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Fahrzeiten für LKW - das müssen Sie beachten

Sind Sie LKW-Fahrer? Beachten Sie unbedingt die Fahrzeiten für LKWs. So vermeiden Sie das Eintreten unangenehmer Rechtsfolgen für sich und Ihren Arbeitgeber und vermeiden es, Anwohner durch Lärm- und Geruchsbildung zu belästigen.

Halten Sie die Fahrzeiten für LKW ein!
Halten Sie die Fahrzeiten für LKW ein!

Was Sie benötigen:

  • Kontrollgerät

Wissenswertes über die Fahrzeiten für LKW

  • Fahrer von LKW, die inklusive Anhänger mehr als 3,5 t wiegen und gewerbliche Güter transportieren oder am Personenverkehr teilnehmen, müssen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten unbedingt einhalten. Gesetzlich normiert ist dies für die Europäische Gemeinschaft in der Verordnung (EG) 561/ 2006 und in Deutschland regelt dies die Fahrpersonalverordnung (FPersV) für alle Fahrzeuge ab 2,8 t. Eine wichtige Ausnahme bilden Fahrzeuge, die Personen befördern und maximal 9 Sitzplätze haben sowie Polizei-, Rettungs- und Zivilschutzfahrzeuge. Für diese LKW gelten keine Einschränkungen. Lkw, die nicht gewerblich Güter transportieren, unterliegen den Einschränkungen gemäß VO EG 561/ 2006 Art. 3 h erst, wenn sie mehr als 7,5 t wiegen. LKW der Bundeswehr unterliegen bei jedem denkbaren zulässigen Gesamtgewicht den Einschränkungen.
  • Sie sollten wissen, dass die Fahrzeiten, d.h. die Lenk- und Ruhezeiten, automatisiert erfasst werden. Dies geschieht mit dem EG-Kontrollgerät. Es gibt diverse Zeitkategorien, wie z.B. Bereitschaft oder sonstige Zeiten, womit Zwangspausen bei Vollsperrung der Strecke ohne Umleitungsmöglichkeit gemeint ist. Diese Vorauswahl trifft das Fahrpersonal. Ihre Angaben werden in Deutschland durch den Straßenkontrolldienst des BAG und von der Polizei kontrolliert. Beträgt das Gesamtgewicht des LKW nicht über 3,5 t und Sie führen kein Kontrollgerät mit sich, müssen Sie einen handschriftlichen Arbeitsnachweis erbringen. Dies wird auch als Tageskontrollblatt bezeichnet. Darüber hinaus gibt es ein Formblatt der Europäischen Kommission, womit Sie als Kraftfahrer einen Nachweis über Urlaubs- und Krankheitstage und andere freie Tage erbringen können.
  • Die erlaubte Tageslenkzeit beträgt neun Stunden. Sie dürfen diese jedoch zweimal pro Woche um je eine Stunde, d.h. insgesamt auf eine Tageslenkzeit von 10 Stunden ausweiten. Unter die Lenkzeit fällt nur die Zeit, in der Sie tatsächlich die Fahrertätigkeit ausführen; auch vorübergehendes Stehen ist inbegriffen, wenn dies zum Fahrvorgang gehört. Fahrpausen werden allerdings nicht hinzugezählt.
  • Wenn Sie die Fahrt nicht unterbrechen, dürfen Sie 4,5 Stunden durchgehend den LKW lenken. Sie müssen immer spätestens nach 4,5 Stunden eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen. Sie können diese Pause splitten in eine Pause zu 15 Minuten und eine weitere zu 30 Minuten. Sie müssen allerdings nach dem Arbeitszeitgesetz die erste Pause nach sechs Stunden einlegen.
  • Die gültige Wochenlenkzeit beträgt maximal 56 Stunden. In zwei Wochen gilt für die Summe der Gesamtlenkzeit ein Maximalwert von 90 Stunden. Sie dürfen die Gesamtlenkzeit in zwei aufeinanderfolgenden Wochen nicht überschreiten. Die Woche wird von Montag 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00 festgelegt.
  • Halten Sie die geltende Ruhezeit ein. Ruhezeiten sind solchen, in denen der Fahrer über eine Mindestdauer seine Zeit frei plant. Pro Tag gilt eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden. Wenn Sie nur eine neunstündige Ruhezeit einlegen, ist dies eine reduzierte Ruhezeit. Sie können die tägliche Ruhezeit dreimal in zwei wöchentlichen Ruhezeiten auf neun Stunden reduzieren. Die Ruhezeit pro Woche beträgt im Zusammenhang 45 Stunden. Dies ergibt sich nach 6x24 Stunden. Der Bundes-Manteltarifvertrag für den Güter- und Möbelfernverkehr ordnet an, dass wenigstens zwei Wochenenden im Monat am Ort des LKW oder an dem Wohnsitz des Fahrers stattfinden sollen. 
  • Halten Sie die Fahrzeiten für LKW unbedingt ein, sonst erwarten Sie bei einem Verstoß Bußgelder oder es kann auch darüber hinaus eine Geld- oder Freiheitsstrafe verhangen werden. Dies richtet sich sowohl gegen den LKW-Fahrer, das Unternehmen, das ihn beschäftigt, den Reiseveranstalter als auch den Auftragnehmer.
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