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Französisch verabschieden? - So stoßen Sie Gastgeber nicht vor den Kopf

Unter einer französischen Verabschiedung versteht man das möglichst unauffällige und unbemerkte Verlassen einer Party oder eines anderen gesellschaftlichen Anlasses. Damit Sie mit Ihrem Weggang, ohne sich zu verabschieden, niemanden vor den Kopf stoßen, gibt es dafür dennoch kleine Regeln.

Durch gutes Benehmen zeigen Sie Respekt und Wertschätzung.
Durch gutes Benehmen zeigen Sie Respekt und Wertschätzung.

Wenn Sie sich französisch verabschieden, bedeutet dies, dass Sie möglichst ohne Aufhebens und Verabschiedung eine Gesellschaft verlassen. Die Franzosen selbst nennen dies "Filer à l’anglaise" und die Engländer haben dafür den Begriff "Leave the French way". Ziemlich verwirrend! Bei aller Notwendigkeit für den diskreten Abgang dürfen Sie dennoch nicht außer Acht lassen, dass der Gastgeber sich mit der Einladung Mühe gegeben hat. Sie sollten ihn deshalb keineswegs vor den Kopf stoßen und ihm den nötigen Respekt zukommen lassen.

Französisch verabschieden bei einer Essenseinladung

  • Sich bei einer Essenseinladung französisch zu verabschieden, darf normalerweise nur dann infrage kommen, wenn Ihr Abgang ungewöhnlich frühzeitig erfolgt. Dafür müssen Sie jedoch gute Gründe haben. Unwohlsein, ein früher Termin am nächsten Morgen oder ein wartender Babysitter ist allerdings eine nachvollziehbare Entschuldigung für frühzeitiges Verlassen einer Gesellschaft.
  • Trotz des dringenden Wunsches, möglichst schnell aufzubrechen, sollten Sie sich bei einer Einladung zum Essen dennoch niemals unmittelbar nach dem letzten Bissen aus dem Staub machen. Sie könnten sonst den Eindruck erwecken, lediglich zur Nahrungsaufnahme aufgetaucht zu sein. Warten Sie noch etwa 30 Minuten und verziehen Sie sich erst dann.
  • Wissen Sie bereits im Vorfeld, dass Sie zeitig aufbrechen müssen, ist es sinnvoll, zumindest den Gastgeber gleich bei Ankunft darüber in Kenntnis setzen. So können Sie sich später unauffällig aus dem Staub machen.
  • Würden Sie sich in einem solchen Fall offiziell verabschieden, könnte dies eine allgemeine Aufbruchstimmung anderer Gäste nach sich ziehen, die einen enttäuschten Gastgeber zurücklassen.
  • Dennoch sollten Sie zumindest versuchen, sich diskret vom Gastgeber zu verabschieden. Ist dies nicht möglich, weil alle Anwesenden in ein angeregtes Gespräch vertieft sind, verschwinden Sie unauffällig.
  • Keinesfalls dürfen Sie es jedoch versäumen, am nächsten Tag beim Gastgeber anzurufen und sich für die Einladung zu bedanken. War dieser über den Grund Ihres frühzeitigen Aufbruchs im Bilde, können Sie auf wiederholte Erklärungen verzichten. Kam Ihr Verschwinden jedoch auch beim Gastgeber "französisch" an, schulden Sie ihm eine Erklärung.

Große Party, viele Gäste - so machen Sie sich aus dem Staub

  • Wenn viele Gäste auf einer Party rumstehen und sich angeregt miteinander unterhalten, können Sie sich durchaus französisch verabschieden. Es sein denn, Sie möchten noch ein Stündchen für Umarmungen, Erklärungen und Small Talk dranhängen.
  • Dem Gastgeber sollten Sie jedoch Ihren Aufbruch zumindest signalisieren. Unterhält dieser sich gerade angeregt oder tanzt er voller Hingabe, verzichten Sie darauf, ihn zu unterbrechen. Suchen Sie stattdessen Blickkontakt und winken Sie kurz zum Abschied. Wenn Sie möchten, begleitet von der typischen "Wir-telefonieren"-Geste. Dann verlassen Sie diskret die Party.
  • Ist der Gastgeber jedoch nicht auffindbar und Sie können sich nicht von ihm verabschieden, bitten Sie vor Ihrem Aufbruch einen anderen Party-Gast darum, Grüße und eine kurze Begründung auszurichten. Auf einen persönlichen Anruf am Folgetag sollten Sie dennoch nicht verzichten.
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