Das Thema Taschengeld taucht sicher in jeder Familie auf, und es stellt sich nicht nur einmal die Frage, wie viel Taschengeld Kinder erhalten sollten. Auf der Suche nach Entscheidungshilfen tauchen dann so manche Hinweise und "Ratschläge" auf, die nachweisbar "Empfohlenes" weitergeben. Doch während einigen Eltern die empfohlenen Summenangaben als unzureichend erscheinen, erteilen sie anderen einen Schock. Was also ist nun richtig?
- 31.01.2012 Meggi Erwig
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Empfohlenes Taschengeld fällt in seiner Höhe unterschiedlich aus
- Die Diskussionen um das Thema Taschengeld reißen nicht ab. Irgendwann kommen Kinder in ein Alter, in dem sie feststellen, dass Freunde über mehr Geld verfügen, als sie selber oder umgekehrt. Wenn man verschiedenen Hinweisen glauben darf, sollten 10-Jährige zwischen 8,- € /10,- € bis 20,- € Taschengeld erhalten. Das ist eine enorme Spannbreite und ratlose Eltern müssen erneut fragen, ob es überhaupt ein annehmbares, empfohlenes Richtmaß gibt.
- Die Definition "Taschengeld" ist variabel. Im Grunde besagt der Begriff "Taschengeld", dass es um die Gelder geht, die man als Kleingeld täglich in der Tasche bei sich trägt. Eine andere Definition geht davon aus, dass "Taschengeld" eine Art Erziehungsmedium sei, das Kinder lehren soll, mit Geld sachgerecht umzugehen. Die dritte Definition des Wortes "Taschengeld" bewertet es als Mittel, persönliche (Luxus-)Wünsche außerhalb der lebensnotwendigen Grundbedürfnisse erfüllen zu können.
- Korrekterweise sei hier angeführt, dass es noch eine vierte Definition gibt. Einige Menschen gehen davon aus, dass ein Kind nur lernen kann, mit Geld umzugehen, wenn es seine komplette Lebensführung, mit Ausnahme von Haushalts-, Miet- und Versicherungskosten, selber bestreitet. D. h. das Taschengeld umfasst dann in entsprechender Höhe auch die Ausgaben für Schulbücher, Kleidung, Freizeitgestaltung (Hobbys) und persönliche Wünsche.
- Die Frage ist nicht, ob "Empfohlenes" zum Thema Taschengeld immer richtig ist, sondern wie "Taschengeld" innerhalb einer Familie definiert wird. Doch selbst die Definition "Taschengeld" impliziert noch nicht, ob ein entsprechend empfohlenes Richtmaß immer zutreffend ist. Jede Familie lebt einen anderen Lebensstil, verfügt über eine unterschiedliche Einkommenshöhe und setzt unterschiedliche Prioritäten in den Bereichen Erziehung und Finanzen.
- Zur Überprüfung eigener Voraussetzungen kann man "Empfohlenes" vergleichen. Das Internet bietet dazu einige Zahlen an. Dennoch sollten Sie Ihre Entscheidung von sehr persönlichen Faktoren abhängig machen. Zu Ihrer groben Orientierung werden nachfolgend einige veröffentlichte "Taschengeldempfehlungen" aufgeführt, die jedoch bei genauer Betrachtung sehr widersprüchlich und ungenau sind.
Empfohlenes Taschengeld unterliegt subjektiven Einschätzungen
- Einige öffentliche Informationen gehen davon aus, dass Kinder unter 6 Jahren pro Woche 0,50 € oder sogar 1,00 € erhalten sollten. Das bedeutet, ein z. B. 5 Jahre altes Kind könnte 2,- € bzw. 4,- € pro Monat erhalten.
- Kindern zwischen 6-7 Jahren sollten dagegen pro Woche 1,50 € bis 2, 00 €, also monatlich 6,- € bis 8,- € zustehen. Die Relation zwischen einem 5 Jahre, 6 Jahre, bzw. 7 Jahre alten Kind ist damit äußerst variabel.
- Weiteren Empfehlungen zufolge stünden 8-9 Jahre alten Kindern pro Woche 2,- € bis 3,- € zu. Im Monat wären das 8,- € bis 12,- €. D. h., während das eine Kind mit 8 Jahren denn Satz eines 6-Jährigen (8,- €;) erhält, bekommt das andere mit 8 Jahren schon 12,- €.
- Andere Tabellen führen aus, Kinder zwischen 9-10 Jahren sollten 2,50 € bis 3,- € wöchentlich, also monatlich zwischen 10,- € und 12,- €, verwalten. Im Vergleich zu 8-9 Jahre alten Kindern kaum eine Steigerung.
- Zwischen 10-11 Jahren, so lauten die Empfehlungen, seien wöchentlich zwischen 2,50 € und 4,- € angebracht, also 10,- € bis 16,- € monatlich. Die Altersstufe zwischen 11-12 Jahren klettert dann auf etwa 3,- € bis 5,- € wöchentlich, was monatlich ein Taschengeld von 12,- € bis 20,- € ausmacht.
- Um die vielen, subjektiven Empfehlungen hier nicht ausufern zu lassen, sei nur vermerkt, dass die Taschengeldspanne für z. B. 17- bis 18-Jährige zwischen 40,- € bis 80,- € monatlich liegt.
Es ist sicherlich empfehlenswert, wenn Sie die Höhe des Taschengeldes entsprechend den eigenen, familiären Bedingungen anpassen.
Mit diesen Entscheidungshilfen könnten Sie die Taschengeldhöhe ermitteln
- Ziehen Sie in Ihre ersten Überlegungen zunächst mit ein, welchen Lebensstandard Sie vertreten und über welches Einkommen Sie verfügen. Diese beiden Ansätze werden über die Höhe des Taschengeldes entscheidend sein.
- Dann machen Sie sich Gedanken zu Ihrem Kind. Wie weit ist es entwickelt, welche Kommunikations- und Verstehensbasis hat es erreicht, um Gegebenheiten mit ihm gemeinsam klären zu können.
- Besprechen Sie mit Ihrem Kind das Für und Wider der Taschengeldhöhe sowie entsprechend kindgerecht die von Ihnen gesetzten Rahmenbedingungen (s. o. Definition "Taschengeld"). D. h., was wird von Ihnen weiter bezahlt und wozu dient das Taschengeld.
- Um aufgrund der Einkommenshöhe weder "protziges" noch "verschämtes" Verhalten zu provozieren, sollten Sie Ihre Kinder darauf aufmerksam machen, dass die leistungsgesellschaftliche, finanzielle Prestigerealität keinen Menschen korrekt zu beurteilen vermag.
- Kinder zwischen 7-12 Jahren sind in der Lage, reversibel zu denken. D. h., sie können Prozesse geistig nachvollziehen. 12-Jährige denken bereits systematisch-formal. Nutzen Sie diese Entwicklungsschritte zur Taschengeldklärung. Vielleicht kann Ihr Kind die "Kindergirokontenführung" lernen.