Espressokocher richtig anwenden - so geht´s

Das Vergnügen eines vollmundigen Espresso-Genusses wird nicht nur durch richtig geröstete und gemahlene Kaffeebohnen ermöglicht, sondern auch durch die Art der Zubereitung: Wer sich gegen moderne Maschinen und All-in-one-Apparate entscheidet, hat die Möglichkeit, das anregende Heißgetränk in einem Espressokocher zuzubereiten. Dieses klassische Gerät verkörpert ein ganz bestimmtes Lebensgefühl – fernab von komplizierter Technik und simpler Druck-Mechanik. Die Anwendung eines Espressokochers erfordert kein großes „Know-how“: Wenn Sie einige Hinweise befolgen, das Gerät sachgemäß einsetzen und regelmäßig pflegen, werden Sie viele Tassen Espresso mit gleich bleibender Qualität kochen können.
Agnes Nießler
16.12.2010 Agnes Nießler
Was Sie benötigen
Das schaffen Sie mit Links
  • Espressokocher
  • Espressopulver
  • Espressotassen
  • Entkalkungsmittel

Die richtige Anwendung eines Espressokochers

  1. Bevor Sie Ihren neuen Espressokocher zum ersten Mal einsetzen, müssen Sie alle Teile des Geräts mit warmem Wasser gründlich reinigen. Einige Hersteller empfehlen, den ersten zubereiteten Espresso aus hygienischen Gründen nicht zu trinken, sondern wegzuschütten.
  2. Ein Espressokocher besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: Schrauben Sie Ihr Gerät auseinander (durch Drehbewegungen) und trennen Sie auf diese Weise das Oberteil vom Unterteil.
  3. Im Inneren des Espressokochers befindet sich ein Trichtereinsatz: Nehmen Sie diesen heraus.
  4. Füllen Sie nun in das Unterteil des Geräts Wasser bis zur maximal erlaubten Füllhöhe (siehe Bedienungsanleitung). Die meisten Espressokocher haben ein Sicherheitsventil im Unterteil: Dieses darf niemals im Wasserbereich liegen, da es sonst innerhalb kürzester Zeit verkalken würde. Je weniger Wasser Sie einfüllen, desto stärker wird der Espresso.
  5. Setzen Sie anschließend den Trichtereinsatz wieder in das Unterteil des Espressokochers und füllen Sie den Einsatz mit einem Espressopulver Ihrer Wahl.
  6. Streichen Sie das eingefüllte Pulver glatt, aber pressen Sie es nicht fest an.
  7. Danach müssen Sie das Ober- und Unterteil des Kochers wieder zusammenschrauben. Achten Sie auf den Dichtungsring, er muss korrekt am dafür vorgesehenen Platz sitzen.
  8. Stellen Sie den gefüllten Espressokocher auf eine Heizquelle (eine herkömmliche Herdplatte oder Gasflamme) und erhitzen Sie ihn. Vermeiden Sie zu hohe Temperaturen, um den Espressokocher zu schonen und zu vermeiden, dass der Espresso überkocht.
  9. Während dieses Vorgangs steigt der Espresso in den oberen Behälter des Geräts. Es tritt Dampf aus und Sie werden Blubber- bzw. Fauch-Geräusche hören können. Fassen Sie den Kocher jetzt auf keinen Fall an der Oberfläche an, sondern nur am Griff und verwenden Sie gegebenenfalls einen Topflappen oder ein Schutztuch, um sich keine Verbrennungen zuzuziehen.
  10. Sobald das Gerät „verstummt“ und keinerlei Dampf- bzw. Kochgeräusche mehr hörbar sind, müssen Sie den Espressokocher von der Herdblatte bzw. der Gasflamme nehmen.
  11. Öffnen Sie den Deckel der Kanne und rühren Sie den Espresso mit einem Löffel kurz um, bevor Sie ihn servieren – am besten in stilechten Espresso-Tassen.
  12. Eine Reinigung nach jedem Einsatz ist obligatorisch. Aber reinigen Sie den Espressokocher erst, wenn er vollständig abgekühlt ist. Sofern Ihr Gerät aus Edelstahl besteht, dürfen Sie es in der Spülmaschine reinigen. Sollte es aber aus Aluminium sein, müssen Sie es per Hand mit kaltem Wasser spülen. Lassen Sie den Espressokocher im auseinander geschraubten Zustand restlos trocknen.

