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Flower-Power-Kostüm selber machen

Flower-Power war in den 1960ern ein Lebenskonzept, in den 1970ern eine Mode und heute ist es ein beliebtes Kostüm zu Fasching. Nehmen Sie einen Teil der ursprünglichen Philosophie in Ihre Verkleidung auf. Sie steht für mehr als langes Haar und Stirnband.

Das Peacezeichen gehört zu jedem Flower-Power-Kostüm.
Das Peacezeichen gehört zu jedem Flower-Power-Kostüm.

Was Sie benötigen:

  • schwarze Röhrenjeans (oder andere enge, schwarze Hose)
  • 1 x 1,50 m bunter Stoff
  • T-Shirt (einfarbig oder bunt)
  • Pappe
  • Silberbronze
  • Kette (silberfarben)
  • Langhaarperücke
  • künstlicher Bart
  • Mastix
  • Plateauschuhe

Flower-Power - die Kraft der Blumen

Mitte der 60er-Jahre entwickelte sich in San Francisco eine neue Jugendbewegung, die sich gegenüber der Mittelschicht und deren Wohlstandsidealen abgrenzte. Die sogenannte Hippie-Bewegung wurde nach und nach Teil der Jugendkultur in Nordamerika und in Europa. Der Begriff Flower-Power geht auf den Dichter Allen Ginsberg zurück. Die Anhänger der Bewegung verteilten häufig Blumen, um für den Frieden zu demonstrieren. Die heutigen Kostüme haben mit dieser Bewegung wenig zu tun.

  • Zu der Bewegung gehörte kein Modestil. Die Kleidung entwickelte sich aus den Idealen Naturverbundenheit und Abkehr vom Konsum. Die weiblichen Anhänger trugen statt der damals üblichen hoch auftoupierten Haare das Haar lang und offen. Die Männer ließen Haare und Bärte wachsen. Eine Liedzeile aus dem Hippie-Musical "Hair" lautet: "Lass' es leben, Gott hat's mir gegeben, mein Haar." 
  • Der Unterschied zwischen den Geschlechtern verschwand. Männer und Frauen trugen lange, wallende Gewänder und Schmuck, meist aus natürlichem Material. Wie das Haarband in die Hippieszene gelangte, ist kaum noch feststellbar. Vermutlich ist es durch den Einfluss der Indianer in die Szene eingeflossen. Das naturverbundene Leben der Ureinwohner passte zu dem von den Hippies propagierten Lebensstil. Zu der Szene gehörten auch Drogen und indische Meditationen.
  • Ende der 1960er wurde die Subkultur zum Mainstream. Die Modeindustrie begann, Kleidung im Flower-Power-Stil zu produzieren. Der Look der 70er hat mit dem ursprünglichen Kleiderstil wenig gemeinsam. Nun gehörten Schlaghosen mit extremer Beinweite, Fellwesten, Hemden und Kleider mit Blumendruck zum Hippie-Look. Das CND-Symbol aus dem Jahr 1958 von Gerald Holtom gehörte als allgemeines Friedenssymbol (Peacezeichen) zu dieser Kleidung dazu. Anmerkung: Der Künstler hat sich an den Buchstaben N für "nuclear" und D für "disarmament" des Winkeralphabets der Schifffahrt orientiert. Es bedeutet nukleare Abrüstung.

Kostüme im Hippie-Look

Basierend auf diesen Entwicklungen haben Sie viel Freiheit, um Ihr Flower-Power-Kostüm zu gestalten. Unisex, also einheitliche Kleidung für Herren und Damen, ist bei einem Flower-Power-Kostüm sinnvoll. Für Paare bietet sich ein einheitlicher Look an, der damals als Partnerlook sehr gefragt war. Das Kostüm basiert auf einer normalen Hose, an die Sie Stulpen setzen, um eine Hose mit weitem Schlag zu bekommen. Tragen Sie dazu Plateauschuhe, lange Haare, ein Stirnband und das Peacezeichen. Das ist Flower-Power im Stil der 70er.

