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Flachwurzelnde Bäume - was Sie beim Pflanzen beachten sollten

Das Pflanzen flachwurzelnder Bäume hat in Bayern eine jahrhundertealte sehr eigenwillige Tradition. Damit Bier in den Sommermonaten ausgeschenkt werden konnte, hat man auf Kellergewölben Kastanien gepflanzt. Gäste konnten das Bier im Schatten genießen, die Kellerräume blieben um einiges kühler. Wenn Sie Flachwurzler mit großem Blätterwerk im Garten pflanzen, bieten Ihnen diese guten Sonnenschutz. Einiger Tricks bedarf es, wenn es um eine geeignete Unterpflanzung geht.

Flachwurzelnde Kastanie spendet viel Schatten.
Flachwurzelnde Kastanie spendet viel Schatten.

Flachwurzelne Bäume machen es in ihrem Wurzelbereich anderen Pflanzen ziemlich schwer. Zum Leben lässt sich eine Baumscheibe dennoch erwecken. Gelingen wird das mit einer geeigneten Unterpflanzung. 

Flachwurzelnde Bäume - Unterpflanzung mit Hindernissen

Bäume, die Sie im Garten pflanzen möchten oder bereits stehen haben, sind sehr unterschiedlich in ihrem Wurzelwachstum. Kiefern besitzen beispielsweise tiefe und schwach verzweigte Wurzeln. Dadurch lassen sie sich gut mit Stauden unterpflanzen. Die herabfallenden Nadeln können allerdings zum Problem werden, wenn sie nicht entfernt werden.

  • Schwieriger lassen sich flachwurzelnde Bäume beispielsweise wie Fichte, Birke und Spitz-Ahorn unterpflanzen. Deren Wurzeln befinden sich großteils im Oberboden. Wasser steht anderen Pflanzen kaum zur Verfügung.
  • Auch im Wurzelbereich von Buche und Kastanie haben es andere Pflanzen schwer. Die Lichtverhältnisse sind hier sehr ungünstig.
  • Pflanzen Sie eine Walnuss, hat die eine ganz spezielle Strategie entwickelt, sich pflanzliche Konkurrenz auf Abstand zu halten. Das im Herbst fallende Laub enthält ätherisches Öl, wodurch Keimung und das Wachsen anderer Pflanzen gehemmt werden.
  • Gut eignen sich die Herz- beziehungsweise Tiefwurzler Eiche, Apfelbaum, Vogelbeere und Apfeldorn. Sie bilden nur wenige Hauptwurzeln aus, mit einer etwas stärkeren Verzweigung an den Enden. Stauden, Farne, Ziergräser und kleinere Gehölze haben auf deren Baumscheiben ein ziemlich leichtes Leben.

Vor- und Nachteile der Flachwurzler

Flachwurzelnde Bäume eignen sich sehr gut für flachgründige Böden und in Gebieten mit hohem Grundwasserstand oder ausreichend verfügbarem Oberflächenwasser durch Regen.

  • Möchten Sie eine Umpflanzung vornehmen, ist das relativ einfach möglich. Tiefe Wurzeln werden meist beschädigt und hemmen das schnelle Wiederanwachsen.
  • An einem Haus oder der Gartenlaube sollten Flachwurzler nicht zu nahe gepflanzt werden. Zum einen können die Wurzeln ins Fundament eindringen und zum anderen sind Flachwurzler relativ windbruchgefährdet.
  • Ein tiefwurzelnder Baum verwurzelt wesentlich besser im Boden und widersteht Wind besser. Die Pfahlwurzel-Form hat zudem den Vorteil, dass sie auch bei hausnaher Auspflanzung in ihrer Ausbreitung nicht das Fundament und die Drainage oder Wege und Terrassen beschädigt.

Tipp: Auf den Baumscheiben flachwurzelnder Bäume sollten Sie möglichst auf ein ständiges Umgraben oder Hacken verzichten. Im trockenen Zeiten sind zusätzliche Wassergaben zu empfehlen.

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