Wichtige Hinweise für den Gebrauch eines Espressokochers

  • Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr zubereiteter Espresso keine Crema hat oder nur einen Hauch davon: In der Espressokanne entsteht während des Kochvorgangs kein allzu hoher Wasserdruck, der für die Bildung einer reichhaltigen Crema nötig wäre.
  • Beachten Sie, dass Sie einen Espressokocher nicht auf Induktionsplatten, d.h. nicht auf einem Glaskeramik- bzw. Cerankochfeld verwenden dürfen.
  • In bestimmten Zeitabständen müssen Sie Ihren Espressokocher sowie alle entnehmbaren Einzelteile (inklusive dem Steigrohr im Oberteil des Geräts) gründlich reinigen, d.h. mit heißem Wasser spülen und den Kocher entkalken. Für den Entkalkungsvorgang  füllen Sie in das Unterteil des Espressokochers eine Lösung aus einem handelsüblichen Entkalker und Wasser. Setzen Sie danach den Trichtereinsatz wieder ein. Sofern das Oberteil des Geräts ein Sieb enthält, sollten Sie auch dieses entkalken, indem Sie es in einen extra Behälter mit Entkalkungsmittel legen. Wenn sich sämtlicher Kalk gelöst hat, können Sie die Hälfte der Entkalkerlösung aus dem Unterteil des Geräts abgießen (das Sicherheitsventil sollte sich nicht mehr in der Flüssigkeit befinden) und den Espressokocher wieder zusammensetzen. Kochen Sie die Entkalkerlösung mindestens einmal auf. Reinigen Sie das Gerät im Anschluss daran gründlich mit klarem Wasser.
  • Ein Espressokocher gehört nicht in Kinderhände und darf nur für die Zubereitung von Espresso verwendet werden. Füllen Sie keine anderen Flüssigkeiten wie Milch oder Säfte in den Espressokocher.
  • Nehmen Sie den Kocher niemals ohne Zugabe von Wasser in Gebrauch: Im Falle eines „trockenen“ Kochens wird das Metall in Mitleidenschaft gezogen, was dazu führt, dass die Sicherheit bei künftigen Einsätzen nicht mehr gewährleistet ist.
  • Falls Sie den Espressokocher auf einem Gas-Kochfeld verwenden, müssen Sie darauf achten, dass sich die Gasflamme unterhalb des Geräts befindet und nicht an den Seiten des Kochers nach oben steigt.
  • Wenn das Steigrohr im Oberteil des Geräts verstopft ist, kann der Durchfluss gehemmt werden. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig diesen Bereich Ihres Espresskochers.
Diese Anleitung
Bruno Franke
08.06.2011 Videoproducer Bruno Franke

Leser-Tipps (2) Ihren Tipp zur Anleitung schreiben
  • Freierfall | 18.01.2011, 21:15

    Einigem davon muss ich leider vehement wiedersprechen! 1. Das Oberteil, wo am Ende der Kaffe drin ist, nie mehr als ausspülen, selbst auf das "durchwischen" mit Schwamm oder den Händen sollte verzichtet werden. Das schirmt den Kaffe vom (ausgesprochen ekligen) Metallgeruch des Aluminiums ab. Die ersten 4-5 Kaffebezüge mit der Kanne sollten auch eher nicht getrunken und etwas stehen gelassen werden, diese schmecken sehr nach Metall und das stehen lassen sorgt für die Schutzschicht die erneuten Metallgeschmack verhindert. Auch durch das Entkalken (solange nicht das Überdruckventil, der Auslauf oder das "Sieb" verstopft sind) sollte verzichtet werden, das schadet ungeheuer dem Geschmack. Und: NIEMALS in die Spülmaschine! 2. Nicht stehenlassen, bis nichts mehr kommt. Der Teil des Kaffes, der ganz zuletzt kommt, bevor der Durchfluss aufhört (meist mit vielen Blasen und eher hell) soll nicht mehr in das allgemeine "Kaffe-Reservoire" gelangen. Bereits ein paar Sekunden vorher die Kanne vom Herd nehmen. Das was zuletzt aufsteigt ist Dampf, kein Wasser mehr. Dieser ist über 100 Grad heiß und verbrennt den Kaffe und lässt ihn bitter werden. Auch die letzten paar Tropfen reichen aus, um so die ganze Tasse zu "versauen". 3. Das lange Abwarten bis zur Wiederbenutzung kann man sich sparen. Kurz unter kaltes Wasser gehalten und schon ist die Kanne auf anfassbare Temperatur abgekühlt.

  • gurgul | 28.02.2012, 07:33

    Also im Ursprungsland wird meist über das Überdruckventil befüllt. Das Wasser steigt durch den Druckausgleich empor. Das Überdruckventil ist eine fast unnötige Sinnfreiheit im nahezu unmöglichen Fall einer hermetischen Abriegelung des Erhitzbehälters. Die "Überfüllung" wird 1. mit höherem Druck / Temperatur, 2. mit "Mehrkaffee" belohnt. Ein bisschen Kardamon oder Zimt tun Ihr übriges für einen wunderbaren Kaffee :)

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