  1. Ziehen Sie die Hose an und messen Sie den Abstand zwischen der Kniescheibe und dem Fußboden. Wenn Sie Plateauschuhe tragen wollen, ziehen Sie diese zuvor an. Sie brauchen außerdem den Beinumfang an dieser Stelle.
  2. Teilen Sie den Umfang durch vier und schneiden Sie acht gleichseitige Trapeze zu. Die Länge der kurzen Seite ist der errechnete vierte Teil des Beinumfangs plus zwei Zentimeter. Die Höhe des Trapezes entspricht dem gemessenen Abstand. Die lange Seite sollte viermal so lang sein wie die kurze Seite.
  3. Nähen Sie je vier Trapeze an den schrägen Seiten zusammen. Sie erhalten zwei nach unten weiter werdende Röhren. Fertigen Sie oben und unten einen Saum an. Ziehen Sie die Teile über die Hosenbeine und nähen Sie diese unterhalb des Knies fest. Sie haben nun eine Schlaghose im Flower-Power-Look.
  4. Schneiden Sie aus dem Stoff einen Streifen von einem Meter Länge und zehn Zentimeter Breite zu. Nähen Sie daraus rechts auf rechts einen fünf Zentimeter breiten Streifen. Die kurzen Seiten bleiben offen.
  5. Wenden Sie das Stirnband. Schlingen Sie an jedem Ende einen Knoten.
  6. Falls Sie keine Perücke haben, basteln Sie sich eine aus Wolle selber. Die Reste eignen sich für das Herrenkostüm als Bart.

Das Peacezeichen herstellen

Tragen Sie an einer Kette ein großes Peacezeichen. Damen können das Symbol zusätzlich als Anhänger an Ohrclips tragen. Das Zeichen ist ein Symbol der Bewegung, verzichten Sie nicht darauf.

  1. Zeichnen Sie auf Pappe einen Kreis mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern und einen zweiten um den gleichen Mittelpunkt mit zwölf Zentimeter Durchmesser.
  2. Stellen Sie sich den Kreis als Uhr vor. Ziehen Sie eine Linie von der Zwölf zur Sechs. Sie brauchen noch je eine Linie vom Mittelpunkt zu der Stelle, die zwischen der Vier und der Fünf beziehungsweise zwischen der Sieben und der Acht liegt.
  3. Verbreitern Sie die Linien auf zwei Zentimeter. Entfernen Sie den Bereich zwischen den Linien und schneiden Sie entlang des äußeren Kreisbogens.
  4. Lackieren Sie die Pappe silberfarben und stanzen Sie ein Loch in den oberen Rand, um die Kette durchzuziehen.

Das passende Styling

Zum ursprünglichen Hippie -Look passt kein Make-up, denn dieses lehnten die Hippies ab. Setzen Sie bei Flower-Power auf Natürlichkeit.

  1. Ziehen Sie die Hose und ein beliebiges Oberteil an. Schmücken Sie sich mit dem Peacezeichen.
  2. Damen und Herren dürfen mit Selbstbräuner oder einem dunklen Make-up Sonnenbräune vortäuschen. Einige Sommersprossen sind ebenfalls angebracht.
  3. Für die Damen ist etwas Wimperntusche und ein natürlich wirkender Lidschatten erlaubt. Lipgloss sorgt für feuchte, strahlende Lippen. Falsche Wimpern oder ein Lidstrich gehören nicht zum Styling in diesem Look.
  4. Die Bärte der Zeit waren natürlich. Wer keinen eigenen Bartwuchs hat, kann sich lange Barthaare mit Mastix ankleben. Getrimmte Bärte passen nicht. Die Haarpracht darf wild und auch verfilzt sein.
  5. Sofern Sie keine langen Haare haben, setzen Sie sich eine Perücke auf. Zupfen Sie die Haare nur mit den Fingern in Form. Kämmen Sie keine Frisur in das Haar. Beim Haupthaar der Herren und der Damen gibt es keinen Unterschied. Binden Sie sich knapp über den Augenbrauen das Haarband waagerecht um den Kopf und knoten Sie es hinten zusammen. Typische Kopfbedeckungen gab es damals nicht, stecken Sie sich eine Blume ins Haar.

Mit dieser Kostümierung sind Sie im Fasching und bei jeder 70er-Mottoparty genau richtig gekleidet.

 

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