- 18.01.2012 Roswitha Gladel
Umgang mit Erdwespen
Ein Erdwespennest im Garten ist zwar unangenehm, aber kein Grund, in Panik auszubrechen. Es sind Wespen, keine Löwen oder Tiger. Sie sollten, wenn Sie Insekten aus dem Erdreich fliegen sehen, Folgendes machen:
- Egal ob Wespen, Hummeln oder Hornissen - als Erstes müssen Sie dafür sorgen, dass der Nestbereich nicht erschüttert wird und niemand in die Nester bläst. Das macht alle diese Tiere aggressiv und die Stiche sind schmerzhaft.
- Stellen Sie fest, ob die Tiere aus einem Flugloch kommen oder viele Fluglöcher im Boden vorhanden sind. Erdwespen haben nur ein Einflugloch, Wildbienen mehrere. Wildbienen stehen unter Artenschutz. Diese dürfen Sie nicht bekämpfen.
- Wespen haben eine typische Wespentaille und sind deutlich schwarz-gelb geringelt. Erdhummeln sind deutlich dicker und Hornissen sind zwar gelb-braun, aber nicht so deutlich gestreift. Sie dürfen nur Wespen bekämpfen! Machen Sie im Zweifel ein Foto und fragen Sie Experten, ob es sich um Wespen handelt. Eine Gattung Erdwespen gibt es übrigens nicht, aber viele Wespen nisten in alten Bauten von Mäusen oder Kaninchen.
Nun sollten Sie überlegen, ob friedliche Koexistenz, Umsetzen des Nestes oder Vernichten das Richtige ist.
Beseitigung der Nester
Wespen stehen nicht unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, die Nester unterliegen aber einem Zugriffsverbot und dürfen nur im Einzelfall nach schriftlicher Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde entfernt werden.
- Da Erdwespen ihre Nester nur in einem Jahr bewohnen und im Herbst verschwinden, sollten Sie sich überlegen, ob Sie dieses Jahr nicht einfach mit den Tieren verbringen. Meiden Sie den Nestbereich und halten Sie durch Absperrungen Kinder und Haustiere fern. Graben Sie im Herbst den Bereich um, damit die Höhle nicht von anderen Insekten bezogen wird und Sie haben Ruhe im nächsten Jahr.
- Wenn das Nest ungünstig liegt, können Sie das Flugloch bis zu 2 m verlegen - oft die beste Lösung. Kaufen Sie einen 90 C°-Winkel von einem Abwasserrohr und ein langes Rohr. Stülpen Sie nachts den Winkel über das Einflugloch und richten den Ausgang des Rohres in eine Richtung, in die Sie das Loch verlegen möchten. Setzen Sie die Verlängerung daran. Schütten Sie um den Winkel genug Erde, damit es dort dicht ist und keine Wespen neben dem Rohr herauskönnen. Da die Wespen nachts im Nest sind, werden sie den geänderten Ausgang nutzen und das alte, nun verschlossene Loch nicht anfliegen. Sie müssen bei der Arbeit vorsichtig sein und unbedingt nachts arbeiten. Tragen Sie duchtschließende Kleidung und achten Sie darauf, das Einflugloch mit der Rohröffnung abzudecken, aber nicht das Rohr in das Nest zu rammen. Da diese Maßnahme das Nest nicht betrifft, ist sie kein Problem.
- Umsiedeln von Erdwespennestern ist schwer möglich, denn das Ausgraben macht die Tiere aggressiv. Wenn Sie es machen wollen, dann nur unter Anleitung eines Experten. Hilfe bekommen Sie unter dem genannten Link immer.
- Auch das Vernichten sollten Sie nicht selbst vornehmen, denn auch das kann zu einem unkontrollierten Ausbruch der Tiere führen. Auch sind Methoden wie Benzinlappen in das Nest zu stecken und anzuzünden, mehr als fraglich und auf jeden Fall vom Umweltschutz her abzulehnen.
Meist reichen Vorsicht und ein Umlegen des Flugloches völlig aus, bis die Erdwespen im Herbst von alleine verschwinden.