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Familienpsychologisches Gutachten - Hinweise

Nicht immer ist das Familienleben so, wie es sein sollte, und gerade nach Trennungen können Fragen des Sorgerechts oder Umgangs manchmal nicht so einfach entschieden werden. Hier kann ein familienpsychologisches Gutachten weiterhelfen. Was ist damit gemeint und welche Besonderheiten hat die Begutachtung?

Nicht immer sind Familien so glücklich.
Nicht immer sind Familien so glücklich.

Familienpsychologische Gutachten werden meistens von Gerichten im Rahmen eines Sorgerechtsstreits angeordnet.

Was beinhaltet ein familienpsychologisches Verfahren?

  • Wenn Eltern sich trennen und es gemeinsame Kinder gibt, steht meist die Frage im Raum, bei wem die Kinder zukünftig leben sollen, wer das Sorgerecht hat und wer Umgang mit dem Sohn oder der Tochter haben darf.
  • Gerade wenn aus dem Paarkonflikt ein sehr destruktiver Streit mit gegenseitigen Anschuldigungen geworden ist, stellt sich zudem die Frage der Erziehungsfähigkeit.
  • Das heißt, es wird durch ein familienpsychologisches Verfahren hinterfragt, ob beide Elternteile erziehungsfähig sind und damit dem Kind oder den Kindern ein geordnetes Aufwachsen ermöglichen können, ob sie es angemessen erziehen können oder im Gegensatz dazu eine Gefahr für das Wohl des Kindes darstellen.
  • Ein familienpsychologisches Gutachten soll genau diese Fragen klären. So wird etwa festgestellt, ob bei Vater oder Mutter psychische Störungen vorliegen, die das Kind beeinträchtigen könnten, oder ob es andere Verhaltensauffälligkeiten im Umgang mit dem Sohn oder der Tochter gibt.
  • Letztlich wird durch das Gutachten ebenso häufig die Frage beantwortet, bei wem die Kinder hauptsächlich leben sollten, ob der andere Elternteil Umgang mit den Kindern haben sollte und welche unterstützenden Maßnahmen (z.B. Therapien, Beratungen) der Familie helfen sollen.

Wie das Gutachten erstellt wird

  • Ein familienpsychologisches Gutachten wird vom Richter in Auftrag gegeben, der über das Sorgerecht bzw. den Umgang zu entscheiden hat. Dabei wird ein Psychologe für die Erstellung des Gutachtens ausgewählt. Psychologen, die solche Aufgaben wahrnehmen möchten, haben sich zuvor beim Gericht registriert und ihre Qualifikationen nachgewiesen.
  • Danach werden die Eltern vom betreffenden Psychologen untersucht, es werden Tests durchgeführt, ebenso füllen Mutter und Vater Fragebögen zum Erziehungsverhalten aus und werden zu ihrer Situation befragt.
  • Zudem werden andere Kontaktpersonen der Familie einbezogen, etwa Umgangs- und Verfahrenspfleger, Kindergärtner, Ärzte oder Personen, welche die Familie beraten haben. Dies geschieht aber nur mit Einverständnis der Eltern.
  • Sogar die Kinder werden manchmal befragt, wenn ein familienpsychologisches Verfahren eingeleitet wurde. Wenn die Kinder noch sehr jung sind und sich noch nicht zu dem Sachverhalt äußern können, werden stattdessen Verhaltensbeobachtungen oder Spiele genutzt, in denen beispielsweise geschaut wird, wie die Eltern mit den Kindern interagieren.
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