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Erlen richtig schneiden - das sollten Sie wissen

Erlen (lat. Alnus), norddeutsch auch Ellern genannt, gehören zu den Birkengewächsen. Weltweit existieren 35 verschiedene Arten, in Mitteleuropa sind jedoch nur drei Arten heimisch.

Erlen werden bis zu 30 Meter hoch.
Erlen werden bis zu 30 Meter hoch.

Erlen - welche Arten sind bei uns heimisch?

  • In Mitteleuropa sind die Grau-, Grün- und Schwarz-Erle heimisch. Dabei bildet die Grün-Erle mit ihrer niedrigen Wuchshöhe von maximal 6 Metern einen Strauch aus. Im Gegensatz zu Grau- und Schwarz-Erle sind ihre Knospen nicht gestielt. Die Grün-Erle ist bei der Vermehrung nicht auf ihre Samen angewiesen, sondern verbreitet sich auch durch Wurzelbrut und sogenannte Absenker, aus tief hängenden, bodennahen Zweigen.
  • Die Schwarz-Erle hingegen ist ein mittelgroßer, sommergrüner Laubbaum. Sie wird auch „Eller“ oder „Else“ genannt. Sie bringt zapfenartige Fruchtstände aus, die auch den Winter über größtenteils am Baum bleiben. Die Schwarz-Erle wird bis zu 30 Meter hoch. Sie vermehrt sich im Gegensatz zur Grün-Erle nicht durch Wurzelbrut, sondern allein generativ durch ihre Samen.
  • Die Grau-Erle - manchmal auch als Weiß-Erle bezeichnet - ist ebenfalls ein sommergrüner Laubbaum, erreicht jedoch nur eine durchschnittliche Höhe von 15 bis 20 Metern. Sie kann einstämmig, mehrstämmig oder auch strauchförmig wachsen. Die Grau-Erle hat ihren Namen von ihrer hellen (hellgrauen) Rinde und bildet im Gegensatz zur Schwarz-Erle keine Borke aus.
  • Erlen lieben Feuchtigkeit und Wasser, daher ist ihr bevorzugter Standort an den Ufern von Bächen, Flüssen oder Seen.

"Eller" anpflanzen und pflegen

  • Wer eine Erle in seinem Garten pflanzen möchte, sollte ihr einen gut durchfeuchteten, schwachsaueren und humusreichen Boden geben.
  • Erlen sind sehr empfindlich gegen Trockenheit und stehen am liebsten an Teichen, Seen oder fließenden Gewässern. Ansonsten sind Erlen recht anspruchslos. Sie mögen einen sonnigen Standort genauso gern wie einen halbschattigen.
  • Besonders beliebt als Gartenbaum ist die Schwarz-Erle, da sie auch im Winter besonders hübsch aussieht, mit ihren filigranen Zweigen und den vielen kleinen Zapfen.
  • Wenn Ihre Erle nicht direkt an einem Gewässer steht, kommt sie häufig nicht allein mit dem Regenwasser aus und muss - zumindest in der warmen Jahreszeit - zusätzlich gegossen werden.
  • Im Winter sollten Jungbäume bis zum dritten Standjahr mit Vlies oder anderem geeigneten Material vor starkem Frost geschützt werden.
  • Wer eine Schwarz-Erle pflanzt, sollte nicht vergessen, dass diese bis zu 30 Meter hoch werden kann und entsprechenden Platz für ihre Krone benötigt. Wählen Sie also beim Pflanzen einen Standort in ausreichender Entfernung von Ihren Gebäuden.
  • Wer allergisch gegen Birkenpollen ist, sollte außerdem bedenken, dass die Erle zu den Birkengewächsen gehört und im Verdacht steht, Kreuzallergien auszulösen.
  • In ihrem Wachstum strebt die Erle in erster Linie in die Höhe. Damit sie eine schöne Form erhält und sich gleichmäßig verzweigt, muss sie als Jungbaum regelmäßig geschnitten werden. Der Beschnitt sollte vorzugsweise im Frühjahr vorgenommen werden. Es muss jedoch frostfrei und trocken sein. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Blüte. Sie sollten Ihren Erlen-Jungbaum erst ab dem dritten Jahr - dann jedoch regelmäßig - beschneiden. Wichtig ist, dass Sie mit scharfer, unbeschädigter Klinge schneiden, damit ein schneller „Wundverschluss“ gewährleistet ist.
  • Nach dem Schneiden ist die Erle empfindlich gegen Schädlinge und Krankheitserreger. Zu erwähnen ist hier das sogenannte „Erlensterben“. Dies wird durch einen Pilzbefall mit Phytophthora ausgelöst, der zur Wurzelfäule führt. Symptomatisch sind hier tote Äste in der Krone, wenige, besonders kleine und häufig sehr hellgrüne Blätter, schwarz-braune, nässende Stellen am Stamm und Verfärbungen der sonst hellen Rinde.
  • Leider sind bisher keine geeigneten Gegenmaßnahmen bekannt, um die Krankheit aufzuhalten oder zu bekämpfen. Die erkrankte Erle muss gefällt werden und auch das Wurzelreich muss weiträumig ausgegraben und mit dem umgebenden Erdreich entsorgt werden.

Gesunde Erlen bescheren mehreren Generationen Freude - sie werden über hundert Jahre alt!

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