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Ernährungstagebuch – gezielt Lebensmittelallergien und Intoleranzen finden

Eine Lebensmittelintoleranz kann das körperliche Wohlbefinden stark einschränken. Krämpfe, Blähungen, Durchfall und Übelkeit bis hin zum Erbrechen sind nur einige der Auswirkungen, die ein Lebensmittel auslösen kann, wenn der Körper dieses nicht verarbeiten kann.

Ein Ernährungstagebuch hilft, Intoleranzen zu finden.
Ein Ernährungstagebuch hilft, Intoleranzen zu finden.

Erkannt wird die Intoleranz oftmals erst nach Jahren. Das liegt zum einen an den schwer zuzuordnenden Symptomen, zum anderen daran, dass viele Menschen die Beschwerden nicht mit ihrer Ernährung in Verbindung bringen. Wenn eine Lebensmittelunverträglichkeit unerkannt bleibt, kann das verheerende Folgen haben. Organische Schäden, Überreaktionen und sogar Herzrhythmusstörungen können auftreten.

Unterschied Allergie und Unverträglichkeit

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion auf im Prinzip harmlose Stoffe. Der Lebensmittelunverträglichkeit hingegen liegt eine Störung im Enzymbereich zugrunde. Selten ist eine solche Intoleranz angeboren, in mehr als 90 Prozent der Fälle aber ist sie eine Folge eines dauerhaft ungesunden Lebenswandels oder einer falschen Ernährung. Mögliche Auslöser können Stress und industriell gefertigte Lebensmittel sein, die das Verdauungssystem überfordern. Belegt sind diese Vermutungen jedoch nicht.

Auslöser von Lebensmittelunverträglichkeiten

  • Bei einer Intoleranz hat der Körper verlernt, einen bestimmten Stoff zu verdauen. Häufig sind es Bestandteile wie Laktose (Milchzucker) oder Fruktose (Fruchtzucker), aber auch Saccharose (gewöhnlicher Haushaltszucker) oder Gluten (bestimmtes Eiweiß in diversen Getreidesorten) können Betroffenen zu schaffen machen.
  • In zahlreichen Fällen ist eine vorangegangene Erkrankung wie eine Lebensmittelvergiftung oder eine einfache Erkältung Auslöser einer solchen Unverträglichkeit. Nur in ganz seltenen Fällen hat der Körper die Fähigkeit nie besessen, den entsprechenden Bestandteil zu verarbeiten.

Diagnose von Intoleranzen

Es mitunter mehrere Jahre dauern, bis eine Lebensunverträglichkeit diagnostiziert wird. Die Symptome, die mit einer Intoleranz einhergehen, sind denen eines Reizdarms sehr ähnlich. Auch kann anhand der Symptome kein konkretes Lebensmittel oder Bestandteil ausgemacht werden, auf das Ihr Körper reagiert. Abhilfe schaffen kann ein Ernährungstagebuch. Mit einem gezielten Ernährungsplan können Sie - oft schon ohne medizinischen Beistand - eine Intoleranz diagnostizieren. Leiden Sie häufig unter einem oder mehreren der typischen Symptome einer Unverträglichkeit, ist es ratsam, über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen genau zu protokollieren, welche Lebensmittel Sie zu sich nehmen. Typische Symptome sind:

  • Häufig treten Schmerzen oder Krämpfe in der Magengegend auf.
  • Auch Durchfall oder Verstopfung sind häufige Beschwerden, die auf eine Intoleranz hinweisen können.
  • Leiden Sie öfter an Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen), könnte auch dies ein Symptom einer Unverträglichkeit sein.
  • Selten bringen Betroffene Hautausschläge mit Lebensmitteln in Verbindung, dennoch können derartige Beschwerden auf eine Intoleranz zurückzuführen sein.

Notieren Sie alles, was Sie zu sich nehmen. Darüber hinaus schreiben Sie auch alle Beschwerden, vorzugsweise samt zeitlichen Zusammenhang zur Nahrungsaufnahme, auf. Stellen Sie fest, dass Ihre immer wieder die gleichen Lebensmittel Beschwerden verursachen, ist es ratsam, im Anschluss an die Beobachtungsphase auf dieses Lebensmittel bzw. den infrage kommenden Bestandteil zu verzichten. Treten die Beschwerden nun nicht mehr oder weniger häufig bzw. intensiv auf, empfiehlt sich der Gang zum Arzt, um die Selbstdiagnose bestätigen zu lassen. Der Mediziner wird in erster Instanz Ihr Ernährungstagebuch sehen wollen. Ist er der Meinung, dass Sie mit Ihrem Verdacht recht haben, werden spezielle Methoden wie Bluttests oder eine Spiegelung oder Biopsie des Darms durchgeführt.

Behandlungsmöglichkeiten bei Lebensmittelintoleranzen

Die beste Therapie bei einer Unverträglichkeit ist das Weglassen der auslösenden Lebensmittel. Das ist einfach, solange Sie sich Ihre Mahlzeiten selber zubereiten. Essen Sie auswärts, wird es fast unmöglich.

  • Laktoseintolerante Menschen haben die Möglichkeit, vorsichtshalber Laktasetabletten einzunehmen. Die künstlichen Enzyme helfen bei der Verarbeitung der Laktose und lindern Symptome.
  • Menschen mit Fruktoseunverträglichkeit reagieren oftmals unterschiedlich intensiv auf die Fruchtzuckerarten. Aus natürlichen Quellen kann Fruktose meist besser verdaut werden als in Lebensmitteln mit Fruktosesirupanteil.
  • Von einer Glutenintoleranz Betroffene sind am meisten eingeschränkt. Bei ihnen hilft ausschließlich eine strenge Ernährungsweise, um die Beschwerden im Rahmen zu halten.

Die häufigsten 3 Lebensmittelintoleranzen

Weltweit leiden etwa 98 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz. Betroffene können das Enzym Laktase nicht mehr produzieren, das für den Abbau von Milchzucker verantwortlich ist. Immer noch jeder Dritte verträgt keinen Fruchtzucker, wohingegen die Glutenintoleranz (Zöliakie) mit einem Wert von etwa 1 Prozent verschwindend gering scheint.

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