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Flachdachabdichtung - darauf sollten Sie achten

Was ein echter Kerl ist, ruft so schnell keinen Handwerker an, sondern versucht zumindest, anfallende Arbeiten an Haus und Hof selbst zu erledigen. Ob es nun um das Gartenhaus geht, das Renovieren des Arbeitszimmers oder gar das Abdichten des Daches - oft ist der Handwerker tatsächlich nicht unbedingt nötig. Zumindest wenn man weiß, was man beachten muss und bedenkt, dass eventuelle Fehler zu nachhaltigen Schäden in der Bausubstanz führen könnten- so beispielsweise bei der Flachdachabdichtung. Was Sie unbedingt wissen müssen, wenn Sie Ihr Dach selbst abdichten wollen, erfahren Sie hier.

Unprofessionelle Flachdachabdichtung führt zu bleibenden Schäden.
Unprofessionelle Flachdachabdichtung führt zu bleibenden Schäden.

Was Sie benötigen:

  • Stahlbesen
  • Hochdruckreiniger
  • Wasser
  • Rolle/ Quast/ Pinsel
  • Abdicht- Reparatur

Vorbereitungen zur Flachdachabdichtung

  • Zunächst ist es grundlegend wichtig, dass Sie den Untergrund des Daches überprüfen. Solange der Wassergehalt nicht geprüft ist, darf Reparatur-Beschichtung bei einem Warmdach und damit einem gedämmten Dach keinesfalls eingesetzt werden, weil es bei zu hoher Feuchte zu Blasenbildung kommt und die ganze Arbeit so am Ende für die Katz' war. Zudem sollten Sie wissen, dass blankes Aluminium sowie Kupfer als Untergrund im Kontakt mit der Reparaturbeschichtung womöglich dazu neigen, beim Aushärten Korrosionserscheinungen und Farbveränderungen im Randbereich aufzuweisen. Auf neuen Kunststoffdachfolien dagegen müssen Sie gar nicht erst mit der Reparatur-Beschichtung beginnen- die kann nämlich auf derart glattem Untergrund überhaupt nicht halten.
  • Im nächsten Schritt müssen Sie die bei der Flachdachabdichtung zu beschichtenden Flächen schließlich säubern und damit vorbereiten. Je nach Untergrund sollten Sie verschiedene Reinigungstechniken für die Säuberung einsetzen. Glatte, porengeschlossene Oberflächen können hierbei mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt und schließlich mit einem Lappen und Lösungsmittel vollständig von Fett und der Tragfähigkeit hindernden Stoffen befreit werden. Beachten Sie beim Einsatz von Lösemittel jedoch immer die Ablüftzeit. Schraubverbindungen, Glaskuppeln und Überlappungskanten sollten Sie kehren statt abspritzen und dazu mit einer Vorbeschichtung von Abdichtreparatur versehen, die Sie dick mit Pinsel und Quast auftragen.
  • Achten Sie bei der Vorbereitung der Oberfläche auch auf die dachspezifischen Unterschiede. Faserzementdach darf zum Beispiel nicht aggressiv gesäubert werden, weil durch den verbauten Asbestzement Rücksicht auf die Regeln von Gewerbeaufsichtsamt genommen werden muss. Entfernen Sie hier mit der Hand nur die größten Stücke Moos und Dreck von Dach. Metalldächer aus Zink oder Alu müssen metallisch blank gesäubert werden- entfernen Sie am besten mit der Drahtbürste lose Farbstücke. Auf Beton oder Holzuntergrund sollte am ehesten gekehrt werden. Die spezielle Grundierung, die auf solchen Dächern eingesetzt wird, muss zwingend vorgeschriebener Weise ELCH PRO Dach 4000 sein. Bitumendächer können mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Prüfen Sie zuvor aber die Dämmung auf Wasser und verdünnen Sie für eine erste Beschichtung die Abdichtreparatur mit 10% Wasser.

Beschichten Ihres Daches

  • Erst, wenn alle Vorbereitungen getroffen sind und die dachspezifischen Grundierungen mindestens 8-10 Stunden trocknen konnten, sollten Sie mit der eigentlichen Flachdachabdichtung beginnen. Hierbei tragen Sie auf die Bewegungsflächen mit Pinseln unterschiedlicher Länge etwa 3-5 mm Nassschicht auf. Bei Dächern mit mehr als 5° Neigung reichen 2mm vollkommen aus.
  • Risse und Fugen in der Oberfläche können gegebenenfalls mit Vlies überbrückt werden. Sind sie eher schmal und nicht zu tief, so kann auch der einfache Einsatz der Reparaturbeschichtung sie schließen, sodass Sie sich um nichts mehr kümmern müssen.
  • Da die Reparatur wasserlöslich ist, lassen sich Fehler leicht ausbessern. Jedoch heißt das auch, dass kurz nach dem Beschichten auftretender Regen Ihre gesamte Arbeit zu Grund machen kann. Erkundigen Sie sich vor der Flachdachabdichtung also lieber, was für Wetter für die nächsten 3 Tage angesagt ist, um nicht alles 2 Mal machen zu müssen.
  • Problematisch wird es auch, wenn es nicht regnet, die Temperaturen aber niedrig und feucht sind. So kann die aufgetragene Beschichtung nämlich nicht richtig durchhärten und bleibt eine Ewigkeit lang feucht. Je länger die nasse Paste auf dem Untergrund liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich um und unter ihr Schimmel bildet. In einem solchen Fall müssten Sie, genau wie nach Regen, nochmal von vorne beginnen und die Reparatur zusammen mit dem Schimmel hierbei sogar selbst vom Dach entfernen.

Sofern Sie die angesprochenen Punkte beachten, kann die Flachdachabdichtung kaum schief gehen. Sie sehen also- das Abdichten an sich ist nicht das Problem- wohl mehr die fachmännische Einschätzung, bevor das Abdichten beginnen kann. Überlegen Sie sich also lieber zweimal, ob Sie nicht doch lieber einen Profi ins Haus holen, denn schon der geringste Fehler könnte dem Flachdach als äußerst sensiblem Bauteil tatsächlich mehr schaden als Sie es sich vorstellen.

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