Erst Tatbestandsaufnahme - so ahnden Sie kindliches Fehlverhalten

Auch Kinder handeln motiviert. Auch Kinder handeln motiviert.
Erziehung ist nicht nur eine besondere Begabung. Erziehung ist auch die Fähigkeit, sich in die Welt eines Kindes hinein zu versetzen und es zu verstehen. Bevor Sie Ihr Kind tadeln oder gar bestrafen, sollten Sie eine Tatbestandsaufnahme dessen machen, was geschehen ist.
Volker Beeden
15.12.2011 Volker Beeden
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  • Objektivität

Kinder sind nun einmal Kinder. Sie veranstalten Dinge, die wir Erwachsene meist aus unserer Sichtweise beurteilen und oft nicht richtig verstehen können. Mit einer Tatbestandsaufnahme gestalten Sie Ihre Erziehung maßgerecht und fair.

Mit der Tatbestandsaufnahme zum Urteil

  • Der Begriff der Tatbestandsaufnahme kommt häufig im Strafrecht und im Schadensrecht vor. Dort geht es darum festzustellen, wie sich ein bestimmtes Geschehen abgespielt hat und was im Ergebnis passiert ist.
  • Jeder Richter, der ein Urteil fällt, stellt seinen Entscheidungsgründen eine Tatbestandsaufnahme voraus. Er stellt fest, was passiert ist. Auf der Grundlage dieser Feststellungen ergibt sich ein genauer Tatbestand, der Grundlage für seine Urteilsfindung ist.
  • Auch Sie als Elternteil befinden sich in der Rolle eines Richters. Sie richten letztlich über ein Verhalten Ihres Kindes. Ihre Entscheidung beeinflusst oder bestimmt die persönliche Entwicklung Ihres Kindes, seines Charakters, seines persönlichen Verhältnisses zu Ihrer Person selbst und letztlich seinen und Ihren gemeinsamen Lebensweg.
  • Urteilen Sie also nicht vorschnell, solange Sie nicht genau wissen, was passiert ist.
  • Versuchen Sie, emotionale Entscheidungen zu vermeiden, die das Kind genauso wenig versteht, wie Sie das Kind selbst in diesem Augenblick verstehen.

Schreien und schimpfen blockiert jede Kommunikation

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind geduldig und unvoreingenommen. Wenn Sie losschimpfen oder es anschreiben, blockieren Sie jegliche vernünftige Kommunikation. Ihr Kind verschließt sich und ist verängstigt.
  2. Versuchen Sie sachlich festzustellen, was passiert ist. Bemühen Sie sich, die emotionale Motivation Ihres Kindes für sein Verhalten nachzuvollziehen.
  3. Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass auch ein Kind planmäßig und begründet handelt, dabei aber oft nicht unbedingt erkennen kann, ob es richtig oder sinnvoll ist, was es tut. Kommt dadurch ein Fehlverhalten zustande, ist es Ihre Aufgabe, korrigierend einzuwirken und das Kind anzuleiten, sich richtig und angemessen zu verhalten.
  4. Diese Erkenntnis und Urteilsfindung gelingt Ihnen aber nur, wenn Sie zuvor eine objektive Tatbestandsaufnahme ermöglicht haben.
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