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Emotio statt Ratio - eine einfache Erklärung des Begriffsunterschiedes

Jeder steht täglich vor mehreren Entscheidungen, die man treffen muss. Die Frage, nach welchen Regeln Sie sich entscheiden ist damit immer verbunden. Den Kopf entscheiden lassen oder auf das bekannte Bauchgefühl hören? Eine Entscheidung zwischen Ratio und Emotio.

Die richtige Balance zwischen Vernunft und Gefühl ist schwer zu finden.
Die richtige Balance zwischen Vernunft und Gefühl ist schwer zu finden. © Rainer_Sturm / Pixelio

Emotio und Ratio: Begriffserklärung

  • Emotio, heutzutage oft auch als Emotion bekannt, meint die Gefühlsebene eines jeden Menschen.
  • Der Begriff Emotio kommt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern „ex“ (heraus, nach außen) und „motion“ (die Bewegung, die Regung). Demnach sind Emotionen alle Bewegungen und Gefühlsregungen, die wir nach außen tragen bzw. nach außen hin zeigen.
  • Emotio beschreibt vor allem auch das, was wir Menschen oft nicht fassen oder greifen können. Das Herz oder die Seele, die in jedem wohnt, wird oft mit der Emotio gleichgesetzt.
  • Ist jemand emotional, dann ist er gefühlsbetont und gefühlsgeleitet. Diese Menschen entscheiden sich dann meist sehr schnell und aus dem Bauch heraus oder vertrauen auf ihre Intuition. Sie machen das, was Ihnen am besten gefällt, was Ihnen wichtig ist, denken nicht so viel darüber nach, ob es Sinn macht, dann sind auch Sie ein emotionaler Mensch. Jeder kennt das Gefühl, dass Sie einfach eine Sache tun müssen, auch wenn sie vollkommen sinnlos ist und vermutlich nicht viel bringt, man muss es einfach tun. Das ist Emotio, die Sie dann steuert.
  • Im Gegensatz dazu stehen Menschen, die sehr rational handeln und agieren. Ihnen fällt eine schnelle Entscheidung oft sehr schwer und sie wiegen sehr lange die Vor- und Nachteile einer Entscheidung ab, denken an jegliche mögliche Konsequenz, denken darüber nach, was wirklich am sinnvollsten ist. Menschen, die mit der Ratio entscheiden, kann man im nachhinein absolut verstehen und die Beweggründe sind nachvollziehbar.
  • Ratio kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet Vernunft oder Verstand.
  • Die Ratio wird mit dem Kopf häufig gleichgesetzt. Menschen, die mit dem Kopf und mit Vernunft entscheiden, sind rational. Sie lassen sich nicht von ihren Gefühlen leiten, die sie selbst auch nicht kontrollieren können, sondern sie beherrschen Situationen, indem sie sie ganzheitlich analysieren.

Emotio und Ratio sind keine Gegenspieler

  • Worauf Sie aber dennoch aufpassen müssen ist, dass das Gegenteil von emotional emotionslos ist und jemand der nicht rational ist, ist dementsprechend irrational. Das heißt, dass sich Emotio und Ratio nicht ausschließen. Es gibt sehr viele Menschen, die je nach Situation sehr emotional handeln und in einem anderen Moment völlig emotionsfrei und rational. Jemand der über ein gewisses Maß an Vernunft verfügt, kann ebenso auch sehr gefühlsbetont sein.
  • Emotio und Ratio spielen heutzutage eine gleichberechtigte Rolle, wir alle wissen, dass Menschen von verschiedensten Dingen geleitet werden und, dass es nicht nur schwarz oder weiß gibt.
  • Während der Epoche der Aufklärung aber war die Vernunft und ein vernunftgeleitetes Wesen das einzig denkbare. Gefühle wurden als irrsinnig und schwach wahrgenommen. Gefühle sollte man dementsprechend unterdrücken und beherrschen.
  • Ganz im Gegensatz dazu stand die Epoche des Sturm und Drangs, in dem die Emotio eine viel stärkere Rolle spielte, als die Vernunft. Man war sich einig darüber, dass Emotionen wichtige Äußerungen des menschlichen Charakters sind und keinesfalls einfach übergangen werden dürfen.

Wichtig ist die richtige Balance zwischen beiden zu finden.

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