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Frührealismus - Erklärung

Als Frührealismus wird eine literarische Epoche bezeichnet, die zeitlich gesehen vor dem Realismus liegt und zwischen 1815 und 1848 (Wiener Kongress bis Märzrevolution) einzuordnen ist.

Die Werke des Frührealismus waren politisch motiviert.
Die Werke des Frührealismus waren politisch motiviert.

Frührealismus - eine Reaktion auf politische Verhältnisse

Der Frührealismus kann unterteilt werden in drei Bereiche: Vormärz, Biedermeier und die Bewegung „Junges Deutschland“. Alle drei Strömungen entwickelten sich zum Teil zeitlich parallel und entstanden aus der Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen und der Enttäuschung über die Ergebnisse des Wiener Kongresses. Die Autoren, die sich diesen Gruppen zugehörig fühlten, prangerten mit ihrer Arbeit auf unterschiedliche Weise konservative gesellschaftliche Werte an.

  • Junges Deutschland: Hier fanden sich Schriftsteller zusammen, die vor allem in politischer Hinsicht motiviert waren und die Literatur in dieser Hinsicht erneuern wollten. Sie wandten sich gegen die Vorrechte des Adels und engagierten sich u. a. für Gleichheit sowie Presse- und Meinungsfreiheit. Zudem machten sie sich für die Rechte der Frauen stark und forderten die Bildung einer Demokratie.
  • Vormärz ist eine Bezeichnung für eine nicht klar begrenzte Gruppe von Schriftstellern bzw. ihrer Werke, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Ihre Ausrichtung war politisch und ihre Forderungen eindeutig revolutionär, da sie eine Veränderung der gesellschaftlichen Ordnung verlangten, welche auf eine deutliche Verbesserung der Lebensumstände vor allem der bislang Benachteiligten zielen sollte.
  • Biedermeier: Ein anderer Teil der von der politischen Entwicklung enttäuschten Autoren wirkte hingegen sozusagen im Stillen. Die Erfindung der literarischen Figur Gottlieb Biedermaier gab der Bewegung ihren Namen und stand für einen Ausbund an Spießbürgertum, welches die Anhänger dieser Strömung aufs Korn nahmen.

Beispiele für Vertreter und Werke des Frührealismus

Im Folgenden können nur einige bekannte Vertreter des Frührealismus Erwähnung finden:

  • Junges Deutschland: Heinrich Heine (Das Buch der Lieder), Theodor Mundt (Thomas Münzer), Heinrich Laube (Struensee).
  • Vormärz: Heinrich Heine (Deutschland ein Wintermärchen), Annette von Droste-Hülshoff (Die Judenbuche), Georg Büchner (Dantons Tod), Bettina von Arnim (Dies Buch gehört dem König).
  • Biedermeier: Franz Grillparzer (Der Traum ein Leben), Adalbert Stifter (Nachsommer). Zwar werden einige weitere Autoren wie Nestroy oder Hauff ebenfalls mit dem Biedermeier in Verbindung gebracht, die eindeutigsten Formen dieser Epoche finden sich jedoch häufig in weit verbreiteter Alltagsliteratur wieder, bspw. in Literaturkalendern.
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