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Einhäusig und zweihäusig - Pflanzen und ihre Vermehrung

Egal, ob Sie einfach nur über die Bezeichnungen "einhäusig" und "zweihäusig" Bescheid wissen möchten oder konkrete Schwierigkeiten mit ganz bestimmten Pflanzen in Ihrem Garten haben, wer sich für die Vermehrung von Pflanzen interessiert, sollte mit diesen Begriffen etwas anfangen können.

Bei der zweihäusigen Kiwi klappt die Vermehrung nur mit zwei Pflanzen.
Bei der zweihäusigen Kiwi klappt die Vermehrung nur mit zwei Pflanzen.

Das wird unter einhäusigen und zweihäusigen Pflanzen verstanden

Auch Pflanzen haben eine Sexualität, denn auch sie vermehren sich unter Einsatz bestimmter Geschlechtsorgane. Diese Organe sehen natürlich ein wenig anders aus als bei uns. Vor allem aber gibt es bei Pflanzen wesentlich mehr unterschiedliche Varianten der Fortpflanzung.

  • Sehr viele vor allem der höher entwickelten Pflanzen sind Hermaphroditen, also Zwitter bzw. doppeltgeschlechtlich.
  • Sie weisen zugleich männliche und weibliche Geschlechtsorgane auf. Eine solche Pflanze ist damit auch in der Lage, weibliche oder männliche Keimzellen zum Zweck ihrer Vermehrung auszubilden.
  • Samenpflanzen bilden verschiedene Arten des Hermaphroditismus aus. Wirklich zwittrige Pflanzen bilden Blüten aus, die auf jeder Pflanze immer gleich aussehen und auch gleichartig aufgebaut sind. Auf diesen Blüten befinden sich jedoch jeweils zwei Geschlechtsorgane, weibliche und männliche.
  • Zeigen sich die Sexualorgane (die übrigens immer in den Blüten enthalten sind) auf diese Art und Weise, ist die Pflanze echt zwittrig.
  • Sie können die echte Zwittrigkeit selbst erkennen, z. B. bei einer Tulpe. In der Mitte der Tulpenblüte sehen Sie das weibliche Geschlechtsorgan, den Stempel mit Fruchtknoten, Griffel und Narbe, und darum herum die männlichen Geschlechtsorgane, Staubbeutel oder Staubblätter genannt.
  • Nicht “so ganz echte” Hermaphroditen sind die einhäusigen Pflanzen; hier befinden sich männliche und weibliche Sexualorgane nämlich nicht gemeinsam in der gleichen Blüte, aber immerhin gemeinsam auf dem gleichen Pflanzenindividuum.
  • Einhäusig werden also zwittrige Pflanzen genannt, die zwar immer nur eingeschlechtliche Blüten ausbilden können, aber jeweils männliche und weibliche Blüten besitzen. Beide Geschlechter treffen sich sozusagen “in einem Haus”.
  • Wenn sich diese männlichen und weiblichen Blüten auch noch auf männliche und weibliche Pflanzen verteilen, wohnen beide Geschlechter dann nicht mehr "in einem Haus zusammen”, sondern in zwei Häusern bzw. auf zwei Pflanzen. Das sind die zweihäusigen Pflanzen.

Die Vermehrung einhäusiger und zweihäusiger Pflanzen

  • Bei zwittrigen und einhäusigen Pflanzen funktioniert die sexuelle Vermehrung recht simpel. Insekten oder der Wind setzen den Blütenstaub in Bewegung. Dieser landet dann entweder gleich einen Stock tiefer (der Mais z. B. baut seine Blüten extra so) oder eine Blüte weiter “im gleichen Haus”.
  • Bei einer zweihäusigen Pflanze geht das nicht ganz so leicht. Der Blütenstaub muss immerhin den Weg von einer männlichen zu einer weiblichen Pflanze zurücklegen.
  • Wenn es sich bei den betreffenden zweihäusigen Pflanzen um einheimische Gewächse wie Weide oder Hopfen handelt, müssen Sie sich nicht ganz so viele Sorgen machen, dass der Blütenstaub von der männlichen blühenden Pflanze irgendwann auf eine weibliche Pflanze und deren Blüten treffen wird.
  • Ganz anders ist es bei exotischen Gewächsen wie Kiwi. Hier muss der Freizeitgärtner ganz genau darauf achten, dass er beim Kauf eine weibliche und männliche Kiwipflanze erwischt, sonst wird es nichts mit der Vermehrung.

Es gibt übrigens unter den zwittrigen Pflanzen nur sehr wenige, die sich auch durch Selbstbefruchtung vermehren. Denn eigentlich sorgt die Evolution dafür, dass sich möglichst immer verschiedenes Erbgut mischt, damit die typischen Fehlentwicklungen einer Inzucht ausgeschlossen werden. Deshalb vermeiden die meisten Arten (durch ganz unterschiedliche Strategien) die Eigenbefruchtung. Und die Trennung einhäusig und zweihäusig ist auch nicht ganz so simpel wie oben dargestellt, sondern gliedert sich noch in manche Zwischenstufe und Überschneidung.

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