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Erzieher in der Krippe - Qualifikationen, Aufgaben und Anforderungen

Wenn Sie als Erzieher in einer Krippe arbeiten möchten, kommen ganz andere Anforderungen auf Sie zu als in Kindergärten oder Jugendeinrichtungen. In der Ausbildung werden Sie nur bedingt darauf vorbereitet - meist sind Fortbildungen nötig.

Kleinkinder haben andere Bedürfnisse als ältere Kinder.
Kleinkinder haben andere Bedürfnisse als ältere Kinder.

Erzieher können in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern eingesetzt werden. In Krippen werden in der Regel Kinder zwischen vier Monaten und drei Jahren betreut. Der Alltag in Einrichtungen für Kleinkinder unterscheidet sich deutlich von dem in elementarpädagogischen Regeleinrichtungen. 

Qualifikationen für Krippenerzieher - Hintergründe

  • Um in einer Krippe zu arbeiten, brauchen Sie die staatliche Anerkennung als Erzieherin bzw. als Erzieher. Neben Erziehern arbeiten in Krippen auch sozialpädagogische Assistenten oder Kinderpfleger. Seltener sind in Krippen auch Sozialpädagogen angestellt.
  • Erzieher durchlaufen eine drei- bis fünfjährige Ausbildung. Während der schulischen Ausbildung erwerben die angehenden Erzieher entwicklungspsychologisches Grundlagenwissen, setzen sich mit Erziehungsstilen und Lerntheorien auseinander und beschäftigen sich mit Spielpädagogik.
  • Weitere Lerninhalte sind rechtliche Grundlagen, Elternarbeit, Sprachförderung sowie die Vermittlung von theoretischem und praktischem Wissen in den Bereichen kognitive Entwicklung, Kreativität, Musik, Bewegung und naturwissenschaftliche Bildung.
  • Erzieher werden generell so ausgebildet, dass sie sowohl in Krippen als auch in Kindergärten und Einrichtungen für Jugendliche arbeiten können. Daher müssen die angehenden Pädagogen Praktika in verschiedenen Einrichtungen absolvieren.
  • Diese breit angelegte Ausbildung ermöglicht jedoch keine Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich. Das liegt zum Teil daran, dass der Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige erst in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Viele wichtige Kompetenzen für den Krippenbereich werden nur angerissen und nicht ausführlich behandelt. Basiswissen im Hinblick auf Pflege wird beispielsweise kaum thematisiert, weil diese Thematik bereits einen Großteil der Kinderpflegeausbildung ausmacht. Doch nicht alle Erzieher haben zuvor eine solche absolviert.
  • Wenn Sie sich auf die Arbeit in einer Krippe spezialisieren möchten, sollten Sie mindestens eine umfangreiche Fortbildung zur Arbeit mit Kindern unter drei Jahren besuchen.  Zudem sollten Sie noch während der Ausbildung Praxiserfahrung in diesem Bereich sammeln, indem Sie beispielsweise das berufspraktische Jahr in einer Krippe absolvieren.

Der Alltag in Kinderkrippen - diese Aufgaben kommen auf Sie zu

In Krippen müssen Sie zahlreiche Aufgaben im Bereich der Pflege übernehmen. Die Gruppen sind kleiner als in Kindergärten, dafür ist die Arbeit mit Kleinkindern körperlich anstrengender, da diese mehr getragen werden müssen.

  • Zu den wichtigsten pflegerischen Tätigkeiten im Krippenbereich gehört das Wickeln und Füttern der Kinder. Ältere Kinder werden im Hinblick auf die Sauberkeitserziehung unterstützt. Daher sollten Sie kein Problem damit haben, Windeln zu wechseln und es auch hinnehmen, wenn die Kleinen ihre Schnupfennase an Ihrem Pullover abwischen.
  • Die Elternarbeit ist in der Krippe intensiver, da sich meist auch die Eingewöhnungsphase anspruchsvoller gestaltet. Zudem benötigen Kleinkinder feste Bezugspersonen und haben eine enge Bindung an ihre Erzieher. Auch haben kleine Kinder ein größeres Bedürfnis nach Nähe.
  • Der Alltag in der Krippe wird von sich wiederholenden Ritualen bestimmt. Das ist wichtig, um Kleinkindern Sicherheit und Orientierung zu bieten. Daher wird der Tag auch überwiegend durch das freie Spiel, Mahlzeiten, Pflegetätigkeiten und Ruhephasen bestimmt. Es gilt, Reizüberflutungen und Überforderungen zu vermeiden und den Kindern altersgerechte Spiel- und Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen.
  • Die Gruppen in Krippen sind oft noch heterogener als die in Kindergärten. Sie müssen in der Lage sein, sowohl die Bedürfnisse eines Säuglings zu erkennen als auch Kleinkinder in ihrer Entwicklung individuell zu fördern. Das ist eine komplexe Aufgabe, die ein großes Maß an Einfühlungsvermögen und Geduld erfordert.
  • Da die meisten Kinder sich noch nicht selbst äußern können, müssen Sie sich darauf einstellen, dass Sie sehr viel reden, aber nur selten eine Antwort erhalten. Es gilt, sich in die Kleinkinder hineinzuversetzen und ihre Sicht auf die Welt zu verstehen.
  • Erzieher in Krippen müssen ebenso wie Kindergartenpädagogen Entwicklungsdokumentationen anfertigen. Daher sollten Sie über ein großes pädagogisches Fachwissen in diesem Bereich verfügen und sehr genau beobachten können.

Die Arbeit in Krippen hat Vor- und Nachteile, wie es sie in jedem pädagogischen Arbeitsfeld gibt. Die Bindung an die Kinder ist jedoch besonders intensiv - das sollte Ihnen bewusst sein, wenn Sie in der Krippe arbeiten möchten.

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