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Farben mischen zu Schwarz - das geht und das nicht

Farbmodelle sind nicht ganz leicht zu begreifen. Es gibt einige immer wieder propagierte Rezepte, wie man Farben zu Schwarz mischen könne, die mit der physikalischen Wirklichkeit meist nichts zu tun haben.

Alle Farben des Lichts mischen sich nie zu Schwarz.
Alle Farben des Lichts mischen sich nie zu Schwarz.

Ist das Mischen von Schwarz wirklich möglich? Eigentlich erscheint es auf den ersten Blick recht logisch, dass ja nur Schwarz herauskommen kann, wenn alle Farben zusammengemischt werden. Aber so einfach ist es leider nicht.

Wie sehen wir Schwarz (als Farbe)?

  • Um es gleich vorwegzusagen: Eigentlich lässt sich Schwarz überhaupt nicht aus anderen Farben zusammenmischen. Denn wenn wir Schwarz sehen, sehen wir auch dann keine Farbe, wenn es nicht um Pessimismus geht.
  • Das gilt z. B. für die Farben des Lichts, hier ergibt die Summe der drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb ein strahlendes Weiß. Diese Tatsache können Sie einfach nachvollziehen, indem Sie weißes Licht durch ein Prisma fallen lassen. Dann sehen Sie genau, wie dieses Licht in seine Bestandteile zerlegt wird: Sie werden die Grundfarben erkennen können, dazwischen auch eine Menge Mischtöne wie Violett, Orange oder Grün. Diese Mischtöne werden auch Grundfarben zweiter Ordnung genannt. Wie Sie aber das Prisma auch halten: Schwarz wird nie dabei sein. Also ist es andersherum auch nicht möglich, aus Licht verschiedener Farben Schwarz zu mischen, ganz logisch.
  • Falls jemand Ihnen gegenüber hartnäckig behauptet, dass das doch ginge, bitten Sie ihn einfach, er solle Ihnen das nächste Mal das Schwarz im Regenbogen zeigen. Ein Regenbogen entsteht nämlich aus weißem Licht der Sonne, das durch Regentropfen (lauter kleine Prismen) in alle vorhandenen Lichtfarben zerlegt wird, und Schwarz ist hier nun einmal nicht dabei.
  • Denn Schwarz ist eigentlich keine Farbe, sondern eher das Gegenteil von einer Farbe. Wir nehmen immer dann Schwarz war, wenn auf unsere Netzhaut keine Farbreize auftreffen. Keine Farbreize treffen auf, wenn die Netzhaut keine Lichtwellen im sichtbaren Spektrum empfängt.
  • Physikalisch wird Schwarz als die Abwesenheit von jeglichem sichtbaren Licht, in jeder Wellenlänge, definiert. Wegen dieser Definition durch die Abwesenheit von etwas wird Schwarz auch als "unbunte Farbe" bezeichnet, wie auch alle Grautöne, die entstehen, wenn alle Wellenlängen des Spektrums gemischt werden und Helligkeit in verschiedenen Stärken gegeben ist.
  • Deshalb erscheint ein Gegenstand für uns Schwarz, wenn er das Licht aller sichtbaren Wellenlängen vollkommen absorbiert hat. Schwarz ist also überhaupt keine Farbe, wenn man es genau nimmt, sondern nur die Empfindung unseres Auges, dass etwas nicht da ist, eine Sinnesempfindung.

Schwarz aus Farben mischen - so wird es gemacht

  • Diese "Nichtfarbe" verhält sich in unserem Alltag entsprechend störrisch.
  • Das Mischen von Licht wird als additives Mischen von Farbe bezeichnet, bei dem wie oben erwähnt, nicht Schwarz, sondern Weiß entsteht.
  • Es gibt aber auch noch das subtraktive Mischen, das wir vornehmen, wenn wir z. B. mit dem Pinsel in den Tuschkasten gehen und Rot, Blau und Gelb übereinander malen. Hier ist es genau anders herum als beim additiven Mischen, wenn die drei Grundfarben zusammengemischt werden, ergibt sich in der Theorie ein Schwarz.
  • Aber nur in der Theorie, in der Praxis nur, wenn die im Tuschkasten gemischten Farben wirklich dafür sorgen würden, dass eine damit angemalte Fläche alle sichtbaren Wellenlängen absorbiert. Tut sie aber nie - unsere Netzhaut empfängt noch jede Menge Lichtreize, eine solche Mischung erscheint und sogar dann nur als ein bräunlich-schmutziges Schwarz, wenn wir Farbe aus Tuben gemischt haben (das weiße Papier also nicht noch zusätzlich den Eindruck verfälscht).
  • Auch im Drucker, wo die Grundfarben nicht Rot, Blau und Gelb, sondern Cyan (Blau), Magenta (Rot, bzw. eine Art Purpur) und Yellow (Gelb) genannt werden, kann durch Mischen kein befriedigendes Schwarz hergestellt werden. Im CMYK-Farbmodell des Druckers sorgt deshalb die zusätzliche Druckfarbe Schwarz (Key) für die ausreichende Beschränkung des Lichts, die uns eine Oberfläche als Schwarz empfinden lässt.
  • Bei den Tusch- und sonstigen Malfarben ist das Problem, dass die Mischung der drei Grundfarben nicht ausreicht, um alles Licht zu absorbieren, schon lange bekannt. Man hat auch schon lange Substanzen entdeckt, die sämtliche Lichtintensität einfangen, wenn sie auf eine Oberfläche aufgetragen werden.
  • Diese Stoffe werden schwarze Pigmente genannt, und ihre Verwendung in der Malerei ist seit mindestens dem 1. Jahrhundert nachgewiesen, auch wenn die Maler von damals vermutlich noch nicht wussten, warum der Pigmenteinsatz notwendig ist. Früher wurden Pigmente aus Pflanzen oder aus gebranntem Elfenbein gewonnen, noch heute ist Ruß das wichtigste schwarze Pigment ist Ruß, allerdings heute industriell hergestellt wird.

Immer, wenn Sie schwarze Farbe mischen möchten, müssen Sie also auf die Suche nach den passenden Pigmenten gehen. Wenn Sie diese gefunden haben, ist das Mischen kein Problem mehr.

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