung ablehnen, falls Sie nicht beweisen können, dass ein Mangel ab Kauf vorgelegen hat, z. B., ein zu schwacher Schalter eingebaut war. In der Herstellergarantie kann auf die Beweislastumkehr verzichtet worden sein, das heißt, Sie werden beim Hersteller einen Ersatz bekommen.
  • Garantieansprüche: Im Gegensatz zur Gewährleistung, bei der laut Gesetz festgelegt ist, was Ihnen mindestens als Ersatz zu steht, gibt es solche Regelungen bei der Garantie nicht. Hier heißt es, die Garantiebedingungen genau zu studieren. In der Regel müssen Sie das Gerät auf Ihre Kosten zum Hersteller transportieren und dieser entscheidet, ob er repariert, einen Nachlass gewährt oder ein Ersatzgerät liefert. Auch kann er oft den Garantieanspruch zurückweisen. Meistens sind Sie beweispflichtig, dass der Mangel nicht durch Sie verursacht worden ist.
  • Keine Ansprüche können Sie geltend machen, wenn Sie das Gerät selbstständig öffnen oder anderweitig versuchen zu reparieren.
  • Neben den oben genannten Punkten gibt es einige weitere Faktoren, die dazu führen können, dass eine Garantie bei Elektrogeräten nicht länger greift und somit Schäden selbst getragen werden müssen. Doch sind diese nicht allgemein auf sämtliche Produkte verteilt, sondern ganz individuell angesiedelt.
  • So können Smartphones, Tablets oder Notebooks durch Feuchtigkeit beschädigt werden, was für große Schäden in der Elektronik sorgt und den Anspruch auflöst. Die meisten dieser Geräte verfügen zur Kontrolle über Klebestellen, die sich bei einer zu hohen Feuchtigkeit verfärben.

Elektrogeräte haben eine bestimmte Garantiezeit

  • Weiterhin davon zu unterscheiden ist die Garantie. Diese wird grundsätzlich von dem Hersteller gewährt, kann aber auch vom Händler gewährt werden. Sie kann zusätzlich zur Gewährleistung gelten, muss aber nicht vorliegen.
  • Die Garantie hat keine gesetzliche Garantiezeit, kann also auch individuell festgesetzt werden. Grundsätzlich gilt sie zwei Jahre. Es kann aber auch schon mal vorkommen, dass Händler eine längere Garantiezeit gewähren. Dies liegt in deren Ermessen. 

Verlängerung von Ersatzansprüchen bei Elektrogeräten

Im Handel werden sogenannte Rundum-Sorglos-Pakete für teure Elektrogeräte angeboten, diese sind eine Garantieverlängerung über die zwei Jahre hinaus auf fünf Jahre. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Schauen Sie genau hin, was man Ihnen anbietet. Versprochen werden Ihnen kostenlose Reparaturen oder ein Ersatzgerät, wenn das Elektrogerät innerhalb dieser Frist kaputtgeht. Häufig sind aber Schäden durch normale Abnutzung ausgeschlossen und Sie müssen den Grund des Schadens beweisen. Auch gibt es Probleme, wenn eine Reparatur nicht möglich ist, denn Ihnen steht kein Neugerät als Ersatzgerät zu.
  • Obwohl die Garantieverlängerung beim Kauf des Elektrogerätes angeboten wird, ist sie in der Regel keine Leistung des Verkäufers oder des Herstellers, sondern ein Abschluss eines Versicherungsvertrages. Diesen können Sie schnell und unkompliziert beim Kauf abschließen, in seltenen Fällen auch später.
  • Die Garantieverlängerung ist in erster Linie der Verkauf einer Reparaturversicherung. Wie beim Abschluss einer jeden Versicherung nützt es nichts, sich erst dann damit zu beschäftigen, wenn der Defekt schon eingetreten ist. Um sich davor zu schützen, dass schon defekte Geräte versichert werden, bieten die Gesellschaften diese Verträge meistens nur an, wenn sie direkt beim Kauf abgeschlossen werden. Wenn Sie Glück haben, können Sie so einen Vertrag auch noch innerhalb der Gewährleistungspflicht abschließen.
  • Für die Möglichkeit, die Garantie eines Geräts zu verlängern, müssen Sie sich also zumindest zeitnah zum Kauf entscheiden, also in einer Zeit, in der Sie ohnehin noch Gewährleistungsansprüche haben. Experten halten das Preis-Leistungs-Verhältnis für fraglich und warnen davor, zu hohe Erwartungen in das Garantieversprechen zu stellen. Wenn Sie sich weiter informieren möchten, hilft Ihnen dieser Bericht über Garantieverlängerung der Zeitschrift TEST.

Bewahren Sie bei allen Neukäufen den Kassenbeleg gut auf! Am besten legen Sie ihn zu Ihren wichtigen Unterlagen, damit er im Gebrauchsfall auch schnell aufzufinden ist.

Weitere Autoren: Roswitha Gladel, Martina Amann, Viktor Peters

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