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Festpreisvertrag beim Bauen abschließen - worauf Sie achten sollten

Als Bauherr sind Sie daran interessiert, Ihre Baukosten genau zu kalkulieren. Kommen unerwartete Mehrkosten auf Sie zu, gefährden Sie Ihre Finanzierung und riskieren, den Bauplan und die Bauzeit nicht einhalten zu können. Am sichersten ist es, wenn Sie mit dem Bauunternehmer einen Festpreisvertrag abschließen.

Sichern Sie sich mit Festpreisvereinbarungen ab.
Sichern Sie sich mit Festpreisvereinbarungen ab.

Was Sie benötigen:

  • Muster Bau- und Leistungsbeschreibung
  • Mit der Vereinbarung eines Festpreises wollen Sie als Bauherr einen Überblick über die Gesamtkosten für die Errichtung eines Gebäudes erhalten. Die Baukosten bestimmen die Finanzierung Ihres Bauvorhabens. Soweit Mehrkosten entstehen, müssten diese nachfinanziert werden. Dies ist riskant, da die Gefahr besteht, dass sich die Bank verweigert.
  • Wird kein Festpreis vereinbart, riskieren Sie, dass die Baukosten aus Gründen, die sich seitens des Bauunternehmers meist ohne Weiteres finden und begründen lassen, in die Höhe schnellen und Ihr Finanzierungsvolumen nicht ausreicht. Selbst wenn es hinreichende Gründe für eine Baukostensteigerung gibt, stehen Sie im Risiko. Nur mit der Fixierung der Baukosten in einem Festpreisvertrag beziehen Sie den Bauunternehmer in die Verantwortung mit ein.

Festpreisvertrag immer mit Bau- und Leistungsbeschreibung

  1. Wichtig ist, dass Sie gerade bei einem Festpreisvertrag eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung erarbeiten, in der ganz genau bestimmt ist, welche Leistungen in welcher Qualität und Quantität Sie von Ihrem Bauunternehmer erwarten dürfen. Standardisierte Bau- und Leistungsbeschreibungen müssen entsprechend ergänzt werden.
  2. Schreiben Sie Ihre Vereinbarungen zum Beispiel zur Qualität und Beschaffenheit der Badfliesen hinein und nehmen Sie eine Musterfliese als Grundlage.
  3. Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist deshalb so wichtig, damit verhindert wird, dass der Bauunternehmer minderwertigeres Baumaterial verwendet, um seine Kosten im Rahmen des Festpreises zu halten.
  4. Der Festpreis wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Er orientiert sich an der Grundfläche, Geschosszahl, Dachform, Ausbaustufe, Qualität des Baumaterials und ist mit dem Preis eines Musterhauses selten identisch.
  5. Wichtig ist, dass der Festpreis für einen möglichst langen Zeitraum garantiert wird und nicht veränderbar ist, egal wie sich die bauliche Situation entwickelt. In der Preisgarantieklausel dürfen auch keine Einschränkungen oder Bedingungen benannt sein, die dem Unternehmer ein Schlupfloch offen lassen.
  6. Der Zeitraum der Festpreisgarantie sollte mindestens ein Jahr betragen, also den Zeitraum umfassen, in dem Sie Ihr Objekt der Planung nach errichten werden.

Achten Sie auf alle Kostenfaktoren

  • Der Festpreis sollte alle Kostenfaktoren enthalten, die für den Bau bestimmend sind. Sie müssen klären, wer die Kosten für die Erschließung des Grundstücks und die Anschlusskosten für die Versorgungsleitungen trägt, wer den Architekten und den Statiker bezahlt oder wer die Baugenehmigungsgebühren zahlt.
  • Im Zusammenhang mit einem Festpreisvertrag wird meist der Begriff schlüsselfertig verwendet. Der Bauunternehmer muss Ihnen das Gebäude so übergeben, dass Sie ohne Weiteres einziehen können.
  • Sichern Sie sich gegen das Insolvenzrisiko Ihres Bauunternehmers ab, indem Sie gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung immer nur Teilzahlungen nach dem Baufortschritt leisten, und nehmen Sie die Teilleistungen immer zusammen mit einem unabhängigen Sachverständigen ab. Dokumentieren Sie den Baufortschritt mit einem Bauprotokoll und Fotos.
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