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Flöte selber bauen

Eine Flöte selber zu bauen macht Spaß. Und wenn Sie viel üben, können Sie ihr schöne Töne entlocken. Doch neben dem Spaßfaktor haben Flöten auch einen praktischen Nutzen: Nehmen Sie das Klanginstrument auf Wanderungen mit, können Sie beispielsweise Ihre Freunde auf sich aufmerksam machen, wo Sie sind. Flöten sind Leichtgewichte und lassen sich daher gut mitnehmen.

Einfache Flöten sind schnell mit wenigen Mitteln hergestellt.
Einfache Flöten sind schnell mit wenigen Mitteln hergestellt.

Was Sie benötigen:

  • Baumschere
  • Rosenschere
  • Scharfes Taschenmesser
  • Frische Äste

Das geeignete Holz für die Flöte wählen

Wenn Sie selber eine Flöte bauen möchten, machen Sie einen Spaziergang in die Natur.

  • Wenn Sie einen zwanzig Zentimeter langen und fingerdicken (etwa zwei Zentimeter) starken Ast finden, schneiden Sie ihn großzügig ab. Achten Sie darauf, dass er überall gleich dick, möglichst gerade und die Enden sauber und nicht fransig sind. Für eine sogenannte Obertonflöte brauchen Sie Holzarten, welche innen einen weichen Kern haben.
  • Für schöne Tonqualitäten eignen sich Holunder, Bambusrohr oder Weidenstock. Alle drei Holzarten klingen ähnlich wie eine Blockflöte, wobei Bambus und Holunder voller und Weidenstock heller klingen. Letzteres verwenden Sie am besten im Frühling, wenn die Weidenstöckchen ganz frisch sind. Bambusrohr steht bis zum Sommer voll im Saft und Holunder ist nach dem Winterschnitt gut ausgereift.

Damit Sie auch schönen Klang bekommen, gilt es einiges beim Holzschnitzen zu beachten.

Kleine Flöten leicht selber bauen

Egal, welches Material Sie zur Hand haben, die Arbeitsschritte, um eine Flöte selber zu bauen, sind dieselben.

  1. Haben Sie einen passenden Ast gefunden, schneiden Sie ihn vorsichtig mit einer Baumschere ab. Reißen oder Brechen wäre keine gute Idee, damit die Schnittfläche nicht ausfranst. 
  2. Für das Luftloch schneiden Sie mit dem Taschenmesser (links oder rechts) am Mundstück zwei Kerben in das Holz. Die erste Kerbe bringen Sie etwa anderthalb bis zwei Zentimeter und vier bis fünf Millimeter tief am Flötenende an. Den zweiten Schnitt lassen Sie keilförmig darauf zulaufen.
  3. Nun schneiden Sie - etwa bei zwei Drittel - die Rinde am unteren Astteil ein, sodass ein Ring entsteht. Jetzt kommt schon der kniffligste Teil.
  4. Umfassen Sie den Stock mit der rechten Hand am Rindenschnitt. Mit der linken Hand halten Sie den restlichen Stock fest. Versuchen Sie durch vorsichtiges Drehen den Rindenteil in Richtung Luftloch zu lösen.
  5. Wenn sich die Weidenrinde nicht bewegt, legen Sie die Weidenflöte auf eine ebene Fläche. Mit dem Griff des Messers klopfen Sie nun - aber vorsichtig - rundherum auf die Holzrinde, bis Sie sich abziehen lässt. Dabei darf das Rindenstückchen nicht beschädigt werden.
  6. Jetzt schneiden oder sägen Sie oberhalb des Luftlochs ein gerades Stückchen nacktes Holz für das Mundstück ab. Dieses Holzstückchen stellen Sie hin und schnitzen einen dünnen Span davon ab. Um das Rindenstück zu schützen, ist ein leichtes Entgraten empfehlenswert.
  7. Das Rindenröhrchen stecken Sie auf den blanken Holzkörper und setzen das Mundstück ein. Unterschiedliche Flötentöne erzeugen Sie, in dem Sie in das Mundstück hineinblasen und dabei den Ast verschieben. 
  8. Haben Sie Probleme mit den Tönen, vergrößern oder verkleinern Sie das Luftloch etwas. So simpel kann es sein, eine Flöte selber zu bauen.

Wer mag, kann seine Weidenflöte schön verzieren oder dekorieren: Verschönern Sie das Pfeifchen im unteren Bereich beispielsweise durch zusätzliche feine Schnitzereien oder typisch indianisch. Auch künstliche Federn sowie gefundene Vogelfedern oder Muscheln machen sich gut darauf. Kreative greifen zum Tuschkasten und malen sich ausgedachte bunte Muster darauf. Ein Tipp zum Schluss: Leider trocknet ein Weidenpfeifchen schnell, auch wenn Sie es über Nacht in Wasser legen. Doch wenn Sie Flöten aus dem Rohr vom Bambus oder Holunderzweigen anfertigen, haben Sie länger etwas davon.   

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