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Einkommensteuererklärungsbescheid - so überprüfen sie ihn

Wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt eingereicht haben, erhalten Sie einige Monate später ihren Einkommensteuererklärungsbescheid oder richtigerweise Einkommensteuerbescheid. Überprüfen Sie inhaltlich und formal. Erheben Sie bei Unstimmigkeiten Einspruch.

Fehlerhafte Steuerbescheide über Einspruch korrigieren.
Fehlerhafte Steuerbescheide über Einspruch korrigieren. © Thorben Wengert / Pixelio

Der Einkommensteuererklärungsbescheid informiert Sie, ob Sie an das Finanzamt noch Einkommensteuer zahlen müssen oder ob Sie zu viel gezahlte Einkommensteuer erstattet bekommen. Außerdem enthält er Feststellungen über Verlustvorträge.

Überprüfen Sie Ihren Einkommensteuererklärungsbescheid

  • Der Einkommensteuererklärungsbescheid heißt offiziell "Bescheid für -Angabe des Jahres- über Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Arbeitnehmer-Sparzulage". Im Sprachgebrauch ist dies der Einkommensteuerbescheid. Er ist die Antwort auf Ihre Einkommensteuererklärung.
  • Überprüfen Sie, ob das Finanzamt die Angaben in Ihrer Einkommensteuererklärung in Ihrem Sinne übernommen hat oder ob Abweichungen erfolgt sind. Im ungünstigsten Falle hat der Sachbearbeiter beim Finanzamt übersehen, dass Sie irgendwelche Kosten geltend gemacht haben.
  • Angeblich sind fast die Hälfte aller Einkommensteuerbescheide fehlerhaft.
  • Auf der Seite 1 finden Sie den Hinweis, dass der Bescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergeht und teilweise vorläufig ist. Das Finanzamt behält sich damit vor, den Ihnen übersandten Einkommensteuererklärungsbescheid nachträglich nochmals abzuändern. Hintergrund ist, dass teilweise Verfahren beim Bundesfinanzhof oder beim Bundesverfassungsgericht anhängig sind, deren Ergebnis sich auch auf Ihre Steuerlast auswirken kann.
  • Danach werden auf Seite 1 die Steuern festgesetzt, die Sie insgesamt für das Jahr zahlen müssen, auf das sich Ihre Einkommensteuererklärung bezog. Dies sind die Einkommensteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuern.
  • Werden Sie mit Ihrem Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, ist der Bescheid an Sie beide als Eheleute gerichtet. Gehören Sie unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an, wenn lediglich die Kirchensteuern getrennt festgesetzt.
  • In der letzten Zeile der Steuerübersichtstabelle finden Sie den Hinweis, ob Sie zu viel oder zu wenig Einkommensteuer entrichtet haben.
  • Auf den folgenden Seiten finden Sie die Besteuerungsgrundlagen, nach denen das von Ihnen zu versteuernde Einkommen vom Finanzamt berechnet wurde. Überprüfen Sie die Zahlen auf Übereinstimmung mit Ihrer Einkommensteuererklärung.

Bei Fehlern erheben Sie fristgerecht Einspruch

  • Ergeben sich Unstimmigkeiten, können Sie gegen den Einkommenssteuererklärungsbescheid Einspruch einlegen. Die Frist beträgt einen Monat und beginnt mit dem Ablauf des Tages, an dem Ihnen der Bescheid zugestellt wurde.
  • Richten Sie Ihren Einspruch an das Finanzamt, das den Bescheid erstellt hat, überschreiben Sie Ihr Schreiben ausdrücklich mit Einspruch und begründen Sie, warum Sie Einspruch erheben.
  • Der Einspruch verursacht Ihnen keine Kosten oder Gebühren. Die Überprüfung durch das Finanzamt ist gebührenfrei.
  • Haben Sie Ihre Einkommensteuererklärung über einen Steuerberater erstellen lassen, wird der Einkommensteuererklärungsbescheid normalerweise den Steuerberater zugestellt. Sollten Sie den Bescheid erhalten haben, übergeben Sie ihn unbedingt Ihrem Steuerberater zur Überprüfung.
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