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Filme rezensieren - so gelingt es

Um Filme zu rezensieren, bedarf es nicht nur genauen Hinschauens, sondern auch einiger Grundkenntnisse. Sie sollten wissen, worüber und was Sie schreiben. Mit Grundbegriffen, konkreten Fragestellungen und der Dokumentation Ihrer eigenen Filmerfahrung können Sie Besonderheiten von Filmen präzise herausarbeiten und in einer Rezension treffend beschreiben. Wie Ihnen das gelingen kann, lesen Sie hier.

Vor dem Schreiben Filmbegriffe kennen
Vor dem Schreiben Filmbegriffe kennen

Was Sie benötigen:

  • Begeisterung für Filme
  • Grundkenntnisse im Verfassen von Texten
  • Kenntnis wichtiger Filmbegriffe
  • Notizbuch
  • Filmlexikon, Zeitung, Zeitschrift, Internet

Der Begriff Rezension leitet sich von dem lateinischen Wort "recensere" ab, das "sorgfältig prüfen" bedeutet. Das heißt, eine Rezension ist nicht nur die subjektive Wertung im Sinne eines privaten Filmerlebnisses. Um Filme angemessen rezensieren zu können, sollten Sie nicht nur genau wissen, worauf Sie achten müssen, sondern auch selbst Erfahrungen sammeln.

Vor dem Rezensieren Filmerfahrung sammeln

  • Bevor Sie sich daran machen, Filme, die Sie sehen, zu rezensieren, müssen Sie über den Stoff Bescheid wissen, über den Sie schreiben wollen. Begeisterung für Filme sowie ein gewisses Maß an Filmerfahrung ist das A und O. 
  • Dazu gehört nicht nur, dass Sie Grundkenntnisse über die unterschiedlichen Filmgenres verfügen und diese voneinander unterscheiden können, wie zum Beispiel Film Noir, Road Movie, Horrorfilm oder Science-Fiction.
  • Sie sollten ebenfalls filmspezifische Begriffe, wie Totale, Detailaufnahme, Rückblende, Frosch- oder Vogelperspektive, Kamerafahrt, Schwenk, Zeitraffer und so weiter kennen und handhaben können.
  • Wenn Sie Ihr Wissen über Filme festigen oder ausweiten möchten, legen Sie sich ein Notizbuch zu, in dem Sie alle Filme, die Sie sehen, kurz und knapp inhaltlich zusammenfassen. Notieren Sie, was Ihnen gefallen hat oder nicht. So üben Sie sich regelmäßig im knappen Rezensieren. Indem Sie auch Regisseur und weiterführende Filme mit ähnlichen Sujets vermerken, erarbeiten Sie sich allmählich ein  Nachschlagewerk Ihrer eigenen Filmerfahrung.
  • Darüber hinaus können Sie sich beim Lesen von Filmkritiken in Zeitungen, Zeitschriften und Online-Journale nicht nur Wissen über Filme aneignen, sondern auch einen Überblick darüber gewinnen, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, Filme zu rezensieren.  

Vorher wissen, wie Sie rezensieren

  • Eine grundlegende Regel beim Schreiben überhaupt lautet: erst sehen, dann schreiben. Bevor Sie etwas beschreiben, müssen Sie genau beobachten, gerade beim Film. Sich während des Films Notizen zu machen, kann hilfreich sein, stört im schlimmsten Fall jedoch den Zusammenhang. Machen Sie sich lieber direkt im Anschluss Notizen über die wichtigsten Stellen und Merkmale.
  • Noch wichtiger: Erschauen und erfragen Sie sich bereits während des Sehens einen Zugang zum Film. Wenn Sie ihn nicht verstehen oder er Ihnen in seiner Darstellung fremd bleibt, werden Sie kaum darüber schreiben können. Auch hier sind Erfahrung und Übung die besten Lehrmeister.
  • Zum Rezensieren von Filmen sind Fragestellungen sehr hilfreich, die Sie in der Vorbereitung bearbeiten und für sich beantworten. Anhand dieser Fragestellungen, die Sie in der Rezension vom Allgemeinen zum Besonderen hin klären, sollte Ihnen von Beginn an klar sein, welche Eigentümlichkeiten des Films Sie beim Rezensieren herausarbeiten wollen.

