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Ferienjob und Mindestlohn? - Wissenswertes

Auch wenn es in Deutschland bis heute noch keinen generellen Mindestlohn für alle Branchen gibt, sind Dumpinglöhne unzulässig. Ob Sie im Geltungsbereich eines Tarifvertrages arbeiten oder nicht, auch als Ferienjobber haben Sie Anspruch auf eine angemessene Bezahlung. Informieren Sie sich hier über die aktuelle Situation.

Auch bei Ferienjobs sind Dumpinglöhne in allen Branchen unzulässig.
Auch bei Ferienjobs sind Dumpinglöhne in allen Branchen unzulässig. © Benjamin_Klack / Pixelio

Mindestlohnvereinbarungen in Tarifverträgen

  • Die für einzelne Branchen geltenden Tarifverträge treffen keine Unterscheidung zwischen Vollzeit-, Teilzeit- oder Aushilfskräften. Allein als Auszubildender sind die Lohnuntergrenzen für Sie nicht bindend. Sofern Sie also im Geltungsbereich eines Tarifvertrages arbeiten, gilt der dort bestimmte Mindestlohn auch dann, wenn Sie nur einen vorübergehenden Ferienjob ausüben.
  • Dabei beziehen sich die Betragsangaben grundsätzlich auf das Bruttogehalt. Nur wenn Sie als Minijobber einen Verdienst von bis zu 400 € monatlich erzielen, darf der genannte Satz Ihren Nettolohn nicht unterschreiten. Nicht vom Mindestlohn betroffen sind Sonderleistungen, wie Feiertagszuschläge oder Schichtzulagen, die Ihr Arbeitgeber zusätzlich vergüten muss.
  • Selbst wenn Sie nicht im direkten Anwendungsbereich eines Tarifvertrages arbeiten, weil zum Beispiel Ihr Arbeitgeber keinem Arbeitgeberverband angehört, sollten Sie prüfen, ob Ihr Arbeitsverhältnis einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemein verbindlich erklärten Tarifvertrag unterliegt. Denn in diesem Fall muss Ihnen ebenfalls der dort bestimmte Mindestlohn gezahlt werden. Eine Übersicht über die allgemein verbindlichen Tarifverträge finden Sie hier zum Download.

Keine sittenwidrig niedrige Entlohnung für Ferienjobs

  • Falls auf Ihr Arbeitsverhältnis kein Tarifvertrag mit Mindestlohnvereinbarung Anwendung findet, richtet sich Ihr Gehalt nach den allgemeinen zivilrechtlichen Grundsätzen. Danach wird die Untergrenze des zulässigen Lohns auch für Ferienjobber durch das Verbot der Sittenwidrigkeit (§ 138 BGB) bestimmt.
  • Die einzelnen Arbeitsgerichte, die sich bisher mit der Definition des sittenwidrig niedrigen Lohns zu befassen hatten, legten je nach Branche verschiedene Untergrenzen fest. So sind zum Beispiel Stundenlöhne von 5,20 € im Einzelhandel als sittenwidrig erachtet worden, in anderen Branchen können auch etwa 7 € oder 8 € nach der herrschenden Rechtsprechung das Minimum unterschreiten.
  • Orientieren können Sie sich an den Mindestlohnregelungen derjenigen Tarifverträge, die in Ihrem Gebiet für ähnliche Tätigkeiten gelten. Liegt Ihr Lohn mehr als 2/3 unter dem dort genannten Satz, ist im Ergebnis Sittenwidrigkeit anzunehmen, sodass die Lohnvereinbarung Ihres Arbeitsvertrages unwirksam ist.

Falls Sie den in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbarten Lohn für unzulässig niedrig halten, lassen Sie sich am besten anwaltlich beraten und machen Sie gegebenenfalls Ihre Ansprüche auf Mindestlohn gerichtlich geltend.

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