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Feuchte Wände - was tun?

Sie haben in Ihrer Wohnung feuchte Wände entdeckt? Nicht so schlimm, werden Sie vielleicht im ersten Moment denken. Aber feuchte Wände beherbergen Schimmel und Pilze, die Sie durch die Luft einatmen. Diese verursachen mit der Zeit Atemprobleme und andere gesundheitliche Einschränkungen. Aber was tun in einem solchen Fall? Lesen Sie hier mehr dazu.

Feuchtigkeit setzt Wäden gehörig zu.
Feuchtigkeit setzt Wäden gehörig zu.

Feuchtigkeit im Wohnraum

  • Wenn Sie dunkle Flecken an den Wänden Ihrer Wohnung entdecken, sind das mit großer Wahrscheinlichkeit Schimmelpilze oder Stockflecken.
  • Kurz gesagt: Feuchte Wände sind gesundheitsschädigend. Es gibt über hundert verschiedene Schimmelpilzarten. 
  • Die Pilzsporen fliegen in der Raumluft umher und werden eingeatmet. Bereits wenige Kubikmeter eingeatmete Luft mit Pilzsporen sind bedenklich und lösen Allergien, Atemwegsreizungen bis zu Asthma und Lungenschädigungen aus.
  • Schimmel im sanierten Altbau tritt häufig nach den Umbauarbeiten, wie Wärmeisolierung und neue Fenster auf. Nach der Sanierung muss der Vermieter den Mieter explizit auf die nun notwendig gewordenen Heiz- und Belüftungsbedingungen hinweisen.
  • Schimmel im Neubau kommt meist durch die zu feuchte Verarbeitung von Mörtel, Estrich und Putzen. Der Neubau muss deswegen oft mit hohem Energieaufwand geheizt und so getrocknet werden. Eine Heizpflicht kann Ihnen Ihr Vermieter aber nicht aufzwingen. Vielmehr muss er auf Restfeuchtigkeit im Mauerwerk hinweisen und eine entsprechende Mietanpassung vornehmen.

Wegweiser bei beeinträchtigten Wohnwänden

  1. Wenn Sie feuchte Wände in Ihrer Wohnung haben, fangen Sie bitte nicht selbst an den Schimmel zu entfernen.
  2. Unterrichten Sie sofort nach dem Erkennen Ihren Vermieter und bitten um Abhilfe. Feuchtigkeit ist ein Mietmangel und muss vom Vermieter beseitigt werden. Er muss sowohl den Schimmelbefall als auch die Ursache beseitigen.
  3. Weigert sich Ihr Vermieter bis zu einem von Ihnen gesetzten Datum Abhilfe zu schaffen, können Sie eine Mietminderung ankündigen.
  4. Oft stellt sich die Frage, wer Schuld am Schimmelbefall ist. Vermieter argumentieren oft mit zu wenig Lüftung und Beheizung der Räume. Zu bewohnender Raum muss aber eine gewisse Raumfeuchte verkraften, wenn im üblichen Umfang gelüftet und geheizt wird.
  5. Schließlich muss im Streitfall ein unabhängiger Gutachter den Schimmelbefall bewerten und ein Gutachten erstellen.
  6. Ist beweisen, dass die Ursache des Schimmelbefalls in den Verantwortungsbereich des Vermieters fällt, können Sie als Mieter folgende Ansprüche geltend machen:
  7. Mietminderung bis zur Behebung. Im Zweifel rechtfertigen feuchte Wände sogar eine Mietminderung von bis zu 100 %.
  8. Fristlose Kündigung, wenn Ihre Wohnung in einem nicht zumutbaren, gesundheitsgefährdenden Zustand ist, ohne dass der Vermieter Abhilfe schafft.
  9. Schadensersatz von Umzugskosten, Kosten für Ersatz von Möbeln, die durch die Nässe zerstört wurden, wenn der Vermieter trotz Abmahnung nicht gehandelt hat.
  10. Klage auf Mängelbeseitigung, wenn Ihr Vermieter trotz einer Abmahnung nicht bereit ist, den Schaden zu beheben.
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