Hilfreiche Fragestellungen zur Filmrezension

  • Beginnen Sie mit einer knappen Kurzzusammenfassung und fragen Sie sich: Wer sind die Hauptfiguren und worum geht es? Das muss nicht ausschweifend sein, wenige pointierte Sätze genügen. Klären Sie in dieser Hinführung ebenfalls Erscheinungsjahr, Regisseur, Drehbuchautor, Darsteller und so weiter. Im Bedarfsfall recherchieren Sie diese Angaben.
  • Gehen Sie im weiteren Verlauf der Rezension näher ins Detail: Ist der Film einem Genre zuzuordnen? Gibt es Besonderheiten, wie Schwarzblenden, aufwendige Spezialeffekte, auffällige Beleuchtung oder Farbgebung, Raumgestaltung oder Kameraführung? Verläuft die Handlung linear oder ist sie verschachtelt? Gibt es Filmmusik aus dem Off und wie wirkt sie auf den Film? Erzeugt sie Spannung oder Stimmung? - Wie sind solche Besonderheiten mit Blick auf das Erzählte zu bewerten?
  • Bei Literaturverfilmungen lohnt sich ein kurzer Abgleich mit der literarischen Vorlage: Gibt es Abweichungen, Auslassungen oder Ergänzungen? Beleuchtet der Film bestimmte Aspekte stärker als das Buch? Arbeiten Sie seine Besonderheiten heraus hinsichtlich Handlung und bildlicher Umsetzung. Vermeiden Sie aber zu detaillierte Vergleiche und messen Sie den Film nicht an der Vorlage.
  • Um den Film noch eine Spur schärfer zu rezensieren, fragen Sie sich, ob er auf andere Filme eines Genres oder des Regisseurs verweist oder von anderen Filmen beeinflusst ist. Wie unterscheidet er sich zu diesen Filmen? Sind Entwicklungen erkennbar? Verweist er direkt oder indirekt auf die Zeit seiner Entstehung, soziale oder politische Themen und Debatten? Kurzum: Ordnen Sie den Film, sofern es Ihnen möglich ist, in einen größeren Zusammenhang ein und analysieren Sie seine Stellung in diesem Kontext.

Filme zu rezensieren, heißt auch, sie zu bewerten

  • Da es unmöglich ist, eine objektive Filmkritik zu schreiben, bedenken Sie stets Ihre persönliche, subjektive Perspektive auf den Film und seien Sie sich nicht nur darüber im Klaren, dass, sondern auch wie Sie auf Ihre eigene Art sehen, beschreiben und werten. Beim Durchblättern Ihres Nachschlagewerkes werden Sie merken, welche Filme Sie im Besonderen schätzen und auf welche Dinge Sie Ihr Hauptaugenmerk richten. 
  • Das ist wichtig zu wissen, da die Bewertung des Films meist bereits während der Beschreibung und Analyse geschieht und nicht eindeutig davon zu trennen ist. Entscheiden Sie sich jedoch schon vor dem Schreiben darüber, ob Sie ein Lob, einen Verriss oder eine abwägende Kritik in Form einer Pro-und-Contra-Gegenüberstellung schreiben.
  • Fragen Sie sich, ob der Film, wie Sie ihn analysiert haben, in sich stimmig ist und wie er auf Sie gewirkt hat. Diese Bewertung können Sie bewusst in die Analyse einflechten oder zum Schluss in einem separaten Abschnitt zusammenfassend klären, zum Beispiel als Fazit.
  • Lesen Sie sich abschließend, am besten mit einem Tag Abstand, Ihre Kritik durch und fragen Sie sich, ob es Ihnen gelungen ist, das herauszuarbeiten und zu rezensieren, was Sie sich vorgenommen haben beziehungsweise wie Sie den Film für sich eingeschätzt haben.

Je mehr und je öfter Sie Filme rezensieren, desto mehr entwickeln Sie Ihren eigenen Stil und Sie gewinnen neben der Schreiberfahrung auch Routine beim Erarbeiten und Analysieren von Filmen.

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