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Friesenpferde - Wissenswertes über die "schwarzen Perlen"

Bestimmt geraten auch Sie ins Schwärmen, wenn Sie Friesenpferde sehen. Diese majestätischen schwarzen Tiere fallen sogar dann auf, wenn sie nur auf der Weide stehen und Spaziergänger mit ihren intelligenten Augen beobachten.

Friesenpferde sind wahre Traumpferde und werden sehr häufig als Fotomotiv verwendet.
Friesenpferde sind wahre Traumpferde und werden sehr häufig als Fotomotiv verwendet. © Maren_Beßler / Pixelio

Weiterer Autor: Claudia Ollmann

Die Ursprünge der Friesenpferde

  • Das friesische Pferd stammt ursprünglich aus der Provinz Friesland und ist eine niederländische Pferderasse. Im 16. Jahrhundert, als die Niederlande von den Spaniern besetzt wurden, kreuzten diese ihre spanischen Pferde in die zunächst eher im Kalblutstil gezogene Pferderasse ein.
  • Seit dieser Zeit werden Friesen absolut rein gezüchtet. Deshalb wird für jeden Friesen, der im niederländischen Zuchtverband eingetragen werden soll, ein Inzuchtfaktor bestimmt, der besagt, wie hoch das Genom des Pferdes mit Inzucht belastet ist.
  • Das barocke Zeitalter prägte die Rasse, wie sie heute bekannt ist. Die Pferde wurden gezielt für Paraden und fürstliche Kutschen gezüchtet. Die Friesen wurden in diesem Zeitalter auch gezielter auf ihre schwarze Farbe hin gezüchtet,;als Rappen kommt ihre majestätische Haltung noch mehr zur Geltung.
  • Vor der Industrialisierung waren die Friesenpferde auch in der Landwirtschaft tätig.
  • Die Rasse war Anfang des 19.Jahrhunderts beinahe ausgestorben und konnte mithilfe dreier friesischer Deckhengste gerettet werden.

Die Entwicklung der Rasse

  • Aufgrund ihrer Statur, der recht großen Hufe und des Fesselbehangs wirken die Friesen wie Kaltblüter. Auch wurden sie füher als Arbeitstiere in der Landwirtschaft verwendet und sind noch immer besonders als Kutschengespanne eine ideale Besetzung.
  • Da es diese Rassepferde früher von Rittern als Streitrosse verwendet wurden, kann davon ausgegangen werden, dass im Mittelalter die Friesen wesentlich kräftiger gebaut waren, Reiter in voller Rüstung tragen zu können.
  • Es ist bekannt, dass die Friesenpferde im Zeitalter des Barocks mit iberischen Pferderassen wie dem „Andalusier“ gekreuzt wurden; aber auch das Blut der „Kladruber“, einer tschechischen Pferderasse, fließt in ihnen. Dies alles beeinflusste Ihre Gangart und auch ihren Körperbau bis heute maßgeblich. Sie zählen seitdem auch zu den „Barockpferden“.

Körperbau und Aussehen der Friesenpferde

  • Friesenpferde gibt es als Glanzrappen, Rappen und Sommerrappen. Sehr häufig haben sie auch lange Fesselbehänge. Ihr Körperbau ist sehr muskulös und doch geschmeidig, Ihr Kopf ist länglich mit großen Augen, der dennoch exotisch und edel wirkt. Sie haben eine sehr lange Mähne und einen langen, hoch angesetzten Schweif, was Ihr majestätisches Auftreten noch unterstreicht.
  • Weiße Fellabzeichen sind nicht erlaubt. Fohlen mit weißen Beinen oder der dominanten Veranlagung zum Fuchs werden nicht in die Zucht aufgenommen. Ein kleiner Stern auf der Stirn wird bei Stuten toleriert. Große Blessen dürfen auf keinen Fall vorkommen.
  • Friesen fallen nicht nur durch ihre majestätische Körperhaltung, sondern auch durch ihre raumgreifenden Gangarten auf.
  • Das Stockmaß beträgt im Durchschnitt 1,60 m. Friesenpferde können aber auch sehr viel größer werden. Unterstützt wird ihre Größe auch durch ihre langen Beine und die aufrechte Körperhaltung.

Das Wesen der schwarzen Perlen

  • Diese Pferde sind sehr anhänglich ihrem Besitzer gegenüber und sanft in ihrem Charakter. Besitzerwechsel verkraften sie nicht sehr gut, es sei denn, der neue Besitzer investiert viel Zeit und Geduld. Ein Friese ist für Familien geeignet, da er gerne mit sich schmusen lässt und Reitanfängern gegenüber geduldig ist. Er kann aber auch temperamentvoll und feurig sein, doch launig ist er nie.
  • Friesenpferde werden gerne als Reitpferde für Individualisten bezeichnet. Das liegt vor allem daran, dass sie nur bedingt für die klassischen Verwendungen wie Springen und Rennen geeignet sind. Die Friesen sind sehr intelligent und lernen gerne. In der Dressur und im Fahrverein vor der Kutsche, aber auch zum Freizeitreiten außerhalb einer Reitschule, sind Friesen sehr wohl zu gebrauchen. In anderen Sparten haben einfach andere Pferderassen die Nase vorn, was vor allem daran liegt, dass der Friese nicht so gerne hohe Hürden springt und zum Rennen viel Konditionstraining benötigt, um dann meist doch von einer leichteren Jagdpferderasse übertrumpft zu werden.

Wenn Sie schon auf einem Friesen geritten sind, wird Ihnen aufgefallen sein, dass er einen langen Rücken hat, der sich auch recht hart anfühlt. Mancher Reiter hatte auch ein Problem mit den breiten Rippen des Tieres. Aber bereut hat einen solchen Ritt noch niemand.

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