Alle Kategorien
Suche

Fahrverbot bei Epilepsie - Beachtenswertes

Jeder, der einen Führerschein hat, wird die Möglichkeit zur Mobilität sehr schätzen. Dadurch gewinnen Sie eine gewisse Unabhängigkeit und können überall hinfahren. Krankheiten wie Epilepsie sind im Straßenverkehr für alle Beteiligten sehr gefährlich. Hat der Fahrer einen epileptischen Anfall, kann das auch für andere Verkehrsteilnehmer sehr gefährlich werden. Aus diesem Grund kann ein Fahrverbot verhangen werden.

Bei Epilepsie kann ein Fahrverbot verhangen werden.
Bei Epilepsie kann ein Fahrverbot verhangen werden.

Grundsätzliches über das Autofahren bei Epilepsie

  • Epilepsie kann im Straßenverkehr ein sehr großes Risiko darstellen. Bei einem akuten Anfall kann der Fahrer das Fahrzeug nicht mehr sicher führen und bringt sich und andere in Gefahr. Sogar ein kurzer Anfall oder eine willkürliche Bewegung kann zu einem Unfall führen.
  • Wichtig ist, dass Sie schon bevor Sie den Führerschein machen wahrheitsgemäß sagen, dass bei Ihnen die Krankheit diagnostiziert ist. Wer falsche Angaben macht zu der Frage nach den chronischen Erkrankungen oder die Krankheit verschweigt, riskiert viele unangenehme Rechtsfolgen.
  • Wollen Sie trotz der Erkrankung den Führerschein machen, brauchen Sie unbedingt ein neurologisches Attest. Wenden Sie sich hierzu an einen Arzt. Hilfreich ist eine exakte ärztliche Dokumentation über den gesamten Verlauf der Erkrankung. Vielleicht können Sie hierzu die Ärzte konsultieren, bei denen Sie in Behandlung waren und die Akte anfordern. Viele Patienten führen auch einen hilfreichen Anfallkalender.
  • Haben Sie schon den Führerschein erworben und die Erkrankung wurde erst später diagnostiziert, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und die Fahrtauglichkeit prüfen lassen. Das ist auch wichtig, wenn Ihr letzter Anfall bereits längere Zeit her ist. Beachten Sie, dass der Arzt keine Meldepflicht hat und demzufolge kein Fahrverbot verhängt wird. Sie sind selbst dafür verantwortlich, die ärztliche Empfehlung einzuhalten. Rät Ihnen der Arzt ab, ein Fahrzeug zu fahren, sollten Sie sich daran halten.

Richtlinien für Fahrverbote

  • Wer Epilepsie hat, kann ein Fahrverbot erhalten, gerade wenn es im Straßenverkehr zu einem Anfall kommt. Sicherlich werden Sie sich freuen, wenn Sie erfahren, dass dieses Verbot, ein Fahrzeug zu führen, zeitlich beschränkt ist.
  • Ob Sie mit der Erkrankung fahren dürfen oder nicht, richtet sich nach den Leitlinien zur Begutachtung für die Kraftfahrereignung. Diese Leitlinien werden von der Bundesanstalt für Straßenwesen (kurz: BASt) festgelegt. Derzeit ist die 6. Ausgabe aus dem Jahre 2000 aktuell.
  • In diesen Leitlinien werden zwei Gruppen differenziert. Die 1. Gruppe betrifft Motorrad und Pkw aus den Klassen A, A1, B, BE, M, L und T. Die 2. Gruppe bezieht sich auf Lastkraftwagen und die Fahrgastbeförderung. Umfasst sind die Klassen C, C1, C1E, CE, D, D1, D1E und DE.
  • In der 1. Gruppe kann bei einfachen fokalen Anfällen die Fahrerlaubnis erteilt werden. Haben Sie lediglich während des Schlafs Anfälle, so wird die Fahrerlaubnis erst nach einer dreijährigen Beobachtungsphase ausgehändigt.  
  • Kam es zu einem Anfall, kann ein Fahrverbot für 3 bis 6 Monate verhangen werden. Danach wird die Fahrtauglichkeit neu beurteilt.
  • Für die therapieresistente Epilepsie gilt eine andere Zeitspanne. Da kann Ihnen sogar 2 Jahre das Fahren verboten werden. Sind Sie zwei Jahre anfallsfrei, dürfen Sie wieder fahren.
Teilen:
Der Inhalt der Seiten von www.helpster.de wurde mit größter Sorgfalt, nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden. Aus diesem Grund ist jegliche Haftung für eventuelle Schäden im Zusammenhang mit der Nutzung des Informationsangebots ausgeschlossen. Informationen und Artikel dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung und/oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von www.helpster.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.