Für ein Praktikum eine Bezahlung aushandeln - so kann es klappen

Ein Praktikum sollte fair bezahlt werden. Ein Praktikum sollte fair bezahlt werden.
Ein Praktikum kann viel bringen – Fertigkeiten, Wissen, wertvolle Arbeitserfahrungen und Pluspunkte in einer Bewerbungsmappe. Doch bei der Vergütung sieht es oft anders aus. Für ein Praktikum eine faire Bezahlung zu erhalten, ist machbar, wenn man gut verhandelt. Mehr dazu in diesem Artikel.
Marco Montalbano
02.02.2012 Marco Montalbano
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Selbstbewusstsein
  • Verhandlungsgeschick

Für ein Praktikum eine Bezahlung aushandeln

Zuerst sollten Sie sich klar machen, in welcher Position Sie sich befinden. Denn in einigen Fällen ist eine Bezahlung für das Praktikum gesetzlich vorgesehen, in anderen wiederum nicht.

  • Treten Sie eine Praktikumsstelle an, um dort berufliche Fähigkeiten, etc. zu erwerben, haben Sie gemäß §17 BbiG - Berufsbildungsgesetz sogar Anspruch auf eine Vergütung. Handelt es sich nur um ein sehr kurzes Praktikum zum „Hereinschnuppern“ oder Pflichtpraktika im Rahmen universitärer oder schulischer Ausbildung, besteht keine gesetzliche Verpflichtung für das Unternehmen, Ihnen etwas zu zahlen. Freiwillige Leistungen sind natürlich jederzeit möglich.
  • Um eine Vergütung auszuhandeln, müssen Sie der Unternehmensleitung klar machen, welchen Nutzen die Firma durch Ihre Anwesenheit haben wird. Hierzu gehört auch, dass Sie Vorkenntnisse und eigenständige Arbeitsweise glaubhaft versichern können, damit Ihre Unterweisungen im zeitlichen Rahmen bleiben und Unternehmensmitarbeiter nicht im Übermaß beansprucht werden.
  • Die Praktikumsdauer sollte schon sechs bis zwölf Monate betragen, damit sowohl Sie als auch das Unternehmen den optimalen Nutzen davon haben. Dabei bleibt Ihnen einerseits genug Zeit, Informationen und Wissen zu erwerben und zu festigen, andererseits hat die Firma nach Ihrer Einweisung genug Zeit, auch von Ihrer Arbeit über eine gewisse Spanne zu profitieren. Das kann für Sie eines der schlagenden Argumente sein, wenn Sie wegen einer Bezahlung verhandeln.
  • Weisen Sie darauf hin, engagiert mitarbeiten zu wollen und auf Ihre Bereitschaft, gelegentlich auch Aufgaben zu übernehmen, von denen Sie nur wenig oder gering profitieren, wenn wirklich „Not am Mann“ ist. Dabei sollten Sie betonen, dass der finanzielle Aspekt auch einen gewissen Stellenwert für Sie hat.

Abwägen zwischen Lernen und Verdienen

  • Sie sollten sich immer vor Augen halten, inwieweit ein Praktikum Sie voranbringen kann. Wenn Sie sicher sind, ein Praktikumsplatz in einem bestimmten Unternehmen oder Branche bringt Ihnen viel, kann es durchaus sinnvoll sein, diesen auch bei geringer oder gar keiner Bezahlung anzutreten, vorausgesetzt, es ist Ihnen finanziell möglich. Gerade in begehrten Bereichen wie der Medienbranche kann dies oft der Fall sein.
  • Die Bezahlung für ein Praktikum liegt im Schnitt bei 300 bis 500 Euro. Spitzenverdienste liegen etwa bei 700 bis 900 Euro. Mehr sollte Sie skeptisch machen. Dann ist es angebracht, zu hinterfragen, wie das Tätigkeitsfeld genau aussieht, um nicht als billige Arbeitskraft für wenig anspruchsvolle Tätigkeiten, vielleicht sogar im Akkord, verheizt zu werden.
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