Flugangst - was tun?
- 16.08.2010 Felicitas Schmidt
- Ganz allgemein gilt: Angst, egal wovor, ist meistens irrational und wird um so größer, je mehr man ihr nachgibt. Rein statistisch gesehen ist das Reisen mit dem Flugzeug weitaus ungefährlicher als mit dem Auto. Wenn die Angst vor dem Fliegen aber erst einmal da ist, ergreift sie immer größeren Raum. Was mit einem komischen Gefühl beim Besteigen eines Flugzeuges begonnen hat, kann sich zu regelrechter Panik allein beim Gedanken ans Fliegen ausweiten.
- Bei wirklich schweren Fällen von Flugangst gibt es mehrere Möglichkeiten, die Sie in Anspruch nehmen können. Eine Alternative sind spezielle Seminare gegen Flugangst, die von der Lufthansa in Kooperation mit einem Psychologenteam an vielen deutschen Flughäfen angeboten werden. An zwei Tagen gehen Sie in einer kleinen Gruppe unter Leidensgenossen dem Ursprung der Flugangst auf den Grund und versuchen anhand verschiedener Methoden ein entspanntes Verhältnis zum Fliegen zu erlangen. Sie erhalten zudem ausführliche Informationen über das Fliegen und Flugzeuge, was bei den meisten Betroffenen schon einmal sehr viel der Angst wegnimmt. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, sich der Angst in einem geschützten Rahmen zu stellen: Zusammen mit den Coaches und den anderen Seminarteilnehmern werden Sie einen Linienflug wagen und sich gezielt darauf vorbereiten.
- Solche Seminare haben eine hohe Erfolgsquote bei der Angstbewältigung, sind aber doch relativ kostspielig mit etwa um die 700 Euro und auch nur angebracht, wenn Sie unter unüberwindbarer Flugangst leiden.
Betroffene können Ängste überwinden
- Bei den leichteren Formen hilft es oft schon, sich vor dem Flug bewusst auf die Situation vorzubereiten: Was macht Ihnen beim Fliegen Angst? Wovor fürchten Sie sich? Was könnte Ihnen in so einer Angstsituation helfen?
- Wichtig ist, dass Sie gut vorbereitet in die Flugsituation starten. Überlegen Sie sich, wie Sie sich selbst unterstützen könnten. Nehmen Sie sich zum Beispiel einen mp3-Player mit Ihrer Lieblingsmusik mit an Board. Oft hilft es auch, einen kleinen Glücksbringer mitzunehmen, den Sie in der Hand halten können, wenn das Flugzeug startet oder landet. Betroffene schildern diese beiden Phasen als die angsteinflößendsten. Deshalb sollten Sie sich unbedingt bei Start und Landung ablenken oder beschäftigen. Manchmal hilft auch schon ein nettes Gespräch mit dem Sitznachbar.
- Wenn Sie die Angst trotz Ablenkung doch überfällt, achten Sie unbedingt auf Ihre Atmung! Sie werden in einer Angstsituation schneller und hastiger atmen, was Ihrem Körper wiederum zu verstehen gibt, dass Sie sich gerade in einer Gefahrensituation befinden. Ein Teufelskreis also. Je hastiger Sie atmen, desto größer wird die Angst. Legen Sie beide Hände auf den Bauch und versuchen Sie ausschließlich in den Bauch hinein zu atmen. Konzentrieren Sie sich mehrere Minuten nur auf Ihre Atmung. Sie werden sehen, es hilft.
