Der Traum vom Fliegen - kostengünstig ist er mit einem Flugschein für ein Ultraleichtflugzeug zu erfüllen. Doch vor dem Schein steht die Prüfung, in der Sie beweisen müssen, dass Sie theoretisch und praktisch in der Lage sind, ein Ultraleichtflugzeug zu fliegen. Dabei sollten Sie dafür sorgen, dass Ihre Chancen auf ein Bestehen der Prüfungen möglichst groß sind.
- 27.01.2012 Jens Wilke
Was Sie benötigen
Hierbei könnten Sie Hilfe brauchen
Vorbereitung ist die halbe Pilotenausbildung
Heutzutage können Sie an den meisten Sportflugplätzen in Deutschland einen Flugschein für ein Ultraleichtflugzeug machen. Dabei sind dies heute nicht mehr nur klapprige Drahtgestelle, sondern es gibt sie auch als vollwertige, einmotorige Sportflugzeuge, die für den Laien kaum mehr von anderen Sportflugzeugen zu unterscheiden sind. Bevor Sie die notwendigen ca. 5000,-€ auf den Tisch legen und sich in die Ausbildung stürzen, sollten Sie aber gut recherchieren.
- Fliegen ist gefährlich! Umso wichtiger ist eine fundierte und qualifizierte Ausbildung. Vergleichen Sie mehrere Flugschulen miteinander. Die Preisangaben für die Ausbildungskosten sind teilweise undurchsichtig und gerne werden mal Landegebühren oder Prüfungsgebühren unterschlagen. Auch sind Kosten für Funksprechzeugnis, fliegerärztliche Untersuchung und Führungszeugnis meist nicht im Preis enthalten.
- Versuchen Sie, im Internet Informationen von Menschen zu bekommen, die in der von Ihnen favorisierten Flugschule ausgebildet wurden. Denn wo überall anders auch gibt es gute und schlechte Anbieter. Und praktische Erfahrungen sind die verlässlichste Bewertung.
- Die Fluglehrer der Schule sollten selbst über eine ausreichende Anzahl an Flugstunden auf einem Ultraleichtflugzeug verfügen. Dies ist keineswegs selbstverständlich.
- Lesen Sie Bücher über die Fliegerei. Dies ersetzt nicht die spätere Ausbildung. Aber wenn Sie Informationen über Flugschulen einholen, hilft ein gewisses Maß an Grundwissen über die Fliegerei dabei, die richtigen Fragen zu stellen und Informationen richtig einzuordnen.
Den Flugschein für ein Ultraleichtflugzeug macht man so
- Es beginnt damit, dass Sie sich einer fliegerärztlichen Untersuchung unterziehen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie auch tatsächlich die körperlichen Anforderungen für einen Flugschein erfüllen. Außerdem müssen Sie ein Funksprechzeugnis für Flugfunk machen.
- Im theoretischen Teil der Ausbildung absolvieren Sie 60 bis 80 Unterrichtsstunden. Hier wird in den Fächern Luftrecht, Technik, Wetterkunde, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen gelehrt.
- In der Praxis absolvieren Sie mindestens 30 Flugstunden auf einem Ultraleichtflugzeug, davon mindestens 5 Stunden im Alleinflug. Hier üben Sie neben Starts und Landungen auch, wie Sie mit extremen Flugzuständen umgehen und sich in Notfällen verhalten. Außerdem müssen Sie mindestens 2 Überlandflüge mit mehr als 200 km Strecke bewältigen sowie auf verschiedenen Flugplätzen landen. Letztlich wird Ihr Fluglehrer Sie aber erst zur Prüfung schicken, wenn er wirklich davon überzeugt ist, dass Sie ein Flugzeug gefahrlos alleine fliegen können.
Ein paar Tipps zur Flugschein-Prüfungsvorbereitung
- Idealerweise sollten Sie mit der praktischen Ausbildung bereits während des theoretischen Teils beginnen. Wenn Sie in der Praxis schon Erfahrungen haben, können Sie Sachverhalte aus der Theorie besser verstehen und miteinander verknüpfen.
- Kaufen Sie sich den veröffentlichten Fragenkatalog für die theoretische Prüfung, z. B. bei einem der vielen Versandhändler für Pilotenbedarf im Internet. Versuchen Sie, die Antworten so weit wie möglich auswendig zu lernen. Damit können Sie bereits beginnen, wenn Sie noch gar keinen Theorieunterricht haben.
- Gewöhnen Sie sich an, täglich die Wetterkarte in der Tageszeitung zu studieren und zu interpretieren. Dies übt ungemein für das Fach Meteorologie.
- Fangen Sie in der praktischen Ausbildung so früh wie möglich an, sich nicht nur Gedanken darum zu machen, ob Sie heile herunterkommen, sondern auch, wo Sie aufsetzen. In der praktischen Prüfung stehen nämlich Ziellandeübungen auf dem Programm.
- Bei den Ziellandungen sollten Sie nie vergessen, dass Sie verlorene Geschwindigkeit und Höhe nie mehr zurück bekommen. Also immer lieber zu schnell und zu hoch als umgekehrt.
- Sofern Sie einen Flugsimulator auf Ihrem PC haben, sollten Sie mindestens einmal in der Woche eine komplette Flugplanung machen und diese hinterher auch abfliegen. Auf dem PC können Sie zwar nicht fliegen lernen - aber navigieren.