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Einzelhandelstarif - so wird im Einzelhandel bezahlt

Zum Einzelhandel gehören alle Handelsbetriebe, deren geschäftliche Tätigkeit darin besteht, Waren und Produkte an einen Endverbraucher (Konsument) zu verkaufen. Die Waren liefern Großhandel oder auf direktem Weg die Hersteller. Alle gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter können eine Entlohnung nach dem aktuellen Einzelhandelstarif verlangen.

Verkauf via Telefon
Verkauf via Telefon

Beim Einzelhandel wird in einen stationären Handel (Verkaufstätigkeit in festen Verkaufsräumen), in einen ambulanten Handel (Verkaufsstand auf dem Markt), in den Versandhandel und in E-Commerce unterschieden.

Einzelhandelstarif - als Gewerkschaftsmitglied richtig entlohnt

  • Sie können im Einzelhandel in vielen Betriebsformen tätig sein. Stationäre Einrichtungen sind unter anderem Warenhäuser, Kaufhäuser und der Tante-Emma-Laden.
  • Auch als gewerkschaftlich organisierter Mitarbeiter in einem Fachgeschäft, Discounter, Verbrauchermarkt oder Selbstbedienungswarenhaus ist der Einzelhandelstarif für Sie gültig.
  • Auch bei einer Beschäftigung in einer sogenannten offenen Verkaufsstelle oder als Waren- und Katalogversender müssen Sie nach Tariflohn bezahlt werden.

Vertragliche Tarife regeln befristet die Entlohnung

  1. In Deutschland verhandeln Gewerkschaften (Verdi) mit den Arbeitnehmern regelmäßig Tarifverträge aus. Sind die Verträge von Arbeitgebern und Gewerkschaften anerkannt, besteht bis zum vereinbarten Ablauf eine sogenannte Friedenspflicht. Vom Streikrecht darf während der Tarifvertragsdauer nicht Gebrauch gemacht werden.
  2. Die Tarifverträge werden zum einen in den einzelnen Bundesländern abgeschlossen. Hier gelten diese dann für alle in der Einzelhandelsbranche beschäftigten Gewerkschaftsmitglieder. Zum anderen schließen Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften spezielle Verträge mit Unternehmen ab.
  3. Die Gewerkschaft Verdi führt derzeit solche Verträge mit den Unternehmen Adler, Praktiker und Karstadt. Sanierungstarifverträge und Anerkennungstarifverträge sind weitere Spezialverträge.
  4. Wenn Sie sich an den besten Einzelhandelstarifen bei einer Berufsentscheidung orientieren möchten, können Sie dies an den Tarifverträgen des einwohnerstärksten deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW).
  5. In NRW gibt es im Augenblick einen Einzelhandelstarif, der in der Vereinbarung Gehalts-, Lohntarifvertrag und Ausbildungsvergütungen enthält. Die nächste Kündigungsmöglichkeit für den Tarifvertrag haben Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter zum 30. April 2013.
  6. Die Höhe der Monatslöhne richtet sich bei allen Beschäftigten nach Qualifizierung, Arbeitsplatz und Betriebszugehörigkeit.
  7. Wenn Sie in NRW als gewerbliche/r Arbeitnehmer/-innen in der untersten Lohngruppe zu bezahlen sind, erhalten Sie 1.759 Euro (ab 1. Juli 2011) und 1.794 Euro (ab Juli 2012). Das gilt in gleicher Weise für die Mitarbeiter von Tankstellen.
  8. Die höchste Lohngruppe gilt für Sie, wenn Sie Ihre Abschlussprüfung bestehen und im erlernten Beruf arbeiten. Die Lohnspanne liegt zwischen 2.350 Euro (2011) und 3.100 Euro (2012).

Als Gewerkschaftsmitglied können Sie sich auf den jeweiligen Tarifvertrag berufen. Sie können mit Ihrem Chef als unorganisierter Arbeitnehmer auch einen individuellen Arbeitsvertrag aushandeln. Der muss nicht schlechter als der Einzelhandelstarif sein.

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