- 31.05.2010 Annika Molitor
- Fiebermessung im After
- Fiebermessung im Ohr
- Fiebermessung im Mund
- Fiebermessung unter der Achsel
- Glasthermometer
- Infrarotthermometer
- Sensor-Thermometer
- Pflasterthermometer
- Blick auf die Tageszeit
- Anfertigung von Temperaturverläufen
Die verschiedenen Methoden des Fiebermessens:
- Die Rektalfiebermessung wird im After durchgeführt. Hier wird das Fieberthermometer maximal 1 cm in den After geschoben. Bei Säuglingen müssen Sie darauf achten, dass Ihr Kind auf dem Rücken liegt. Sie heben die Füßchen ein kleines Stück an und halten somit die Beinchen an den Knöcheln hoch. Achten Sie darauf, dass sie sich bei der Messung an sich nicht bewegen, so dass es zu keinerlei Verletzungen kommt. Diese Methode eignet sich auch dazu, bei unruhigen Patienten oder Kleinkindern Fiebermessungen richtig vorzunehmen. Kleinkinder sollten dabei behutsam auf den Schoß gelegt werden. Zur besseren Gleitbarkeit eignet sich die Hinzunahme von Vaseline. Bei dieser Methode liegen die Messergebnisse in etwa 0,4 bis 0,5 Grad über den Messergebnissen unter der Achsel, im Ohr oder im Mundbereich. Sie gilt als die zuverlässigste Methode des Fiebermessens.
- Die Fiebermessung im Ohr ist eine geeignete Methode wenn Ängste vor der rektalen Vorgehensweise bestehen. Besonders bei Kleinkindern ist dies oft der Fall. Sie werden unruhig und es besteht die Gefahr von Verletzungen. Die so genannte Infrarotmessung am Ohr ist eine kurzweilige und nicht unangenehme Messform, bei der das Thermometer vorsichtig in den äußeren Gehörgang geführt wird, die Messung selbst erfolgt über Infrarot dann am Trommelfell. Zu beachten ist weiterhin, dass man die Ohrmuschel während der Messung leicht nach hinten oben ziehen soll. Man wirkt so der natürlichen Krümmung des Gehörganges entgegen und ermöglicht ein verbessertes Auftreffen der Infrarotstrahlen auf das Trommelfell. Nach wenigen Sekunden kann man die Temperatur ablesen. Das Thermometer sollte wegen der Verletzungsgefahr des Trommelfells auf keinen Fall zu tief eingeführt werden.
- Nicht unbekannt ist die Fiebermessung im Mund, die so genannte sublinguale Messung, die unter der Zunge durchgeführt wird. Hierzu muss das Fieberthermometer möglichst weit hinten auf der rechten oder linken Seite unter die Zunge geführt werden. Wichtig ist, dass der Mund nach der Einführung des Thermometers geschlossen bleibt und dass zuvor keine besonders kalten oder warmen Speisen und/oder Getränke verzehrt wurden. Dies würde das Messergebnis verfälschen. Es muss auch darauf geachtet werden, dass Kleinkinder oder unruhige Patienten nicht auf dem Thermometer herumbeißen und es so zu Verletzungen kommt. Die Methode dauert mit 5 Minuten Messzeit relativ lang und sollte niemals bei Erkältungen oder Hustenreizen angewendet werden.
- Bei älteren PatientInnen und generell ab dem Alter von 6-7 Jahren kann die Fiebermessung durch die so genannte axillare Messung unter den Achseln richtig erfolgen. Hierbei ist zu beachten, dass die Messung etwa 8 bis 10 Minuten in Anspruch nimmt. Jedoch ist hier die Verletzungsgefahr am geringsten, unruhige Patienten werden nicht stark belastet und der/die PatientIn kann alleine gelassen werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der Arm eng am Körper anliegt und das Thermometer während des Fiebermessens nicht verrutscht. Die axillare Messung ist sicherlich die stressfreiste aber auch ungenaueste Methode der richtigen Fiebermessung.
Verschiedene Arten von Fieberthermometern
- Glasthermometer sind sehr hygienisch, können aber auch zerbrechen. Sie liefern gute Messergebnisse. Vorsicht bei Kleinkindern!
- Infrarot/Ohrthermometer messen mit Infrarotstrahlung. Sie sind schnell und genau und müssen genau platziert werden.
- Sensor-Thermometer arbeiten durch Hin-und Herrollen auf der Hautoberfläche. Sie sind nicht so genau wie andere Thermometer.
- Eine interessante Alternative ergibt sich durch Schnullerthermometer und/oder Stirn- und Pflasterthermometer. Die Genauigkeit ist längst nicht so gut wie bei den anderen Modellen. Die Fiebermessmethode eignet sich daher im Höchstfall nur für einen ungefähren Vorabentscheid, ob Ihr Kind zu Fieber tendiert oder eher nicht. Es ersetzt in keinem Fall den Arztbesuch, der immer dann erfolgen sollte, wenn Ihr Kind erhöhte Temperatur hat.
Achten Sie darauf, dass die Körpertemperatur zu den verschiedenen Tageszeiten schwankt. Morgens werden Sie immer eine niedrigere Temperatur haben als abends. Am aussagekräftigsten sind Beobachtungen ganzer Temperaturverläufe, die sich allerdings nur aus einer korrekten Messung des Fiebers ergeben!